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Nachfolger an der Spitze des nph steht noch nicht fest

Conradi verlässt Kommandobrücke des Nahverkehrsverbundes Paderborn-Höxter

Höxter/Paderborn

Personelle Veränderungen an der Spitze des Nahverkehrsverbundes Paderborn-Höxter (nph): Der langjährige Verbandsvorsteher Dr. Ulrich Conradi hat aus persönlichen Gründen um seine Abberufung gebeten.

Dr. Ulrich Conradi (rechts) ist als Verbandsvorsteher des nph abgetreten – hier mit seinem Stellvertreter Heiko Hansmann Foto: nph

Die nph-Verbandsversammlung stimmte in dieser Woche zu.  Conradi übt diese Funktion noch bis zum 31. Juli 2022 aus. „Ich bin dankbar, dass ich mich die letzten Jahre für die Verkehrswende in meiner Heimat engagieren durfte“, blickt Conradi positiv zurück. Seit 2013 hatte ihn die nph-Verbandsversammlung dreimal einstimmig zum Verbandsvorsteher des Aufgabenträgers für dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Hochstift Paderborn gewählt, zuletzt im Februar 2021.

Mit diesem Amt ist zusätzlich die Funktion des stellvertretenden NWL-Verbandvorstehers verbunden, die nunmehr ebenfalls endet. Von Oktober 2015 bis Oktober 2018 hatte Conradi darüber hinaus die Funktion des Verbandsvorstehers des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und somit des flächenmäßig größten Aufgabenträgers für den Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen inne. Diese Ämter nahm Conradi im Nebenamt zusätzlich zu seiner hauptamtlichen Funktion als Kreisdirektor und somit als stellvertretender Behördenleiter der Kreisverwaltung und der Kreispolizeibehörde Paderborn wahr.

Von der Bedeutung des ÖPNV auch im Hochstift Paderborn ist der Paderborner Kreisdirektor nicht nur von Amts wegen überzeugt: „Ich selbst nutze den ÖPNV täglich und weiß dessen Vorteile zu schätzen. Gerade für Berufstätige sind Busse und Bahnen auch im ländlichen Raum schon heute eine wichtige und klimafreundliche Alternative zur Fahrt mit dem eigenen Auto!“

In den vergangenen Jahren hat der nph den Regionalbusverkehr in den Kreisen Paderborn und Höxter kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Zahlreiche neue Verbindungen wurden ebenso etabliert wie der Stundentakt als regelmäßiges Mindestangebot, welches zum Teil sogar bis hin zum 15-min-Takt verdichtet werden konnte. Doch auch andere Themen spielten eine große Rolle, wie etwa die Herstellung der Barrierefreiheit des ÖPNV oder das Angebot von kostenfreiem WLAN in den Bussen.

Mit dem „Westfalen-Tarif“, einem neuen attraktiven „Jobticket“ oder dem erstmaligen Angebot eines „Sozialtickets“ war Dr. Conradi an der Einführung wichtiger Tarifangebote beteiligt. „Die Verkehrswende wird nur gelingen, wenn wir den Kunden ein attraktives Gesamtangebot machen können“, betont der scheidende Verbandsvorsteher. „Hierbei wird die Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen.“ Neben der „fahr mit“-App und dem künftigen digitalen Ticket erweise sich der „Holibri“, also das „OnDemand-Angebot“ des nph in der Stadt Höxter, bereits jetzt als voller Erfolg.

Die Bürger können dort einen der vollelektrischen Kleinbusse individuell anfordern und sind nicht mehr auf einen festen Fahrplan angewiesen. „Mir war dieses Pilotprojekt eine Herzensangelegenheit und ich bin froh, dass wir das realisieren konnten. Der Erfolg gibt uns recht!“

Heiko Hansmann, Vorsitzender der Verbandsversammlung: „Mit Dr. Conradi verlieren wir einen kenntnisreichen ÖPNV-Spezialisten, der zudem auf ein großes Netzwerk blicken kann. Wir wissen seine Expertise zu schätzen und sind äußerst dankbar für sein langjähriges Engagement.“ Über die Nachfolge von Dr. Ulrich Conradi werde laut nph in Kürze entschieden.

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