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Mercedes-Händler Rosier stellt in Paderborn digitalen Showroom vor

Autokauf 4.0

Paderborn (WB). Das Geschäft brummt: Trotz Dieseldebatte hatte das Mercedes-Autohaus Rosier in Paderborn nach eigenen Angaben ein hervorragendes Jahr. Optisch kommt das nun auch zum Ausdruck: Nach vier Monaten Umbauzeit ist der neue Showroom im digitalen Zeitalter angekommen.

Ingo Schmitz

Prospekte gibt es nicht mehr: Produktexperte Alexander Kerger erläutert den Kunden die möglichen Extras und Sicherheitseinrichtungen, bevor dieser vom Verkäufer ein konkretes Angebot erhält. Am großen Bildschirm wird das Wunschauto gezeigt.            Foto: Besim Mazhiqi

»Die Verkaufszahlen und die Stimmung sind sehr gut«, berichtet Verkaufsleiter Ulrich Kemper. »Die Unsicherheit beim Diesel hat sich mit den zertifizierten Euro 6-Dieseln gelegt. Wir müssen allerdings Preiskorrekturen bei Euro 1- bis Euro 5-Fahrzeugen machen. Da gibt es einen enormen Preisverfall. Das drückt«, stellt er fest.

Die gute Konjunktur im Handwerk komme auch beim Fahrzeug-Handel an. Die Nachfrage nach Transportern sei »toll«. Und im Lastwagen-Bereich sei 2018 das beste Jahr für Rosier in Paderborn gewesen. »Viele Kunden wollen mit der Umstellung auf Euro 6-Fahrzeuge bei der Maut sparen«, erläutert der Chef für die Häuser in Paderborn, Bad Driburg und Delbrück.

Als eines der ersten in ganz Deutschland präsentiert sich das Paderborner Autohaus nach dem Umbau mit Komplett-Entkernung im neuen Marken-Design von Mercedes-Benz, berichtet Ulrich Kemper. Vor einem Jahr sind die ersten Showrooms mit dem neuen Konzept vorgestellt worden: in Flensburg, Böblingen und Hong Kong. Jetzt ist Paderborn fertig – das erste von insgesamt 16 Rosier-Standorten deutschlandweit.

Auffällig sind die edlen dunklen Flächen, die riesigen Monitor-Wände und ein Bodenbelag, der optisch einer Straße ähnelt und trotzdem angenehm zu begehen ist. Das Mobiliar ist deutlich zurück genommen, Regale für Prospekte sind verschwunden und die Zahl der ausgestellten Fahrzeuge ist geschrumpft. Aufgrund der Vielzahl an Baureihen und Varianten könne nicht mehr jedes Modell live gezeigt werden. Prospekte gebe es auch nicht mehr, sagt Kemper. Die Lücke wird nun mit digitaler Technik geschlossen.

Ganz neu ist daher auch die Her­angehensweise an den Kunden, berichtet Verkaufsberater Dirk Rüther: Ein so genannter Produktexperte nimmt die potenziellen Autokäufer in Empfang und klärt den Bedarf des Kunden. An 70-Zoll-Bildschirmen werden Ausstattungsvarianten, Farbgebungen, Felgen und Sicherheitsfeatures im Detail erläutert. Das Ganze geschieht mit technischer Unterstützung von Tablets, deren Monitore auf die Bildschirme gespiegelt werden. Zum Schluss wird das fertig konfigurierte Auto dem Kunden gezeigt – mit einer Tag und einer Nachtansicht. Danach wird dann der Verkäufer vermittelt, der dem Kunden das passende Angebot unterbreitet. Natürlich werde es auch weiterhin möglich sein, im Wunschauto Platz zu nehmen, anzufassen, zu riechen, heißt es.

Im Showroom wird es zudem eine Fläche geben, auf der Elektromobilität erlebbar gemacht wird. Vier Ladesäulen werden in Kürze aufgestellt – pünktlich zur Markteinführung des elektrischen Smarts und des Mercedes EQC (elektrischer GLC).

Über die Umbaukosten schweigt sich Verkaufsleiter Kemper aus. Nur so viel: Allein die digitalen Monitor-Wände schlagen mit 300.000 Euro zu Buche. Einen Großteil der Aufträge hätten Betriebe in der Region ausgeführt.

Zahlen und Fakten zum Autohaus Rosier

Seit dem 1. April 2006 wird das Paderborner Mercedes Autohaus von Heinrich Rosier geführt. Der bislang größte Umbau ist in den vergangenen vier Monaten erfolgt. Hier am Standort werden nach Angaben von Verkaufsleiter Ulrich Kemper in der Summe 1200 Gebrauchtwagen verkauft. Hinzu kommen 400 neue Kleintransporter sowie 700 neue Pkw. Weitere 100 Fahrzeuge werden von der Marke Smart verkauft.

Am Standort Paderborn, zu dem auch die deutlich kleineren Häuser in Bad Driburg und Delbrück gehören, sind insgesamt 128 Mitarbeiter beschäftigt. Davon arbeiten allein 100 im technischen Service. Bis zum Umbau, der im Herbst gestartet ist, wurden im Showroom 45 Autos gezeigt. Diese Zahl ist nun halbiert. Kompensiert wird dies durch digitale Technik.

Nach Angaben von Ulrich Kemper hat die Marke Mercedes einen enormen Zuwachs an Modellreihen erfahren. Vor 20 Jahren seien es noch sechs gewesen, heute könne der Kunde zwischen 34 Modellreihen entscheiden. Die Eröffnung des Showrooms fand am vergangenen Wochenende zusammen mit der Premiere der neuen B-Klasse statt.

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