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Schützenhof und Uekernviertel: Neues aus der Paderborner Gastronomie

Der Container kocht

Paderborn (WB). An dieses Bild werden sich die Paderborner beim Besuch des Schützenhofes erst gewöhnen müssen: Vor dem Gebäude steht eine Containeranlage. Sie beherbergt die Ersatzküche. Und auch sonst gibt es in der Paderborner Gastronomie Veränderungen: Im Uekernviertel stehen zwei Neueröffnungen an.

Ingo Schmitz

Schützenoberst Thomas Spieker nimmt die Container in Augenschein, die jetzt große Teile des Schützenhofs verdecken. Von Ende nächster Woche an soll hier gekocht werden, kündigt Geschäftsführerin Dr. Maria Rodehuth an. Foto: Jörn Hannemann

Neue Küche

Seit Wochen befassen sich der Paderborner Bürgerschützenverein, die Stadthallen-Betriebsgesellschaft und die Politik mit der Frage, wie es mit der Küche des Veranstaltungszentrums weiter gehen soll. Einig ist man sich inzwischen in dem Punkt, eine möglichst einvernehmliche Lösung zu suchen. »Die Gespräche mit dem Bürgermeister laufen«, sagt Oberst Thomas Spieker.

Wie berichtet, waren bei Sanierungsarbeiten enorme Feuchteschäden im Boden der Küche festgestellt worden. Es war eine Debatte darüber entbrannt, wer in welchem Maße für die Kosten – Schätzungen gehen auf insgesamt 500.000 bis eine Million Euro – aufkommt. Seit Anfang des Jahres ruht vor Ort der Küchenbetrieb, die Gäste sind in der Zwischenzeit von der Küche im Technischen Rathaus in der Pontanusstraße beliefert worden.

Für den Übergang war der Rat der Stadt dem Wunsch der Stadthallen-Betriebsgesellschaft gefolgt und hatte für den Zeitraum der Sanierung eine Containerküche bewilligt. Zwischen 80.000 und 100.000 Euro soll die Miete kosten. Diese Küche ist nun geliefert und aufgestellt worden: Es handelt sich um fünf Module mit getrennten Einheiten fürs Kochen, kalte Küche, Trockenlager, Spülküche sowie Kühl- und Gefrierhaus. Um die Container aufstellen zu können, musste am Schützenhof ein Baum entfernt werden, berichtet Dr. Rodehuth. »Zum Glück nur einer«, stellt sie fest, denn insgesamt standen vier Bäume zur Disposition.

Im nächsten Schritt werden die Übergangsküche und der Schützenhof noch mit einem geschlossenen Gang verbunden. Von Ende nächster Woche an kann der Schützenhof wieder vor Ort kochen und braten, kündigte die Geschäftsführerin an. Alle Genehmigungen dafür lägen vor.

Thomas Spieker, Oberst des PBSV, erklärte auf Anfrage, dass dem PBSV nach wie vor keine Detail- und Kostenplanung für die Erneuerung der Küche vorliege. Er betonte, »dass der PBSV als Verpächter weiterhin an einer zügigen und für beide Seiten tragfähigen Lösung auf der Grundlage des bestehenden Pachtvertrages, der bis in das Jahr 1996 zurückreicht, interessiert ist.«

Die Für Paderborn-Fraktion hat jetzt bei der Stadt Akteneinsicht beantragt. Fraktionssprecher Stefan Hoppe hält dies als Vorbereitung für die anstehenden Beschlüsse für notwendig.

Neuer Name

Ins Erzengelhaus in der Hathumarstraße (Uekernviertel) kommt nach fast zwei Jahren neues Leben. Für zwei Jahre wird nun aus dem leerstehenden »Weinkrüger« der neue »Meinkrüger«. Es ist eine Übergangslösung, bis die Krombacher-Brauerei das Lokal übernehmen wird. Für die Umbenennung braucht Interims-Pächterin Ulrike Krutschinski nur den ersten Buchstaben an der historischen Außenfassade umzudrehen – fertig! Diese pfiffige Idee ist nur eine von vielen, die die Paderbornerin hat. Für sie geht mit dem Meinkrüger ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Sie möchte den Gästen feine Getränke und gute Live-Musik präsentieren.

Krutschinski ist bereits Inhaberin von Ticket Direct und Geschäftsführerin der Flugbörse. In der Gastronomie habe sie bereits im Studium gearbeitet. »Ich weiß, dass eine Menge Arbeit auf mich zukommt. Ich werde jeden Abend hier sein. Vielleicht hat sich ja dann nach zwei Jahren dieser Traum erledigt. Wenn nicht, überlege ich, wie es weiter geht«, sagt sie und lacht gut gelaunt.

Punkten will sie vor allem mit dem attraktiven, 90 Quadratmeter großen Biergarten. Starten will sie pünktlich zur Fußball-WM. Drei TV-Geräte will sie im Außenbereich aufstellen, damit die Gäste kein Tor verpassen. Eine eigene Küche hat sie nicht. Sie setzt auf eine Kooperation mit den benachbarten Speiselokalen.

Neuer Pächter

Am Mittwoch hat bereits die Gaststätte Thi Brunnen in der Kisau neu eröffnet. In das traditionsreiche Lokal ist jetzt ein griechisches Restaurant eingezogen. Betreiber sind die beiden Partner Ioannis Manafas und Niciforas Morellas. Manafas betreibt bereits das Poseidon im Bayernweg. Der Thi Brunnen hat neues Mobiliar und vor allem eine neue Küche erhalten. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11.30 bis 14 Uhr sowie von 17.30 bis 23 Uhr (sonntags 21.30 Uhr). Auf der Speisekarte stehen griechische und mediterrane Spezialitäten. Vorgängerin Gabriele Lütkemeier, die das Lokal jahrelang betrieben hatte, war im November in den Ruhestand gegangen.

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