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Physiker Prof. Dr. Klaus Jöns erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten ERC Grant

Besondere Auszeichnung für Wissenschaftler der Universität Paderborn

Paderborn

Prof. Dr. Klaus Jöns, Physiker an der Universität Paderborn, ist mit einer der höchsten europäischen Auszeichnungen im Bereich der Wissenschaft geehrt worden: Er erhält ein „ERC Starting Grant“ vom European Research Council, dem Europäischen Forschungsrat.

Prof. Dr. Klaus Jöns von der Universität Paderborn. Foto: themoongr.com

Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Quantenphysik erhält der Wissenschaftler laut Angaben der Universität Paderborn in den nächsten fünf Jahren rund 2,5 Millionen Euro. Der ERC ist eine Einrichtung der Europäischen Kommission zur Finanzierung der internationalen Spitzenforschung. Als Teil von „Horizon Europe", dem Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union, besteht die Absicht der Grants darin, die Pionierforschung in Europa zu fördern und sie auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz zu unterstützen. Mit dem hochdotierten „Starting Grant“ werden besonders vielversprechende Wissenschaftler gefördert, die am Anfang einer unabhängigen Forschungskarriere stehen.

Jöns hat mit seinem Projekt „LiNQs“ (Lithium Niobate Quantum systems) überzeugt. Bei dem Vorhaben geht es darum, integrierte quantenphotonische Schaltkreise zu entwickeln, in denen Photonen – kleine Lichtteilchen – zur Verarbeitung von Quanteninformationen auf einem Chip verwendet werden. Bislang werden dafür verschiedene Integrationsplattformen mit einer begrenzten Auswahl an Bauelementen genutzt. „Keine davon besitzt allerdings eine umfassende Toolbox, die alle Funktionalitäten auf einem einzigen Chip vereint“, erläutert Jöns.

Ziel von LiNQs ist es deshalb, alle Quantenphotonik-Bauelemente auf einer einzigen Plattform zu verbinden und damit vollständig integrierte quantenphotonische Schaltkreise zu demonstrieren. Dafür entwickelt der Wissenschaftler Bauelemente für die Erzeugung, Manipulation und Analyse von photonischen Qubits, den elementaren Einheiten eines Quantencomputers. Durch die Entwicklung aller erforderlichen Bauteile und deren Verknüpfung zu skalierbaren Systemen wird der Forschung die erste vollständige Integrationsplattform für Anwendungen der Quantenphotonik zur Verfügung gestellt. „LiNQs wird damit den Grundstein dafür legen, dass Europa weiterhin eine Spitzenposition in einer zukünftigen photonikgesteuerten Quantentechnologie-Industrie einnehmen kann“, so Jöns.

An der Universität Paderborn leitet Jöns die Arbeitsgruppe „Hybrid Quantum Photonic Devices“, die sich mit der Entwicklung von neuartigen Bauteilen für photonische Quantentechnologien beschäftigt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Quantenkommunikations- und Quantencomputing-Anwendungen.

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