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Projekt der Universität Paderborn gestartet

Akten werden entsäuert

Paderborn

Angaben zu Studenten, Studienverläufen und -verhalten gehören zu den nachgefragtesten Informationen in den Hochschularchiven. Sie haben eine große Bedeutung für die Biografie- und Familienforschung sowie für die Wissenschafts-, Bildungs- und Hochschulgeschichte. Allein die ersten beiden Studentengenerationen der Universität Paderborn werden mit weit mehr als 6000 Akten überliefert. Doch der Papierzerfall von alten Druckerzeugnissen bedroht den Erhalt dieser Dokumente.

Dr. Anikó Szabó und Kurt Eschebach vom Paderborner Universitätsarchiv haben weit mehr als 6000 Studierendenakten für den Transport nach Leipzig vorbereitet – dort werden sie gereinigt, entsäuert und verpackt. Foto: Jennifer Strube/Universität Paderborn

Ein Sonderprogramm der „Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts“ (KEK), finanziert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), organisiert und fördert die Entsäuerung sowie die fachgerechte Reinigung und Verpackung von schriftlichen Originalen in Bibliotheken und Archiven. Mit dem Zuwendungsbescheid vom Juli werden jetzt Erhaltungsmaßnahmen für die Akten aus dem Universitätsarchiv Paderborn finanziert.

„Seit Papier Mitte des 19. Jahrhunderts industriell hergestellt wird, ist es nicht mehr säurefrei und somit vom Zerfall bedroht“, erklärt Dr. Anikó Szabó vom Paderborner Universitätsarchiv. Die ältesten Akten sind aus dem Jahr 1968 und noch von den Vorgängereinrichtungen der 1972 gegründeten Gesamthochschule Paderborn angelegt worden. Sie enthalten Informationen über Studierende der Fächer Elektrotechnik, Maschinenbau, Lehramt und Wirtschaftswissenschaften und werden bis 1978 im Universitätsarchiv überliefert. Die Studenten der sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Physik und Chemie werden bis 1983 und damit über zwei Generationen archiviert. Die Akten zeichnen die Transformationsphase der Vorgängereinrichtungen hin zur universitären Bildungs- und Forschungseinrichtung anhand der Biographien nach und dokumentieren den Modernisierungsprozess des Hochschulwesens in den 1970er Jahren.

Das LWL-Archivamt Münster, das seit 2006 für das Land Nordrhein-Westfalen Bestandserhaltungsmaßnahmen mit der „Landesinitiative zum Substanzerhalt“ (LISE) organisiert, hat die zahlreichen Akten bereits aus Paderborn abgeholt. Die Bestandserhaltungsmaßnahmen fördert der Bund mit 50 Prozent der Projektkosten, die andere Hälfte bringen das Land (60 Prozent) und die Universität (40 Prozent) gemeinsam auf. Im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung (ZFB) werden die Unterlagen in den nächsten Monaten gereinigt, entsäuert und fachgerecht verpackt, um sie dauerhaft zu erhalten und der Forschung zugänglich zu machen.

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