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Schnelle Fahndungserfolge nach zwei Überfällen

80-Jähriger treibt Räuber (15) in Paderborn mit Klebebandroller in die Flucht

Paderborn

Nach zwei Raubüberfällen, die sich am Dienstagabend und am Mittwochmorgen in Paderborn ereignet haben, hat die Polizei die jeweiligen Tatverdächtigen, 39 und 15 Jahre alt, schnell festgenommen.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Wie die Polizei berichtet, betrat am Dienstag gegen 20 Uhr eine 26-jährige Frau den Bank-Container vor der Herz-Jesu-Kirche und begab sich zum Geldautomaten. Im Container hielt sich den weiteren Angaben zufolge ein fremder Mann auf, der sich plötzlich an die Frau wandte und Geld von ihr forderte. Er hielt ihr drohend ein Feuerzeug vor das Gesicht. Das Opfer gab eine Tasche mit Geld heraus. Damit flüchtete der Mann aus dem Container. Eine Zeugin (41), die von der Geschädigten um Hilfe gebeten worden war, lief dem ihr bekannten Täter nach und forderte ihn auf, die Tasche mit dem Geld zurückzugeben. Der Flüchtende warf ihr die Tasche vor die Füße und lief weiter. Die Beute brachte die Zeugin zurück zum Tatort und übergab sie dem Opfer. Kurz darauf traf die alarmierte Polizei ein. Die Zeugin konnte Angaben zum Tatverdächtigen machen und seinen Namen nennen.

Die Fahndung nach dem in Richtung Bahnhof geflüchteten Mann verlief zunächst ohne Erfolg, aber um 22.20 Uhr meldeten Anwohner des Meisen- und Amselwegs in Salzkotten-Scharmede einen Randalierer, der auf Autos einschlagen würde. Am Meisenweg hatte der Täter mit einem Stein eine Fahrzeugscheibe eingeschlagen und im Garten mehrere Gegenstände beschädigt. Die eingesetzte Polizeistreife entdeckte den beschriebenen Tatverdächtigen an der Bahnhofstraße. Dabei handelte es sich um den nach dem Raub in Paderborn gesuchten 39-jährigen Tatverdächtigen. Der Mann ohne festen Wohnsitz wurde festgenommen. Er ist mehrfach vorbestraft und es laufen derzeit mehrere Strafverfahren gegen ihn. Ein Richter am Paderborner Amtsgericht erließ am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl.

Senior lässt sich von Messer nicht beeindrucken

Der zweite Raubüberfall ereignete sich am Mittwochmorgen. Ein 80-jähriger Mann vertrat seinen Sohn in dessen Lotto-Geschäft am Dr-Rörig-Damm. Der Senior hielt sich um 8.45 Uhr allein im Geschäft auf, als ein Jugendlicher die Räumlichkeiten betrat. Mit einem Messer bedrohte er den 80-Jährigen und forderte Geld. Couragiert schrie das Opfer den jungen Räuber lautstark an und ergriff einen Klebebandroller, um sich zur Wehr zu setzen. Der Täter ergriff sofort die Flucht und rannte ohne Beute aus dem Laden. Ein Zeuge sah den Jugendlichen in Richtung Pommernweg flüchten und alarmierte die Polizei.

15-Jähriger unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Opfer und Zeuge konnten gute Personenbeschreibungen abgeben. Das 80-jährige Opfer erlitt einen Schock und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei setzte mehrere Streifen zur Fahndung ein und entdeckte den Tatverdächtigen am Pommernweg. Als der Jugendliche den Streifenwagen sah, ergriff er erneut die Flucht und versuchte vergeblich, sich zu verstecken. Die Polizisten nahmen den 15-Jährigen vorläufig fest und brachten ihn zur Polizeiwache. In seiner Kleidung fanden die Beamten ein Küchenmesser. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Der Junge hatte zudem eine Maskierung dabei. Weil der 15-Jährige vermutlich unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand, wurde ihm auf richterliche Anordnung eine Blutprobe entnommen. Er kam später in die Obhut seiner Erziehungsberechtigten. Ein Strafverfahren wegen versuchten schweren Raubes wurde eingeleitet.

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