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Neben dem Impfzentrum wollen ab März auch die Hausärzte die Patienten im Kreis Paderborn versorgen

Ansturm auf Impftermine erwartet

Paderborn

Wenn vom 25. Januar an Impftermine für das Impfzentrum in der Sälzerhalle vereinbart werden können, erwarten Dr. Ulrich Polenz und Dr. Gregor Haunerland einen Ansturm auf die telefonische Hotline.

Ingo Schmitz

Dr. Gregor Haunerland, Leiter des Impfzentrums, zeigt eine der ersten Ampullen, mit der Heimbewohner im Kreis Paderborn geimpft worden sind. Foto: Jörn Hannemann

Die beiden Mediziner von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) weisen die Personen der Priorisierungsstufe 1 (älter als 80 Jahre) daher darauf hin, dass schon bald auch eine Impfung beim Hausarzt möglich ist.

Wie wird informiert?

Nach Angaben der KVWL gibt es rund 17.000 Senioren über 80 Jahren im Kreis Paderborn, die der Priorisierungsstufe 1 angehören. Diese erhalten nach Aussage der Kreisverwaltung Ende der nächsten Woche Post. In dem Brief werden sie über die Möglichkeiten der Terminvergabe sowie über die Abläufe im Impfzentrum informiert.„Die Betreffenden sollten die Post in Ruhe abwarten. Die Infos kommen direkt ins Haus“,erklärt der Krisenstabsleiter des Kreises, Michael Beninde.

Wie wird die Terminvergabe ablaufen?

Am einfachsten geht das über das Internet unter www.116117.de oder telefonisch unter 0800-116117-02. Dort muss lediglich das Alter der Person angegeben werden. Beim Impftermin an der Sälzerhalle werden die Angaben überprüft. Sollten sich allerdings Personen angemeldet haben, die nicht der Priorisierungsstufe 1 angehören, werden diese beim Check-in an der Sälzerhalle vom Sicherheitspersonal entsprechend abgewiesen, betont Dr. Haunerland.

Wie sehen die Vorbereitungen im Impfzentrum aus?

Nach Aussage von Dr. Haunerland hat es bereits einen Testlauf mit 23 Probanden gegeben. Der Ablauf sieht wie folgt aus: Beim Check-in wird ein Sicherheitsbeamter die Identität prüfen, die Temperatur messen und sich rückversichern, ob sich die zu impfende Person gesund fühlt. Jede Person erhält die notwendigen Unterlagen. Danach gibt es eine medizinische Aufklärung in kleinen Gruppen. Wer persönliche Fragen hat, kann diese in einem Einzelgespräch mit einem Mediziner klären. Dann erfolgt die Impfung sowie im Anschluss eine rund 20-minütige Beobachtungsphase. Jeder einzelne Schritt werde dokumentiert. Zudem gibt es eine Impfbescheinigung. Ein Impfpass ist nicht zwingend erforderlich.

Wie viele Personen werden anfangs geimpft?

Zum Start wird das Impfzentrum von 14 bis 20 Uhr an fünf Tagen in der Woche geöffnet haben. Es sollen pro Stunde 15 bis 20 Patienten geimpft werden. Unter Volllast sind nach Angaben von Dr. Haunerland bis zu 80 Patienten pro Stunde möglich. Sollte ausreichend Impfstoff geliefert werden, wird die Öffnungszeit von 8 bis 20 Uhr an sieben Tagen in der Woche ausgeweitet.

Im Impfzentrum hat es bereits einen Testlauf gegeben. Foto: Jörn Hannemann

Ab wann impfen die Hausärzte?

Nach Aussage von Dr. Polenz werden die Arztpraxen im Kreis Paderborn voraussichtlich schon ab März den Impfstoff (Astra Zeneca) erhalten und verimpfen. Personen der Prio-Stufen 1 und 2, die medizinische Einschränkungen hätten, könnten somit beruhigt auf einen Termin beim Hausarzt warten und müssten nicht zwingend ins Impfzentrum. Es werde rechtzeitig informiert, wann die Terminvergabe bei den Hausärzten beginne. Diese würden sich darauf einstellen, spezielle Impftage einzurichten – auch an den Wochenenden, sagte Dr. Polenz. Zudem seien Hausbesuche möglich. „Sollte von April/Mai an genügend Impfstoff zur Verfügung stehen, wären wir im Juni mit dem Impfen der Menschen im Kreis Paderborn fertig“, kündigte Dr. Polenz optimistisch mit Blick auf die Impf-Kapazitäten der niedergelassenen Ärzte an. Kinder seien übrigens nicht Teil der bisherigen Impfstrategie, was auch daran liege, dass die Impfstoffe erst ab 16 Jahren (Biontech/Pfizer) bzw. 14 Jahren (Astra Zeneca) getestet seien, sagten die Mediziner.

Nach welcher Priorität werden die Arztpraxen die Termine vergeben?

Die Terminvergabe erfolgt in diesem Fall in den jeweiligen Praxen. Zwischen der Prio-Stufe 1 (über 80 Jahre) und Prio-Stufe 2 (über 70) werde dabei nicht unterschieden, sagte Polenz. Der Stufe 2 gehörten nicht nur Menschen über 70 Jahren an, sondern auch Patienten mit vielfältigen Krankheiten sowie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und ärztliches Personal. „Dieser Personenkreis umfasst im Kreis Paderborn 75.000 Bürger“, erläuterte Polenz. Am Beispiel seiner Praxis in Wewer sagte er, dass die Impfung dort „nach Anmeldung“ erfolgen werde. Sollte der Impfstoff vorliegen, könnten allein in der Praxis in Wewer täglich bis zu 200 Personen geimpft werden, erklärte er.

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