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Die Stadt Paderborn stellt die neue Windkraftplanung digital vor

Bürgerinitiative Dahl ist unzufrieden

Paderborn

Der neue Entwurf für die Windkraftplanung in Paderborn kommt vor allem in Dahl nicht gut an. Versuchte die Stadt mit der 125. Änderung des Flächennutzungsplanes „Konzentrationszonen für die Windenergie“ noch zu verhindern, dass der Stadtteil von Windkraftanlagen umzingelt wird, sieht die 146. Änderung weitere Vorrangzonen im Westen von Dahl vor.

Maike Stahl

Die Paderborner Hochfläche ist als windhöffige Gegend begehrter Standort von Windkraftanlagen. Auf dem Gebiet der Stadt betrifft das vor allem Dahl (Foto), Benhausen und Neuenbeken. Im neuen Planentwurf sind noch mehr Vorranggebiete vorgesehen. Foto: Jörn Hannemann

„Wir haben das Thema Umfassungswirkung von Dahl in der 146. Änderung nicht als Tabukriterium aufgenommen, weil das nicht definiert und damit rechtssicher kaum umsetzbar ist“, sagt Thomas Jürgenschellert, Leiter des Stadtplanungsamtes. Die 125. Änderung war vom Oberverwaltungsgericht Münster gekippt worden.

„Wir fühlen uns allein gelassen“, sagt Diplom-Ingenieur Udo Mügge, zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Baur Vorsitzender der 250 Mitglieder starken Dahler Windinitiative Dawi. Beide bemängeln, dass nun Rechtssicherheit dadurch hergestellt werden solle, dass zusätzliche Vorrangzonen ausgewiesen werden. „Vermutlich wird Dahl künftig von Windkraftanlagen vollends zugestellt und zum Windindustriegebiet umgebaut. Abermals zu Lasten der schutzlosen Anwohner“, beklagen Mügge und Baur. Sie hätten sich zudem gewünscht, dass die Stadt mit anderen Planern und Juristen zusammenarbeitet.

Denn bei der 125. Änderung hätten Dahler Bürger auf Planungsfehler hinweisen müssen, die dann doch nicht korrigiert worden seien. Auch aus diesem Grund sei die Planung gerichtlich gekippt worden. Baur und Mügge erinnern: „Nördlich von Dahl haben sich alle Planer und Berater bei der Einhaltung des 1000 Meter-Abstandes vermessen: Die Pläne wiesen einen zu geringen Abstand aus. Es war die Dawi, welche die Planunterlagen bemängelte. Die Konsequenz: Die gesamte Offenlegung des 125. FNP musste wiederholt werden.“ Zudem sei mit unterschiedlichen Abständen gearbeitet worden. Nordöstlich von Dahl sei der 750 Meter-Abstand zur Wohnbebauung aus einem älteren Plan übernommen worden. Im Entwurf der 146. Änderung sind rund um Dahl die Abstände auf 1000 Meter festgesetzt. Vier bestehende Anlagen, die dichter stehen, genießen Bestandsschutz.

Am Donnerstag, 14. Januar, um 18 Uhr, informiert die Stadt über die 146. FNP-Änderung. „Das ist der erste Aufschlag. Nicht alle im Entwurf vorgesehen Flächen werden zwangsläufig so umgesetzt“, betont Jürgenschellert. Die Veranstaltung wird digital unter www.paderborn.de/buergerinformation-windenergie durchgeführt und ist öffentlich.

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