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Stadt will Landesmittel beantragen – Verkehrsunternehmen fordern gestaffelten Schulbeginn

Abstand halten in Bussen kaum möglich

Paderborn (WB/mai). Die Situation im Schülerverkehr, der zu einem Großteil über Linienbusse abgewickelt wird, bereitet vielen Eltern Kopfzerbrechen. Die Busse sind morgens und mittags so voll wie vor der Corona-Pandemie. Zwar tragen die Fahrgäste Masken, aber von Abstand könne oft überhaupt keine Rede sein. Der ÖPNV sei laut Corona-Schutzverordnung vom Mindestabstand ausgenommen, dennoch nähmen die Busunternehmen diese Sorgen ernst, teilt die Verbundgesellschaft Paderborn Höxter (VPH) mit. Die zur Verfügung stehenden Kapazitäten an Bussen und Personal seien aber ausgeschöpft.

Ein Großteil der Schüler nutzt den Linienverkehr. Abstandhalten ist zu Stoßzeiten trotz Corona kaum möglich. Foto: Oliver Schwabe

„Um die Schulanfangs- und Endzeiten noch weiter mit zusätzlichen Bussen zu entlasten und mehr Platz für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen, wird aktuell unter anderem auch geprüft, ob sogenannte Zubestellungen von Bussen über die Reiseunternehmen möglich sind“, sagt VPH-Geschäftsführer Udo Wiemann. Von den 1000 zusätzlichen Bussen, die das Land NRW für die Zeit bis zu den Herbstferien versprochen hat, ist noch keiner in Paderborn unterwegs, da unter anderem eine verbindliche Verordnung dazu fehle, so die Verkehrsbetriebe. Die Stadt Paderborn wird aber nach Auskunft von Sprecher Jens Reinhardt als Schulträger Landesmittel für den Einsatz zusätzlicher Busse beantragen.

„Aus eigenen Mitteln können wir nicht mehr machen“, sagt auch Dirk Hänsgen, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Go on, die vor allem die Kreiskommunen anbindet. „Wir haben freiwillig bereits alles an Fahrzeugen eingespeist, was geht.“ Das sei derzeit personell noch umsetzbar, da der Reisebusverkehr nach wie vor stark eingeschränkt sei.

Die Verkehrsverbünde und -unternehmen weisen auch darauf hin, dass das Schulministerium gestaffelte Schulanfangszeiten empfiehlt, um das Gedränge während der Schülerbeförderung zu entzerren. In Paderborn waren sich die Schulleiter in einem entsprechenden Gespräch vor den Ferien im Kreishaus aber einig, dass ein gestaffelter Unterrichtsbeginn aus schulorganisatorischen Gründen nicht umsetzbar sei ( wir berichteten am 7. August ).

„Wir sehen das Problem und ignorieren es nicht. Wir sind aber nicht diejenigen, die es lösen können. Da sehen wir die Busunternehmen und den Schulträger in der Pflicht“, sagt Peter Lütke-Westhues, Schulleiter des Pelizäus-Gymnasium und Sprecher der Paderborner Gymnasien. Schuldezernent Wolfgang Walter ist allerdings weiter mit den Schulleitungen über einen gestaffelten Modus der Schulanfangszeiten im Gespräch. Das sei ein komplexes Unterfangen und habe sich für den Beginn des Schuljahres so kurzfristig nicht realisieren lassen, räumt Walter ein. Ein möglicher Termin wäre der Schulhalbjahreswechsel. Aus Sicht der Verkehrsunternehmen kann nur ein gemeinsames Konzept aller Beteiligten die Problematik abmildern. Bis dahin empfehlen sie, Stoßzeiten zu Schulbeginn zu meiden.

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