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Afghanistanhilfe ermöglicht Bau einer Grundschule für 900 Kinder

Bildung bedeutet Zukunft

Paderborn (WB). Als Same Asad 1984 mit den Teamkollegen der afghanischen Fußballnationalmannschaft beschloss, in Paderborn zu bleiben, fanden die jungen Männer viel Unterstützung in der Paderstadt. Nach 30 Jahren ist Paderborn Asads neue Heimat geworden. Seine alte hat er jedoch nie vergessen.

Marion Neesen

Same Asad, Eva Kremliczek, Thomas von Zagorski und Wolfgang Specht (von links) vor einem Bild des Neubaus. Es ist die dritte Schule, die der Verein mitfinanziert. Der Vereinsvorstand ist überzeugt, dass Bildung dem Land eine Zukunft sichert. Foto: Jörn Hannemann

Auch heute noch ist der inzwischen 54-Jährige in der damals gegründeten Afghanistanhilfe Paderborn aktiv. Gestern stellten er sowie der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Specht, Schatzmeister Thomas von Zagorski und Schriftführerin Eva Kremliczek ihr jüngstes Werk vor: den Neubau einer Grundschule in der Provinz Takhar.

Während einer seiner Besuche in Afghanistan wurde Same Asad um Hilfe gebeten. Die Schule acht Kilometer westlich von Talequan bestand aus zeltähnlichen Unterständen auf einem Hügel. Die Schüler saßen bei Temperaturen um die 40 Grad einfach auf der Erde. Jetzt können 900 Kinder der umliegenden Dörfer in einem massiven Steinbau mit Dach und Fenstern unterrichtet werden. Auch Toiletten gibt es. Etwa 220 000 Euro hat der Bau gekostet, der Paderborner Verein hat sich mit 30 000 Euro beteiligt. Es ist inzwischen die dritte Schule, die unter Federführung der Afghanistanhilfe Paderborn gebaut werden konnte.

Spendenbereitschaft ist nicht sehr groß

»Wir, als kleiner Verein mit 15 Mitgliedern, sind stolz, diese neue Schule verwirklicht zu haben«, sagt Wolfgang Specht. Die Afghanistanhilfe sei ein wenig in Vergessenheit geraten, weiß Eva Kremliczek, doch sie räumt gerade der Bildung in diesem Land einen hohen Stellenwert ein. »Bildung ist die Grundlage schlechthin, sonst hat das Land keine Zukunft«, sagt Kremliczek. »Wir stehen in Deutschland gerade vor einem großen Flüchtlingsproblem. Es wäre schön, wenn dieses Thema auch in unseren Schulen aufgegriffen würde«, so die Pädagogin weiter. Denn nur so könne man die Situation der neuen Mitbürger auch verstehen.

Da viele Menschen nur negative Nachrichten aus dem terrorisierten Land hörten, sei die Spendenbereitschaft für Afghanistan nicht groß. »Auch ich war anfangs sehr skeptisch«, sagt Schatzmeister Thomas von Zagorski, »doch jetzt bin ich überzeugt, dass die Schulen in den Provinzen ein Selbstläufer sind und auch in zehn, 20 Jahren noch bestehen werden.« Wolfgang Specht bestätigt das: »Die Eltern wollen unbedingt Bildung für ihre Kinder.« Manche Kinder nehmen einen Fußmarsch von zehn Kilometern auf sich. »Und sie tun es gern, weil sie stolz sind, zur Schule zu gehen«, versichert Same Asad, dass die Investition mehr als richtig war.

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