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Das Fundament aus acht tonnenschweren Betonteilen ist gelegt

Brückenschlag über die Pader

Paderborn (WB). Aus acht 30 bis 42 Tonnen schweren Betonbauteilen wird die neue Paderbrücke am Fürstenweg gebaut. Das erste von ihnen schwebte am Dienstagmorgen am Haken eines 500 Tonnen-Krans langsam an seinen Bestimmungsort. Bis 14 Uhr waren alle acht Elemente verankert. „Am längsten dauert es, das erste Element präzise auszurichten“, erläuterte Bauleiter André Rehse vom Herforder Unternehmen Scheidt, das auf Brückenbau spezialisiert ist. „Die anderen fügen sich dann entsprechend an.“

Maike Stahl

Acht Betonfertigteile bilden das Fundament der neuen Paderbrücke am Fürstenweg. Mit einem 500 Tonnen-Kran wurden die bis zu 42 Tonnen schweren Elemente zentimetergenau platziert. Die Holzbrücke wird abgerissen, wenn die neue fertig ist. Foto: Oliver Schwabe

In den vergangenen Wochen war zunächst die alte Brücke aus dem Jahr 1954 abgerissen worden. Lediglich eine der 1986 angebauten hölzernen Fußgängerbrücken ist noch erhalten geblieben, damit Fußgänger an dieser Stelle die Pader auch weiterhin überqueren können. „Wenn die neue Brücke in Betrieb genommen werden kann, wird auch die letzte Holzbrücke entfernt“, kündigt Franz-Josef Krolpfeiffer an, der im Straßen- und Brückenamt für die Bauausführung verantwortlich zeichnet.

Die Teile für den Unterbau der Brücke werden verschweißt und mit einer Betonschicht versehen, auf die später der Asphalt kommt. Foto: Oliver Schwabe

Das neue Bauwerk wird 15 Meter breit, 16 Meter lang und bietet Platz für je zwei 3,50 Meter breite Fußwege sowie eine acht Meter breite Fahrbahn, die Radfahrstreifen erhalten wird. Die Betonteile, die im hessischen Eichenzell vorgefertigt und per Schwertransport in der Nacht zu Dienstag nach Paderborn gebracht wurden, werden auf den bereits gebauten Widerlagern verankert und noch mit einer Betondecke überzogen, bevor sie asphaltiert werden können. Leerrohre für Versorgungsleitungen verlaufen in den breiteren Bürgersteigteilen, die jeweils gut 40 Tonnen wiegen und am Montag zuletzt montiert worden sind.

220 Brücken im Stadtgebiet

Franz-Josef Krolpfeiffer geht davon aus, dass die Arbeiten an der Brücke und den Abwasserleitungen im Fürstenweg bis Ende des Jahres abgeschlossen sind. Eine weitere neue, etwas kürzere Brücke werde zudem noch über dem Rothebach errichtet. Die Vollsperrung könne danach aufgehoben werden. „Danach bringen wir noch eine neue Asphaltdecke von der Neuhäuser Straße bis zum Löffelmannweg auf, was je nach Witterungsbedingungen noch einmal zehn bis zwölf Wochen mit halbseitiger Sperrung im neuen Jahr in Anspruch nimmt“, erläuterte Krolpfeiffer. Für diese, mit 200.000 Euro veranschlagte Baumaßnahme, komme die jüngste coronabedingte Fördermaßnahme des Landes für neue Asphaltdecken gerade richtig. „Darüber erhalten wir eine 85-prozentige Förderung“, freut sich der Fachmann. Insgesamt wolle die Stadt für ein Bauvolumen von 400.000 Euro Fördermittel beantragen.

„Schließlich gibt es immer etwas zu tun“, weiß Krolpfeiffer. Das Straßen- und Brückenbauamt unterhalte 6,5 Millionen Quadratmeter Verkehrsfläche. Darunter fielen allein 500 Straßenkilometer sowie weitere 300 Kilometer Wirtschaftswege, 220 Brücken und 240 weitere Bauwerke wie Lärmschutz- und Stützwände. „Wir haben in Paderborn eine gute Struktur, müssen aber dranbleiben“, sagt er. Derzeit werde auf Hochtouren daran gearbeitet, die weiteren Förderanträge auf den Weg zu bringen.

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