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Thiel-Gruppe investiert in Paderborn insgesamt drei Millionen Euro

Autohändler unter Strom

Paderborn (WB). Die E-Mobilität zwingt die Autohändler zu Investitionen. Dazu gehört auch die Thiel-Gruppe, die in den nächsten Wochen auf ihrem Firmengelände eine Ladeinfrastruktur mit Trafo und vier Säulen für Kundenfahrzeuge schaffen wird. Nach einjähriger Planungszeit soll nun der Hauptsitz neu aufgestellt werden.

Ingo Schmitz

Dicht umlagert wurde der Porsche Taycan Turbo S bei seiner Premiere am Wochenende in Paderborn, die das Autohaus Thiel auf das Gelände von Westfalen Weser Netz verlagert hatte. 761 PS beschleunigen das Auto in 2,8 Sekunden auf Tempo 100. Foto: Ingo Schmitz

An den Zustand haben sich viele Autofahrer in Paderborn längst gewöhnt: Wenn beim Autohaus Thiel per Transporter Fahrzeuge angeliefert oder abgeholt werden, dann ist die rechte Fahrspur der Detmolder Straße zeitweise blockiert. Auch Anwohner im Umfeld des Autohauses werden durch den Betrieb belastet. Doch damit soll nun Schluss sein.

Schon im ersten Quartal 2020 soll es durch die Inbetriebnahme der Service-Factory an der Friedrich-List-Straße eine deutliche Entlastung für den Firmensitz an der Detmolder Straße geben. Die Neufahrzeuge werden nach Aussage von Geschäftsführer Ulrich Hofmann künftig per Lastwagen an der Service-Factory angeliefert und erhalten dort ihren Werkstatt-Check. Danach werden sie zum geplanten Termin auf der eigenen Achse zum Hauptstandort gebracht, wo die Übergabe an den Kunden erfolgt. „Die Strecke zwischen den Standorten beträgt knapp drei Kilometer – wir verbinden das zugleich mit der obligatorischen Probefahrt“, verriet Hofmann jetzt bei der Premiere des neuen Porsche Taycan.

Das Interesse ­an dem vollelek­trischen Serienfahrzeug aus Zuffenhausen war groß, wie auch Moderator Jan Kralitschka – Rechtsanwalt, Model und ehemaliger TV-Bachelor sowie bekennender Porsche-Fan – feststellte.

Ulrich Hofmann resümierte im Anschluss: „Wir haben ein hohes Maß an Interesse, aber auch ein vorsichtiges Herantasten festgestellt. Wesentliches Thema ist für viele Kunden die Ladeinfrastruktur und deren Verfügbarkeit.“

Von 0 auf 100 in 2,8 Sekunden

Auch das Erleben des neuen Porsche im Fahrbetrieb sei ein wesentliches Thema gewesen. Die Nachfrage nach Probefahrten sei entsprechend groß. Thomas Meyer, Geschäftsführer Porsche-Zentrum, sprach von einer „beeindruckende Performace“ und „Fahrwerte, die den Fahrer begeistern“. Eigentlich sei mit dem Wagen (761 PS) eine Beschleunigung von 1,9 Sekunden auf Tempo 100 technisch möglich. Der Hersteller habe diese aber aus Gründen der Sicherheit auf 2,8 Sekunden begrenzt.

Beim Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 sagte Geschäftsführer Hofmann: „Die Thiel-Gruppe erwartet ein stabiles Jahr mit vielen Herausforderungen. Die E-Mobilität wird insbesondere im Bereich von VW das Jahr prägen. Die Einführung des neuen ID3 (Golf-Klasse) ist für Mitte des Jahres angekündigt.“ Das Interesse sei groß, aber viele Kunden befänden sich in Wartestellung, weil derzeit unklar sei, wie sich die Politik in Sachen Förderung entscheiden werde. Avisiert seien 6000 statt bisher 4000 Euro.

180 Millionen Euro Umsatz

Die Thiel-Gruppe werde in diesem Jahr am Hauptsitz rund drei Millionen Euro in die E-Infrastruktur, die Service-Factory, in den Audi-Bereich und in das Nutzfahrzeug-Zentrum investieren.

In der Gruppe sind 370 Mitarbeiter an sechs Standorten beschäftigt: Die Standorte befinden sich an der Detmolder Straße (Hauptsitz), Frankfurter Weg (VW Service), Schloß Neuhaus (Skoda und Seat, Alfa Romeo und Jeep), Bad Driburg (VW und Skoda), Rheda-Wiedenbrück (VW und Seat) sowie Porsche (Detmolder Straße). Der Jahresumsatz der Thiel-Gruppe wird mit 180 Millionen Euro angegeben. Am Standort Paderborn werden 700 Neuwagen der Marke VW, 300 Nutzfahrzeuge, 600 Audi sowie 220 neue Porsche verkauft. Hinzu kommen 1600 Gebrauchtwagen sowie zusätzlich 270 gebrauchte Porsche.

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