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Paderborner Theodorianum eröffnet Support-Café: Schüler helfen einander beim Lernen auf Distanz

Der digitale Wandel macht Schule

Paderborn (WB). Als wegen der Corona-Krise die Schulen schließen mussten, standen vielerorts Eltern, Lehrer und Schüler vor gewaltigen Herausforderungen. Der Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung wurde schnell deutlich.

Jörn Hannemann

Jannis (11) hat eine Frage zur Chat-Funktion bei MS-Teams, Ronja (11) zum Hochladen von Aufgaben. Tim Titus Striewe (16) vom neuen Support-Café des Theodorianums weiß Rat und kann den beiden Schülern schnell helfen. Foto: Jörn Hannemann

Während in einigen Schulen in Ostwestfalen bis heute Lehrer nicht einmal über eine eigene dienstliche E-Mail-Adressen verfügen, sind andere Vorreiter – so zum Beispiel das Theodorianum in der Paderborner Innenstadt. „Uns war auch ohne Corona klar, das wir den digitalen Wandel angehen müssen“, betont Schulleiterin Nicole Michaelis. Bereits seit 2012, noch lange bevor das Schulministerium Schulungen anbot, gibt es an dem Paderborner Gymnasium die so genannten Medienscouts. Schüler, die andere Schüler in Sachen Nutzungsverhalten von Medien, Gefahren, aber auch Nutzen aufklären.

Gut gerüstet für alle Fälle

Seit 2017 zählt der digitale Wandel zum Schulprogramm, der in diesem Jahr die Einführung von Tablets in der Jahrgangsstufe sieben vorbereiten sollte. Der Ausbruch von Covid-19 habe laut Michaelis diesen Prozess sicherlich beschleunigt, so dass die Schule nun nicht nur mit einem Jahrgang beginnt, sondern es wahrscheinlich ausweitet. „Wir müssen uns halt so aufstellen, dass wir notfalls von morgen an von zu Hause aus unterrichten können“, betont Annika Löhr, die am Theo Mathe und Informatik unterrichtet und dort für die Medienbildung verantwortlich ist.

Gymnasium stehen 48 iPads als Leihgeräte zur Verfügung

Bei der Ausstattung sieht es schon mal gut aus: „Wir haben eine Abfrage unter den 800 Schülern der Schule gestartet, bei wem zu Hause beispielsweise Tablets und Computer zur Verfügung stehen und ob es einen Internetzugang gibt.“ In ihrer eigenen Klasse verfügen beispielsweise alle darüber. Am Rest der Schule sieht es ähnlich aus. „Zusätzlich stehen uns seit einigen Monaten 48 iPads als Leihgeräte zur Verfügung“, so Löhr. „Die Schüler sind alle soweit, dass sie die Grundfunktionen der von uns genutzten Software MS-Teams kennen, sich anmelden können und Aufgaben herunterladen können. Von daher kann ich möglichen Quarantänesituationen oder einem Lockdown, falls er eintreten sollte, wesentlich entspannter entgegensehen als im März, als wir nur mit E-Mails und wenig Kontaktmöglichkeiten gearbeitet haben.“

Als ein „Novum“ bezeichnet Michaelis ein weiteres neues Angebot: das Support-Café. Hier helfen sich jeden Tag in der Pause Schüler untereinander bei technischen Fragen. Auch Lehrer dürfen dort hinkommen und sich mal von den Schülern beraten lassen, was bereits mehrmals in Anspruch genommen wurde. „Die Fragen und Probleme sind vielseitig und lassen sich meistens in kurzer Zeit lösen“, weiß Lehrerin Annika Löhr.

Oberstufenschüler stehen mit Rat und Ta(ble)t parat

Zwei Oberstufenschüler stehen täglich von 11.15 bis 11.30 Uhr mit Rat und Ta(ble)t parat. Zehn Jugendliche der Schule beteiligen sich insgesamt als Problemlöser. „Fragen zu Hardware, also zur technischen Ausstattung, gibt es eher seltener, meistens geht es um die Bedienung. Da können wir meistens schnell helfen“, sagt Support-Café-Helfer Tim Titus Striewe (16).

Die Schulleiterin kann sich vorstellen das Projekt des Support-Cafés weiter auszubauen. „Wir sind ja eine Schule der Innenstadt. Das könnte man vielleicht auch in einem leer stehenden Geschäft anbieten.“ Das Prinzip des voneinander Lernens könne Generationen verbinden.

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