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Runder Tisch möchte in Paderborn soziale Missstände bekämpfen

Auch hier gibt es Armut

Paderborn (WB). Jedes fünfte Kind in Paderborn soll in Armut leben. »Und das ist nur eine von vielen erschreckenden Zahlen im Kinder- und Jugendbericht 2018 der Stadt Paderborn, der sich dem Schwerpunkt Kinder- und Familienarmut widmet«, sagt Nicole Wiggers, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins Kim – Soziale Arbeit und eine der beiden Sprecherinnen des Runden ­Tisches Armut.

Die Vertreter des Runden Tisches Armut sind jederzeit offen und ansprechbar für Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung. Foto:

Mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit sind von Verarmung oder Armut betroffen. Mehr als eine Milliarde Menschen müssen täglich mit weniger als einem Euro auskommen. Auch in Paderborn leben Menschen unter der Armutsgrenze. Sie sind oft nicht zu sehen und haben keine Lobby.

Seit 2006 gibt es den Runden Tisch Armut in Paderborn. Unter gemeinsamer Flagge haben sich verschiedene Institutionen und wohltätige Einrichtungen vereint, um den Menschen in Paderborn, denen nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, eine Stimme zu geben. Die Initiative lebt vor allem von verschiedenen Ideen und Aktionen, die in der Paderborner Öffentlichkeit umgesetzt werden, immer unter dem Kontext, das Thema Armut sichtbar zu machen, politisch zu diskutieren und konkret zu bekämpfen.

Claudia Englisch-Grothe

»Viele Dinge, die in unserer Stadt gegen Armut wirken, haben wir bereits in die Wege geleitet wie zum Beispiel den kostenlosen Schwimmbad-Besuch in den Ferien, die Aktion Suspended Coffee oder das Fairticket. Trotzdem bleibt leider noch viel zu tun«, mahnt Nicole Wiggers.

Am Welttag zur Überwindung der Armut gilt der Aufruf an die Bevölkerung, gemeinsam Armut im nahen Umfeld zu sehen und zu bekämpfen. Jeder kann helfen, denn nichts ist schlimmer als die soziale Ausgrenzung. »Weltweit finden heute Aktionen statt, um im Verbund gemeinsam für das Recht auf Schutz vor Armut und das Recht auf eine Wohnung aufmerksam zu machen«, sagte am Donnerstag Claudia Englisch-Grothe, ebenfalls Sprecherin des Runden Tisches und Geschäftsführerin des SkF Paderborn. »Seit 1992 wird der Welttag jedes Jahr am 17. Oktober zum Anlass genommen, um den von Armut betroffenen Menschen Gehör zu verschaffen. Wir helfen den Ärmsten, sich dafür einzusetzen, dass Teilhabe irgendwann wirklich für alle möglich ist.«

Die Vertreter des Runden Tisches Armut sind jederzeit offen und ansprechbar für Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung. »Wenn Paderborner Menschen Missstände in ihrer Stadt sehen und erleben – unabhängig davon, ob sie selbst betroffen sind oder auch nicht – alle teilnehmenden Institutionen sind jederzeit ansprechbar und dankbar für Unterstützung. Nur gemeinsam und solidarisch können wir etwas verändern«, betont Englisch-Grothe.

Der Runde Tisch Armut wird von den örtlichen Wohlfahrtsverbänden AWO, Caritas, Diakonie, Der Paritätische und dem DRK sowie den Vereinen Ev. Perthes Werk, Kim – Soziale Arbeit, In Via Paderborn, Paderborner Arbeitslosenzentrum, Paderborner Tafel, SkF, SKM, dem Frauenhaus, der Paderborner Senioreninitiative und der Verbraucherzentrale sowie dem Dekanat Paderborn und dem evangelischen Kirchenkreis Paderborn getragen.

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