1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Appell zu mehr Nachhaltigkeit

  8. >

Paderborner Aktionskünstler Arnd Drossel will mit fünf Meter hoher Stahlskulptur sensibilisieren

Appell zu mehr Nachhaltigkeit

Paderborn

Wer am Wochenende über den Paderborner Marktplatz geschlendert ist, konnte die rund fünf Meter hohe Stahlskulptur des Paderborner Aktionskünstler Arnd Drossel nicht übersehen. Dort hat der 52-Jährige für sein Umweltprojekt „My Promise Mother Earth“ und die Bereitschaft, ein Versprechen für mehr Nach­haltigkeit und Klimaschutz abzugeben, geworben.

Jan Haselhorst

Der Paderborner Aktionskünstler Arnd Drossel in seiner selbstgebauten Stahlkugel. Foto: Jan Haselhorst

„Das Projekt verfolgt das Ziel, mindestens eine Million Versprechen für ein besseres Morgen zu sammeln. Jedes Versprechen steht für einen Menschen, der im Rahmen seiner Möglichkeit seinen individuellen Beitrag zur Lösung der Klimakrise verspricht“, sagt Drossel. Häufig genannt worden seien bisher eine bessere Mülltrennung, der Verzicht auf Plastik oder der Wille, künftig noch mehr Fahrrad zu fahren.

Doch mit der Abgabe von Versprechen war es am Wochenende in Paderborn noch nicht getan. Wer wollte, der konnte eine Baumpatenschaft übernehmen und eine Buche, Eiche oder Esskastanie in den Schriftzug „My Promise Mother Earth“ einpflanzen. Mit weit mehr als 50 Bäumen wurden die insgesamt 20 Buchstaben begrünt – den Anfang machte Bürgermeister Michael Dreier (CDU), der die Paderborner zu mehr Umweltbewusstsein ermutigte. Etwa 100 Menschen nahmen an der Auftaktveranstaltung teil. Die Aktion sollte zudem an die Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens vor fünf Jahren in Paris erinnern.

Arnd Drossel hat mit sieben Mitstreitern den Verein „My Promise Mother Earth“ gegründet, um Menschen für das Thema Umwelt und für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. „Ich hoffe, dass Paderborn ein Vorbild für andere Städte wird“, sagt Drossel. Die Versprechen, die vor Ort oder auf der Internetseite www.mypromise.earth abgegeben werden, sollen am 1. November 2021 bei der nächsten Weltklimakonferenz in Glasgow von ihm an deren Teilnehmer übergeben werden. „Mein Ziel ist es, mit unserem Projekt viel Aufmerksamkeit zu generieren und auf die Missstände der Klimapolitik hinzuweisen“, sagt der Paderborner Künstler. Dazu schreckt Drossel auch nicht vor ungewöhnlichen Maßnahmen zurück: Silvester will er in einer mit bis zu 30 Zentimeter Eis bedeckten Kugel aus Stahldraht verbringen.

Vom 30. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021 will er, wie am Freitag berichtet, bei einer politischen Kundgebung auf dem Platz der Vereinten Nationen in Bonn für den Klimaschutz werben und dabei mit Prominenten aus Politik und Wirtschaft ins Gespräch kommen.

Vor rund acht Wochen ist Drossel auf die Idee für sein Projekt „My Promise Mother Earth“ gekommen. Anlass war die Rückkehr des Forschungsschiff „Polarstern“, das mit alarmierenden Nachrichten und Bildern aus der Arktis zurückkehrte. Seitdem habe er unzählige Stunden damit verbracht, den Schriftzug zu schweißen, die Internetseite vorzubereiten und Organisatorisches in die Wege zu leiten. Drossel: „Wir sind noch ganz am Anfang, und ich merke, wie das Projekt an Dynamik gewinnt.“

Bevor es für ihn nach Bonn geht, sollen die symbolisch in den Schriftzug eingepflanzten Bäume in den Haxtergrund gebracht werden, um dort Wurzeln zu schlagen. „Der Wald wurde durch den Borkenkäfer sehr in Mitleidenschaft gezogen. Wir wollen ihn mit widerstandsfähigen Bäumen wieder aufforsten.“

Startseite