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Sperrungen am Montag und Dienstag rund um den Dom

500-Tonnen-Kran hebt Glocken um 13 Uhr in den Turm

Paderborn (WB). Der bange Blick geht immer wieder zum Wetterbericht: Wenn es am kommenden Dienstag, 29. Mai, um 13 Uhr gewittern oder zu windig sein sollte, können die neuen Glocken nicht per Kran in den Domturm gezogen werden.

Ingo Schmitz

Björn Kastrup fiebert dem Augenblick entgegen: Am Dienstag, 29. Mai, werden die neuen Glocken in den Turm des Doms gehievt. Um 13 Uhr soll die erste Glocke am Haken hängen. Den besten Blick habe man vom Paderquellgebiet aus, sagt er.         Foto: Jörn Hannemann

Doch vom Schlimmsten geht Björn Kastrup, Architekt im Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariats, jetzt erstmal nicht aus. »Wir zünden Kerzen an, damit alles klappt«, sagt der Projektleiter und blickt zum Hohen Dom, der nach wie vor eingerüstet ist.

Sperrungen

Bevor am Dienstag die Glocken in die Höhe gezogen werden, bedarf es einiger Vorarbeiten. Bereits am Montag, 28. Mai, wird der Abdinghof bis zum Hohen Dom von 20 Uhr an gesperrt. Die Arbeiten werden bis in die Nacht unter Scheinwerferlicht fortgesetzt. In diesem Bereich wird es keinen Durchgang geben, auch nicht für Radfahrer und Fußgänger. Der Bereich Abdinghof ist auch Dienstag für Kraftfahrzeuge jeglicher Art gesperrt. Fußgänger und Radfahrer dürfen den Bereich queren, es wird aber kurzzeitige Vollsperrungen geben, wenn der Kran Gegenstände zum Turm hochzieht. Der Kindergarten und die Grundschule sind von Montag bis Mittwoch über den Abdinghof erreichbar. Die Bartholomäuskapelle bleibt geöffnet. Ein Zugang ist jedoch nur von Osten über den Kreuzgang oder die kleine Treppenanlage Paderquellgebiet möglich. Auch das Diözesanmuseum bleibt von der Haupteingangsseite im Süden für Besucher und Mitarbeiter erreichbar, ebenso der Zugang zum Fürstenhof (Abdinghof 1). Das Museum in der Kaiserpfalz bleibt am Dienstag hingegen geschlossen.

Die Garagenanlage Am Ikenberg ist nur über den Marktplatz zu erreichen. Der kleine Platz Am Ikenberg zwischen Westseite Paradiesportal und Ostseite Kuriengebäude 2a bis 2c ist gesperrt.

Geschlossen bleiben am Dienstag, 29. Mai, Zu- und Ausgang der Roten Pforte. Am besten ist der Hohe Dom über den Kreuzgang und das Atrium erreichbar.

Dem ehrwürdigen Gotteshaus stehen am Dienstag große Dinge bevor. Bei dem historischen Ereignis werden viele Paderborner es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Davon ist Björn Kastrup überzeugt. Zuschauer sind willkommen, sie müssen sich allerdings an die Sicherheitshinweise halten, stellt er klar. Aus diesem Grund werden auch Sicherheitskräfte vor Ort sein.

Los geht es bereits am Montagabend, wenn mit Hilfe eines Autokrans der 500-Tonnen-Kran errichtet wird, an dem später die Glocken hängen werden. Bis in die Nacht dauert der Aufbau des Krans. Am nächsten Tag geht es um 7 Uhr gleich weiter, berichtet Kastrup. Mit dem Kran werden zunächst Motoren und anderes Gerät in den Glockenturm gehievt, bevor es dann mittags ernst wird: Etwa um 13 Uhr soll mit dem Anheben der Glocken begonnen werden. Das geschieht nacheinander. »Welche zuerst, das müssen wir noch klären«, sagt Kastrup.

Die wichtigsten Personen an diesem Tag werden wohl die Männer an den Hebeln sein: Zu ihnen gehört Kranfahrer Hubertus König. Der Mitarbeiter der Paderborner Firma Hoffmann wird den 500-Tonnen-Kran steuern. Dabei ist Millimeterarbeit gefragt, wenn die Glocken vom Tieflader gehievt und dann über den Bürotrakt des Diözesanmuseums schweben werden. Der Gebäudeteil wird an dem Tag gesperrt.

Danach werden die Klangkörper weiter in die Höhe gezogen, um sie über die kleinen Turmspitzen zu heben. Die größte Herausforderung werde dann das Einfädeln der großen Bassglocke durch das nur drei mal drei Meter große Loch in der Turmmauer sein. Die Wand allein ist 1,70 Meter stark. Dazu wird die 13,5-Tonnen-Glocke auf eine Tragvorrichtung gesetzt und dann mit Hilfe von Seilzügen per Muskelkraft in den Turm gezogen, erläutert der Architekt weiter. Sein Tipp: »Wer das Ganze als Zuschauer live miterleben möchte, wird vom Paderquellgebiet aus den besten Blick haben.« Er geht davon aus, dass um 15 Uhr die Arbeiten abgeschlossen sind.

Über die neuen Glocken

Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für das 950-jährige Weihejubiläum des ehemaligen Paderborner Imad-Doms. Wesentlicher Bestandteil werden die beiden neuen Glocken, die das Geläut im Hohen Dom komplettieren werden. Sie sind im November bzw. Februar in Holland gegossen und an Ostermontag auf dem Paderborner Domplatz von Erzbischof Hans-Josef Becker geweiht worden. Die große Bass-Glocke trägt den Namen »Jesus Christus – unser Friede« und wiegt 13,5 Tonnen. Die kleine Glocke trägt den Namen »Maria – Trösterin der Betrübten«. Am Samstag, 21. Juli, werden beide zum ersten Mal läuten. Die Kosten belaufen sich auf 300.000 Euro. Aktuell gibt es 282.734,33 Euro an Spenden.

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