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Hartmut Hüttemann von der FBI will Bürgermeister in Paderborn werden

„Alle aktuellen Projekte müssen auf den Prüfstand“

Paderborn (WB/itz). Neun Bewerber treten in Paderborn zur Wahl des Bürgermeisters an. Amtsinhaber Michael Dreier (CDU) wird herausgefordert von Dr. Klaus Schröder (Grüne), Martin Pantke (SPD), Alexander Senn (FDP) und Elke Süsselbeck (Die Linke) sowie von Stephan Hoppe (Für Paderborn), Hartmut Hüttemann (FBI), Verani Kartum (Volt) und Marvin Weber (AfD).

Hartmut Hüttemann. Foto:

Der älteste Kandidat ist Hartmut Hüttemann. Der pensionierte Lehrer ist 79 Jahre alt und verheiratet. Seine politische Laufbahn begann 1989 in der Wählergemeinschaft, Mitglied im Rat und Fraktionschef ist er seit 1994. Außerdem ist er Mitglied und Fraktionschef im Kreistag seit 1999.

Warum die Kandidatur?

Aufgrund meiner kommunalpolitischen Erfahrung sind mir die Probleme der Stadt Paderborn bestens vertraut. Ich befürworte als zukünftiger Bürgermeister einen ganzheitlichen Ansatz. Wichtigstes Wahlziel ist ein ausgeglichener Haushalt und eine Begrenzung der Verschuldung. Dies ist die Voraussetzung, um viele städtische Probleme schrittweise zu lösen. Ich strebe darüber hinaus parteiübergreifende Konsenslösungen an.

Statement zur Finanzpolitik

Die Verschuldung der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Gemäß letztem Finanzplan werden die Bankschulden im Jahr 2023 auf mehr als 300 Millionen Euro anwachsen. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation verschlechtert. Wie stark es die Stadt treffen wird, hängt auch davon ab, ob der Bund und das Land die steuerlichen Ausfälle vollständig übernehmen werden. Darüber hinaus ist die finanzielle Situation des Paderborner Flughafens nicht geklärt. Es ist zu erwarten, dass das Defizit der Flughafengesellschaft die Kreisumlage um mehrere Millionen Euro belasten wird. Nach der jetzigen Finanzlage müssen alle aktuellen Projekte auf den Prüfstand. Hier möchte ich als Beispiele hervorheben: das überdimensionierte Stadthaus und das überflüssige Veranstaltungsgelände bei Mönkeloh. Auch sehe ich die Neugestaltung der Pader im Rahmen des Europaprojekts als Luxus an, den man sich nur leistet, wenn man das nötige Kleingeld hat. Wichtig und richtig erscheint mir die neue Feuerwache. Sollte dies als gemeinsames Projekt mit dem Kreis und der Polizei gelingen, wäre es nochmals mehr zu begrüßen.

Statement zur Wirtschaft

Die direkten finanziellen Unterstützungen sind begrenzt. Hier muss man von Fall zu Fall entscheiden wie in Bedrängnis geratenen Unternehmen geholfen werden kann (z. B. Stundungen, Erlass von Gebühren). Wichtig ist, eine zweite Welle der Pandemie mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu vermeiden.

Statement Verkehrspolitik

Wir stehen zu dem Beschluss des Rates, bis 2035 klimaneutral zu sein. Die setzt voraus, dass der ÖPNV sowie Radverkehr und der Autoverkehr über verstärkten Einsatz von digitalen Mitteln in Einklang zu bringen sind. Die begonnene verstärkte Zusammenarbeit mit dem NPH ist auszubauen.

Statement zur Sicherheit

Zur Vermeidung von „sozialen Brennpunkten“ sind präventive Sicherheitsmaßnahmen durch Stärkung von Ordnungs- und Schutzorganen vor Ort zu fördern. In diesem Zusammenhang müssen auch Maßnahmen ergriffen werden, die die sozialen Probleme verschiedener Gruppen (Alkohol, Drogen usw.) aufnehmen.

Statement zur Bildung

Zur Bildungssicherung und Werteprägung müssen Kinder in den ersten Jahren besonders gefördert werden. Für unsere Kinder ist eine kostenfreie Bildung in Tagesstätten und Kindergärten schrittweise umzusetzen. Auch in Zeiten knapper Kassen haben Maßnahmen zur Förderung der kindlichen Bildung Vorrang. Das heißt mit anderen Worten Kindergärten vor Stadtverwaltung.

Zu einem Freien Thema

Die FBI hat den Flughafen Paderborn immer kritisch begleitet. Das heißt aber nicht, dass wir gegen den Flughafen sind. Wir fordern ein Sanierungskonzept, das nicht auf halbem Weg stehen bleibt und den Steuerzahler auf unbestimmte Zeit belastet. Es sollte das Ziel sein, den Flughafen mittelfristig verlustfrei zu gestalten. Hierzu bedarf es aber Persönlichkeiten in der Geschäftsführung, im Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung, die dieses Ziel fachlich umsetzen können.

alle Berichte über die Bürgermeisterkandidaten in der Stadt Paderborn im Überblick

- Michael Dreier (CDU)

- Martin Pantke (SPD)

- Klaus Schröder (Grüne)

- Alexander Senn (FDP)

- Elke Süsselbeck (parteilos/Die Linke)

- Stephan Hoppe (FÜR Paderborn)

- Hartmut Hüttemann (FBI)

- Verani Kartum (Volt Paderborn)

- Marvin Weber (AfD)

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