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Neue Leiterin am Arbeitsgericht kommt aus Paderborn – Holger Kuhlmey verabschiedet

Corinna Bösing übernimmt

Paderborn (WB). Das Arbeitsgericht Paderborn hat eine neue Leiterin: Corinna Bösing (48) hat am Montag offiziell die Amtsgeschäfte übernommen. Sie löst Holger Kuhlmey ab, der hier 17 Jahre als Direktor gewirkt hat.

Ingo Schmitz

Holger Kuhlmey hat mit Corinna Bösing eine Nachfolgerin als Leiterin des Arbeitsgerichts gefunden. Die Amtseinführung übernahm am Montag Präsident Dr. Holger Schrade. Foto: Oliver Schwabe

Corinna Bösing ist zwar gebürtige Bochumerin, aber längst in Paderborn angekommen, da sich hier ihre Wahlheimat befindet. Zunächst war sie als Rechtsanwältin tätig, bevor sie 2002 in den Dienst der hessischen Arbeitsgerichtsbarkeit eintrat. Von 2007 an leitete sie das Arbeitsgericht in Detmold. Nun ist der Wechsel an ihren Wunschstandort vollzogen.

Ruhestand um zwei Jahre verschoben

In Detmold wird am kommenden Montag ihr Nachfolger in sein Amt eingeführt, wie der Präsident des Arbeitsgerichts Hamm, Dr. Holger Schrade, am Montag betonte. In dem Festakt vor 75 geladenen Gästen aus Justiz, Wirtschaft, Politik und Kirche würdigte Schrade die herausragende Leistung von Holger Kuhlmey. „In all den Jahren lief die Arbeit am Arbeitsgericht Paderborn reibungslos, effektiv und einwandfrei – so, wie man sich das als Gerichtspräsident wünscht“, stellte Dr. Holger Schrade fest. Kuhlmey hatte seine Amtszeit um zwei Jahre verlängern lassen und war im Oktober 2019 mit dem Erreichen der Altersgrenze von 67 Jahren in den Ruhestand gegangen. Inzwischen habe er sich an das neue Leben gewöhnt, berichtete der Pensionär gegenüber dieser Zeitung.

Ein brenzliger Fall

»Arbeitsgericht ist pralles Leben«, hatte Kuhlmey unlängst im Gespräch mit dieser Zeitung festgestellt. Das betonte auch der Präsident: „Das Gericht leistet einen wichtigen Beitrag für das Funktionieren unserer Gesellschaft.“ Dazu habe Kuhlmey im Besonderen beigetragen, als er direkt nach der Wende in Frankfurt/Oder Pionierarbeit geleistet habe. Kuhlmey sei zudem bekannt dafür gewesen, so Dr. Schrade, lieber ein gutes Urteil zu sprechen, als Vergleiche zu schließen.

In der Hälfte der Fälle, die auf dem Richtertisch in Paderborn landen, gehe es um Kündigungsschutz, dicht gefolgt von Lohnklagen. Zuletzt musste sich das Arbeitsgericht insbesondere mit den Kündigungen bei Möbel Finke sowie bei den britischen Streitkräften befassen. Brenzlig wurde es mal in einem Fall, als der Jurist die Kündigung eines gewerblichen Mitarbeiters für rechtens erklärte, weil dieser es abgelehnt hatte, an öligen Maschinen zu arbeiten. Dabei hätte sich der Arbeiter ja nur mit Handschuhen vor dem Öl schützen können, meinte Kuhlmey. Der kräftige Mann habe den Richter massiv bedroht. Das sei aber in all den Jahren ein Einzelfall gewesen, sagte der Pensionär.

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