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Wieder große Verspätungen in Paderborn – Airline Small Planet nennt Defekte als Grund

33 Stunden auf Mallorca-Flug gewartet

Büren/Paderborn (WB). Die Verspätungen der Fluglinie Small Planet am Airport Paderborn-Lippstadt haben sich auch gestern fortgesetzt. 33 Stunden hatten Mallorca-Urlauber gewartet, bis ihr Flieger endlich abhob.

Bernhard Liedmann

Mit neun Maschinen ist Small Planet in Deutschland in der Luft unterwegs. Zwei sind am Flughafen Paderborn-Lippstadt stationiert. Foto:

Mit Zwischenlandung in Frankreich kamen inzwischen auch die Fuerteventura-Urlauber an. Etwa 560 Fluggäste ab Paderborn haben in den vergangenen Tagen etliche Urlaubstage durch Warten eingebüßt. Das bestätigte die Airline.

Die Verspätungen in Paderborn basierten auf Crew-Problemen, technischen Pannen und fehlenden Subcharter-Möglichkeiten, entschuldigt Small-Planet-Pressesprecher Jan Limbach die Verspätungsserie, die durch eine der beiden am Paderborner Flughafen stationierten Maschinen ausgelöst worden sei.

Der Samstag-Flug nach Fuerteventura habe durch die Zwischenlandung im französischen Bergerac und anschließendem Weiterflug am nächsten Tag eine Serie von Folgeverspätungen ausgelöst. Davon seien insgesamt drei Flüge der A320 mit 560 Passagieren betroffen gewesen. Inzwischen habe man die Situation aber im Griff.

»Nie wieder«

»Nie wieder« mit Small Planet, sagte indes Bianca Knape (45) aus dem sauerländischen Finnentrop, die mit Ehemann Carsten (45) und Sohn Jermaine (4) einen elftägigen Urlaub auf Mallorca gebucht hat und am Montag schon 33 Stunden nur durch Warten eingebüßt hatte. »Zwei Tage sind jetzt schon weg«, zeigte sich Carsten Knape verärgert.

Sie wollten am Sonntag um 4.15 Uhr mit Small Planet von Paderborn nach Mallorca starten. Um 2 Uhr in der Nacht erfuhren sie am Schalter des Airports, dass es wahrscheinlich erst um 21 Uhr los gehe. Sie nahmen das Hotelangebot in Paderborn seitens der Gesellschaft in Anspruch und erfuhren dann, dass der Flieger erst am Montag um 13.15 abheben sollte. »Wir hatten natürlich schon am Flughafen eingecheckt. Damit hatten wir keine Kleidung und noch nicht einmal eine Zahnbürste zum Übernachten.«

Den kurzen Zwangsaufenthalt in Paderborn selbst genossen sie zumindest ein bisschen und entdeckten am Abend das Paderquellgebiet nebst den angrenzenden Biergärten.

Fast zwei Urlaubstage futsch

Eine vergleichbare Odyssee hatten Christina (66) und Werner Combrink (67) aus Oelde hinter sich, als sie am Montag endlich starteten. Sie riefen während der Nacht laufend von zuhause an, weil auch die Dauerrecherche im Internet immer wieder Verschiebungen des Abflugs ergab. Sie machten sich dann am Montag um 10.30 Uhr auf den Weg zum Flughafen, die Nacht war natürlich für die beiden Rentner gelaufen. Sie hatten einen 14-tägigen Urlaub auf der Sonneninsel für etwa 3000 Euro gebucht.

Neben dem Ärger sind auch für die beiden fast zwei Urlaubstage futsch. Wenig tröstlich für sie sind auch die von der Airline avisierten 250 Euro pro Kopf für die Verspätung. Ebenso sieht dies Familie Knape, die für ihren elftägigen Urlaub 2500 Euro auf den Tisch gelegt hat. »Schließlich haben wir uns das ganze Jahr darauf gefreut«, sagt Bianca Knape.

Unterdessen können sich die Fuerteventura-Fluggäste wegen der weiter entfernten Destination auf 400 Euro pro Fluggast als »Entschädigung« einstellen.

Fünf Prozent der Flüge der Gesellschaft betroffen

Der Paderborner Flughafen selbst sah am Montag keine Möglichkeiten der Einflussnahme auf solche Ereignisse und drückte in einer Mitteilung sein Bedauern für die Situation der von Verspätungen betroffenen Fluggäste aus. »Die Durchführung der Flüge und damit auch deren Pünktlichkeit liegen in der Verantwortung der Fluggesellschaft«, teilte Flughafensprecher Stefan Hensel mit.

Die Aufgabe des Flughafens liege in der Schaffung von Rahmenbedingungen, damit Airlines sicher und pünktlich starten und landen können. In den vergangenen Jahren hatte der Airport allerdings den Paderborner Kreis als Mitgesellschafter um Geld gebeten, um Anschubfinanzierungen für einen Drehkreuzanschluss umsetzen zu können, also um mehr Maschinen nach Paderborn zu holen.

Von den jüngsten Verspätungen seien fünf Prozent der Flüge der Gesellschaft betroffen, bilanzierte Small-Planet-Sprecher Jan Limbach. In Deutschland hat die Gesellschaft insgesamt neun Flugzeuge stationiert, zwei davon in Paderborn.

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