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Für die Ausstellung in der Kaiserpfalz wurden 4,7 Millionen Teile verbaut

Berühmte Kirchen aus Lego-Steinen in Paderborn

Paderborn

Große Kirchen sind auch in einem kleineren Maßstab faszinierend. Das beweist die Ausstellung „Stein auf Stein“ im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn. Vom 2. Juli bis 25. September präsentieren neun Modellbauteams aus Deutschland elf berühmte Kirchen, die sie aus 4,7 Millionen Legosteinen zusammengesetzt haben.

Von Dietmar Kemper

Stephan Schumann, Markus Seidel und Burkhard Siemoneit (von links) haben das Kloster Wiblingen nachgebaut. Museumsleiter Martin Kroker (rechts) bewundert auch die originalgetreuen Modelle des Paderborner Domes (rechts oben) und der Kathedrale Notre Dame in Paris. Foto: Oliver Schwabe

Darunter sind Notre Dame in Paris, das Ulmer Münster, die Dresdner Frauenkirche, Santa Maria della Salute in Venedig, aber auch heimische Sakralbauten wie der Dom in Münster und der in Paderborn.

Der Paderborner Dom aus 28.500 Steinen und im Maßstab 1:100 war vom Studententeam Hundbrax für die Gotik-Ausstellung in Paderborn und aus Anlass des 950-jährigen Weihejubiläums 2018 nachgebildet worden. Das beeindruckende Ergebnis brachte Dompropst Joachim Göbel und den Leiter des Museums in der Kaiserpfalz, Martin Kroker, auf die Idee, eine ganze Ausstellung zu organisieren, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

Die Modelle entsprächen zu 90 Prozent den Originalen, schwärmte Kroker von der Liebe zum Detail. Die größten Probleme hätten die Farben der Kirchenfenster und die spektakuläre Kuppel der Frauenkirche bereitet. Gelegentlich übertreffe die Nachbildung sogar den Ursprung: „Die Türme des Klosters von Wiblingen beispielsweise wurden nie fertiggestellt, ganz anders im Lego-Modell von Burkhard Siemoneit und Stephan Schumann. Und auch die Kathedrale von Notre Dame de Paris zeigt sich bei uns vor dem Brand.“

Das Kloster Wiblingen bei Ulm nimmt mit 3,50 Meter Länge, 2,60 Meter Breite und 1,50 Meter Höhe den größten Raum in der Ausstellung ein. Für die Nachbildung im Maßstab 1:42 aus 1,2 Millionen Steinen brauchten die Modellbauer zwei Jahre. Vorab besorgten sie sich eigens beim Vermessungsamt die Baupläne. Sie und die anderen Tüftler versuchten, die Statik des Originals eins zu eins zu übernehmen, so dass zum Beispiel der 300 Kilo schwere Kölner Dom sich selbst trägt und ein Innenausbau möglich wurde.

Der Chefarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Michael Rind, betonte die Bedeutung sakraler Bauten: „Kirchenbau war eine der wichtigsten und größten Aufgaben der mittelalterlichen Architektur. Die Bauvorhaben zogen sich über Jahrhunderte hin – alles zu Ehren Gottes und mit dem Wunsch, etwas Bleibendes zu schaffen.“

Bisweilen blieben Kirchen unvollendet. Symbolisch dafür steht in der Ausstellung ein unfertiges Modell der Marienkirche Kaiserslautern. An ihr werden Modellbauer im Rahmen des Begleitprogramms erläutern, wie maßstabsgetreue Nachbildungen entstehen. Aktionstage wird es am 9. und 10. Juli geben.

„Es ist verpönt, die Steine zu kleben, und man baut auch nicht nur schön, es muss auch stabil sein“, berichtete Tim Olszewski aus dem Alltag. Mit sechs weiteren Studenten bildet er die Gruppe Hundbrax, die auf Youtube zeigt, wie ihre Modelle, darunter auch das Paderborner Rathaus, Gestalt annehmen. Die Filme werden millionenfach angeklickt, und das nicht nur von Kindern und Jugendlichen. „Das Durchschnittsalter ist 40“, berichtete Olszewski.

Das Museum in der Kaiserpfalz (Am Ikenberg 2 in Paderborn) ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 und an jedem ersten Mittwoch im Monat von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 4,50 Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kommen gratis rein.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.lwl-kaiserpfalz-paderborn.de.

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