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Aus 350.000 sind vier Millionen Euro geworden

Caritas-Stiftung legt Geld in zehn Paketen an

Paderborn (WV). Manche Menschen möchten in und um Paderborn mit ihrem Geld auch über den Tod hinaus Gutes tun. So landen Millionengelder bei der Paderborner Caritas-Stiftung. Sie hat zum zehnten Geburtstag ihr Startkapital vom Nikolaustag 2004 in Höhe von 350 000 Euro auf jetzt mehr als vier Millionen Euro aufgestockt.

Karl Pickhardt

Die Caritas-Stiftung hat in zehn Jahren vier Millionen Euro Kapital angehäuft. Aber Niedrigzinsen machen auch dieser Stiftung zu schaffen Von links: Geschäftsführer Dr. Dirk Lenschen, Caritas-Vorsitzender Domkapitular Dr. Thomas Witt und Stiftungsvorstand Karl Jürgen Auffenberg. Foto: Karl Pickhardt

Damit verfügt die Caritas im Erzbistum über eine der größten Stiftungen im Paderborner Land. Aus ihren Erlösen hat die Stiftung im vergangenen Jahrzehnt mehr als 450.000 Euro für rund 100 soziale und caritative Zwecke ausgeschüttet, berichtete Domkapitular Dr. Thomas Witt als Vorsitzender des Kuratoriums. So werden Küchen in einem Jugendzentrum oder im Lioba-Zentrum für minderjährige Mütter finanziert. Zehn 17 bis 19 Jahre alte Mädchen »aus schwierigen Verhältnissen« haben sich auf eine Fußwallfahrt nach Santiago de Compostela gemacht. Im Kreishaus wurde eine Ausstellung zum Thema »Häusliche Gewalt gezeigt. Drogengefährdete Spätaussiedler erfahren Hilfe. Kindern, Jugendlichen und Familien wird ebenso wie alten, kranken und behinderten Menschen unter die Arme gegriffen. Seit 2007 wird in Paderborn jedes Jahr der mit 5000 Euro dotierte Pauline-von-Mallinckrodt-Preis an Menschen verliehen, die sich besonders im ehrenamtlichen caritativen Dienst ausgezeichnet haben. Die Stiftung beteilige sich auch ganz im Sinne von Papst Franziskus am Auftrag der Kirche, soziale Gerechtigkeit zu fördern, sagt Domkapitular Thomas Witt.

Finanzierung aus Erlösen und Zinsen

Das Startkapital von 350.000 Euro haben Erzbistum sowie die Bank für Kirche und Caritas zügig auf gut zwei Millionen Euro aufgestockt. Die übrigen zwei Millionen Euro bringen Stifter mit Beträgen zwischen 10.000 und 150.000 Euro auf, staunt Geschäftsführer Dr. Dirk Lenschen. Zehn Zustifter aus dem Erzbistum Paderborn vertrauen ihre Gelder der Caritas-Stiftung auch treuhänderisch an, um damit gezielt Projekte ihrer Wahl zu fördern.

Projekte werden ausschließlich aus Erlösen und Zinsen des Stiftungskapitals gefördert. Und das ist in Niedrigzinszeiten schwer genug, weiß Sitftungsvorstandssprecher Rechtsanwalt Karl Jürgen Auffenberg. In der Gründungsphase waren fünfprozentige Verzinsungen keine Seltenheit. Zusammen mit der Kirchenbank hat der Stiftungsvorstand jedoch eine Strategie »ausgeheckt« (Auffenberg), wie doch noch eine Verzinsung mit einer eins vor dem Komma zu erreichen sei.

»Wir sind keine Zocker«

Die Caritas-Stiftung habe Geld in zehn Pakete eingeteilt: Das erste Paket wird für ein Jahr, das zweite für zwei, das dritte für drei und so weiter angelegt. Das letzte Paket hat einen Anlagehorizont von zehn Jahren. Damit wird jedes Jahr eine Summe fällig, die für weitere zehn Jahre festgelegt werde. So seien doch noch – wenn auch bescheidene – Renditen zu erzielen. Und mit der Zehnt-Teilung und dem revolvierenden System mindere die Stiftung auch das Risiko, Zinssteigerungen zu verschlafen.

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