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„Kleine Stadtgeschichten“, Teil 21: die Welt auf Padderbörnsch

„Der ßommer inne Stadt“

Paderborn

Diesmal kommt die Stadtkolumne von Markus Runte ungewohnt daher. Der Leiter des Stadtmuseums hat sich kein besonderes Ereignis aus der Historie Paderborns herausgesucht, sondern eine Mundart in den Mittelpunkt gestellt.

Die Band „Börnsch“ mit Joachim Wagner, Ralf Pirsig, Ralf Hasenbein, Antje Wentzel und Markus Runte (von links) Wasser mitten in der Stadt, hier an der Börnepader. Das Foto stammt aus den 1920er Jahren. Das Paderquellgebiet war schon immer ein Ort zum Verweilen und Erholen. So auch in den 1950er Jahren. Foto: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Entstanden ist eine Liebeserklärung an das Padderbörnsch. Und das zur schönsten Jahreszeit, dem Sommer. Verstehen können die Zeilen nicht nur Ältere:

„Jetz isses wieda ßoweit, der ßommer is inne Stadt. N‘ßommertach inne Stadt, da kannste dich am Maakte ßonnen, de Blagen plantschen in Neptuns-Brunnen, hearlich, ker! Oder anne Quellen im PQ, da isses kühl, da bißße auch an schwitzen, hüppst ma inne Pader un bleibst chleich drin ßitzen! Dat iß Paddaboan! Dann siehste manchma auch die Schützen, der Oberst und ßein Gaul, ßind auch selber alle an schwitzen. Die Schützen maaschieren, die Leute tun winken und viele sind, wir ham ja ßommer, ihr Bier schon an trinken.

Früher war daß alles noch n bißchen anderes hier, wars mal einfacher, dann ßachte man hier ßo: ‚Hier in Paddaboan biste cheboren, bleibste erstma hier, was haste denn anders valoren? Du wiast Bäcker, ßachte der Vatta, ßo wie ich, daß iß doch noamaal.‘ Ob daß der Honervogt war? Früher suchte man auch nicht lange rum, nachem easten Kuss bliebste hengen un guckte sich nich mehr um. ‚Hast se anchepackt, jetzt musstse auch friggen, von wechen „Lebensabschnitts-Chefeehrten‘, sachte dann drohend die Mutta.

Heute isses mal äähnlich oder chanz anders. ‚Mußßte es denn cherade die Mia ßein‘, sachte der Vatta zum Meinolf. ‚Ker, kannste nich ma ßelber erstma was untanehmen? ßegel doch ersma übern großen Teich, der Lippeßee is doch kein Vachleich. Ker, un nur bei Lidl kaufste ein, dann muß das abba mindest Bio ßein.‘

Und ßollte es jetz noch immer ßo heiß hier in Paddaboan ßein, hier mal nen Tipp: Gehnse mal inne Paader ßitzen, chanz unscheniert, tunse ma bei zu, die Chrüne lesen! Die Enten und de Wippsteerts ßind nebenbei am fliegen und tunse sich entspannt aufm Wasser wiegen, das is doch toll, ker!“

In diesem Sinne, mit Gedanken und Zitaten aus den Texten der Paderborner Mundart-Band „Börnsch“ und von Antje und Karl Telgenbüscher, wünsche ich Ihnen noch einen schönen und entspannten „ßommer.

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