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Ausstellung „Entfaltung aus dem Verborgenen“ im Raum für Kunst

Auftritt der Paderborner Talente

Paderborn

Heimliche Talente sichtbar machen – das ist das Ziel der Ausstellung „Entfaltung aus dem Verborgenen“. Kuratorin Johanna Kvade hat dafür sechs heimische Frauen und einen zwölfjährigen Jungen ausgesucht.

Dietmar Kemper

Johanna Kvade (links) und Mona Schäfer zeigen Werke der Künstlerinnen Wertheim und Galliardt. Der Junge John Taylor Kooni ist mit seiner Darstellung der Alpenüberquerung von Hannibal in der Ausstellung vertreten. Foto: Dietmar Kemper

Im Raum für Kunst am Kötterhagen sind – wenn es Corona zulässt – bis zum 2. Mai Gemälde, Objekte und Installationen von Carmen-Diana Kersting, Annika Stoller, Christine Werth­mann, Svetlana Galliardt, Sabine Amediek, Johanna Kvade und John Taylor Kooni zu sehen.

Dass sie alle über kein Atelier verfügen, bilde eine Gemeinsamkeit, sagt Mona Schäfer, die professionelle Künstlerin, die zur Zeit in der Ausstellung „Künstlerinnen“ im Kunstmuseum im Marstall mit vertreten ist und den Raum für Kunst, auch in schweren Zeiten, mit Leben füllen möchte.

„Der Mut auszustellen ist der erste Schritt“, betont Mona Schäfer. Mit der Schau solle Menschen Mut gemacht werden, auch ohne Erfahrungen sich an eine Ausstellung heranzuwagen. Künstlerinnen und Künstler bräuchten Feedback – und das nicht nur zuhause vom Ehepartner. Nicht selten zerstören unbedachte Äußerungen Karrieren, ehe sie angefangen haben, weiß Mona Schäfer.

Das Urteil der Mutter „Das sieht aber komisch aus“ könne bei einem Fünfjährigen dafür sorgen, dass er künftig die Finger von Kunst lasse. Auch das wirtschaftliche Argument von der „brotlosen“ Kunst kann Kreativität im Keim ersticken. Christine Werth­mann habe Kunst studieren wollen, wurde aber von ihrer Mutter davon abgehalten, erzählt Johanna Kvade.

Während Werthmann sich in Bildern auch an ihrer Mutter abarbeitet, zeigt Kvade ihr Werk „Meeresspiegel“. In einer Badewanne ist sie umgeben von Plastik und spiegelt damit das gravierende Problem mit dem Müll im Meer und im Leben der Menschen wider.

Das Hygienekonzept für die Ausstellung steht, bis zu 16 Besucher würde man gerne gleichzeitig in den Raum für Kunst lassen. Aber wenn die Schau doch geschlossen werden muss, wird sie zumindest im Internet (www.raumfuerkunst.de) und auf Instagram und Facebook zu sehen sein. Ganz vergebens wäre das Ganze für die Künstlerinnen und John Taylor Kooni, der Hannibals Überquerung der Alpen gemalt hat, noch aus einem anderen Grund nicht: Alle Beteiligten haben zumindest schon mal eine Ausstellung aufgebaut.

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