1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Abriss und Neubau rücken näher

  8. >

Bahnhof: Unterschriften mit Investor stehen an – Hotel bekommt 190 Zimmer

Abriss und Neubau rücken näher

Paderborn (WB). Der Paderborner Bahnhofsneubau ist unterschriftsreif. In der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt am Donnerstag, 19. März, sowie in der Sitzung des ­Rates am Donnerstag, 2. April, ­sollen dazu die nötigen Beschlüsse gefasst werden.

Ingo Schmitz

Sieben Etagen und viel Glas: So wird der neue Bahnhofskomplex samt Hotel aussehen. Derzeit ist vorgesehen, das Gebäude mit einem hell-beigen Ziegel zu verklinkern. Die Entscheidung soll in einem Termin zwischen Stadt und Investorin getroffen werden.

Mit den Abrissarbeiten soll nach Angaben der Stadt Paderborn noch in diesem Jahr begonnen werden. Auch der Baubeginn wird noch für 2020 angestrebt, heißt es in den Unterlagen für den Bauausschuss. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Ende 2022 vorgesehen.

Parkhaus für 700 Fahrräder

Zu dem insgesamt siebengeschossigen Bahnhofsneubau mit Hotel ist noch ein Parkhaus für Autos inklusive E-Lade-Infrastruktur geplant. Darunter wird es eine überdachte Busstation geben. Ebenso sind zwei Fahrradparkhäuser geplant. Sie werden eine Gesamtkapazität von rund 700 Fahrrädern haben und entsprechen damit den Vorgaben der Machbarkeitsstudie. Kosten für die zweigeschossige Fahrrad-Lösung: 1,4 Millionen Euro. Aktuell sind rund um den Bahnhof samt Fahrradstation und Stellflächen vor dem Finanzamt knapp 500 Stellplätze für Fahr­räder vorhanden.

Die PB1 GmbH ist die Investorin des ehrgeizigen Bahnhofsprojekts, zu dem auch ein Hotelkomplex mit 190 Zimmern und 380 Betten gehört. Dabei handelt es sich um eine Tochter der Paderborner ­Bremer AG.

Das Gebäude teilt sich wie folgt auf: Im Erdgeschoss werden Flächen für die Eingangshalle des Bahnhofs bereitgestellt. Ebenso soll es hier einen Zugang zum ­Hotel geben. Auf der Rückseite soll es im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss auch Flächen für die Bundespolizei geben. Das Hotel wird im Erdgeschoss Sitzungssäle bereithalten. Ab dem zweiten Obergeschoss wird eine Hotelnutzung geschaffen.

Glasanteil zum Bahnhofsvorplatz soll 75 Prozent betragen

Für die Empfangshalle des Bahnhofs ist eine Fläche von gut 300 Quadratmetern geplant. Platz gibt es für diverse Läden. Auch das Reisezentrum der Bahn soll dort wieder untergebracht werden. Insgesamt soll das Erdgeschoss mit viel Glas ausstaffiert werden, um Tageslicht in das Gebäude zu lassen. Der Glasanteil zum Bahnhofsvorplatz werde 75 Prozent betragen, lauten die Planungen. Für die Empfangshalle ist eine Höhe von 7,50 Meter vorgesehen. Der Zugang wird den Besuchern über Automatiktüren ermöglicht. Für die Abendstunden wird an eine spezielle Lichtinszenierung insbesondere im Erdgeschoss gedacht. Unter dem Stichwort „großzügige Ein- und Aus­blicke in alle Richtungen“ werde es darum gehen, von vornherein Angsträume zu verhindern – das gelte auch in Richtung Bahngleise.

Auch für die Funktionalität gibt es viele Dinge, die bereits festgeschrieben sind. Eine öffentlich zugängliche Toilettenanlage soll ebenso umgesetzt werden, wie Angebote zur Gepäckaufbewahrung. Das komplette Erdgeschoss werde mit einem Informations- und Wegeleitsystem ausgestattet. Auch über die Busabfahrtszeiten werde innerhalb des Gebäudes informiert werden.

Deutsche Bahn wird das Grundstück an die Investorin verkaufen

Um das Projekt starten zu können, müssen mit der Investorin PB1 GmbH diverse Verträge geschlossen werden. Dazu gehört unter anderem der Abschluss eines Grundstückskaufvertrages, in dem sämtliche Nutzungen der Wege unter anderem für die Andienung des Hotels geregelt sind. Die Deutsche Bahn wird das Grundstück, auf dem sich derzeit der Bahnhof befindet, an die Investorin verkaufen. Auch die Stadt gibt eine Teilfläche ab, damit die PB1 dort den neuen Komplex errichten kann. Nach dem Bau wird die Bahn den Bereich um die Empfangshalle herum von der PB1 erwerben.

Übrigens hat der Neubau des Bahnhofs auch Folgen für das Kunstwerk auf dem jetzigen Bahnhofsvorplatz: Die Baumskulptur aus Stahl wird aus Platzgründen auf die gegenüberliegende Straßenseite vor das Finanzamt umziehen. Allein für die Umsetzung der Skulptur kalkuliert die Stadt Paderborn mit Kosten in Höhe von 41.000 Euro.

Startseite
ANZEIGE