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Kontakt-Café für Geflüchtete

Deutsch-Russische Gesellschaft bietet Ukrainern Austausch und Hilfe bei Kaffee und Keksen an

Paderborn

Jeden Samstagmorgen bietet die Deutsch-Russische Gesellschaft (DRG) Paderborn aktuell ukrainischen Geflüchteten ein Kontakt-Café an. Die Treffen im Foyer der Dixeno-GmbH in Paderborn stehen unter dem Motto „Pagawarim sa tschaschkoj kofe!“ – „Reden wir bei einer Tasse Kaffee!“.

„Pagawarim sa tschaschkoj kofe!“ – „Reden wir bei einer Tasse Kaffee!“, lautet das Motto des Kontakte-Cafés im Foyer der DIXENO-GmbH an der Friedrichstraße, das von der Deutsch-Russischen Gesellschaft (DRG) Paderborn angeboten wird. Dort treffen sich (von links) Leiterin Tetyana Galzow sowie Werner Rüther, Gerburg Barckow und Professor Franz-Josef Kaiser von der DRG mit den Geflüchteten, größtenteils Frauen aus der Ukraine. Foto: Deutsch-Russischen Gesellschaft (DRG) Paderborn

Willkommen seien alle, die „in der gegenwärtigen Situation Hilfe brauchen oder helfen möchten“, erklärt die DRG. Nach ihren Angaben werde die russisch-deutsche Einladung gut von den ukrainischen Geflüchteten angenommen. DRG-Vorsitzender Stefan Schwan findet es „selbstverständlich“, dass der Fokus derzeit auf die Menschen aus der Ukraine gerichtet ist. Sie benötigen „jetzt unsere Unterstützung“, betont Schwan. Schon immer habe die DRG Wert darauf gelegt, dass sie sich „mit allen Völkern und Ländern beschäftigt, die aus der ehemaligen Sowjetunion hervorgegangen sind“.

Nach dem Schock des putinschen Überfalls auf die Ukraine war für den DRG-Vorstand Handeln angesagt. Die Suche nach geeigneten Räumen für ein ehrenamtliches Kontakt-Café war schnell beendet. Christoph Schmidt, Inhaber der Digitalagentur Dixeno GmbH, bot der DRG das weitläufige Foyer seiner Firma an der Friedrichstraße zur kostenlosen Nutzung an. Christoph Schmidt ist Chef von Tetyana Galzow, die sich als stellvertretende Vorsitzende der DRG zur zentralen Aktivistin und Leiterin des Kontakt-Cafés entwickelte. Tetyana Galzow stammt aus der Ukraine. Seit 2000 lebt sie in Paderborn, mittlerweile mit ihrem Mann und drei Kindern.

Jeden Samstag begrüßt sie zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern wie Gerburg Barckow, Franz-Josef Kaiser, Alexander Wittmer oder Werner Rüther rund 30 ukrainische Gäste, um sich mit ihnen bei Kaffee und Keksen zwanglos und offen auszutauschen, Formulare auszufüllen, Kontaktmöglichkeiten zu erläutern und allgemeine Probleme zu lösen.

Hinzu kommen Vorträge zur Wohnungssuche, zu Mietbedingungen, Sprachkursen, zur Arbeitslosenhilfe, zu Vereinen und zu Schule und Ausbildung in Deutschland. Fachliche und sprachliche Unterstützung leisten auch Ellen Oberzeiser, Gesamtschullehrerin aus Paderborn, und Tetyanas Großnichte Dascha Buchynska, die Ende Februar aus der ukrainischen Stadt Schitomir geflohen ist. Sie bereitet auch die akribisch recherchierten Präsentationen in russischer Sprache vor – zur Freude der Geflüchteten, die das nützliche Engagement laut DRG dankbar annehmen. Die wenigsten von ihnen sprechen Deutsch oder Englisch. Geplant seien demnächst auch Stadtführungen auf Russisch.

Die DRG sucht weitere – möglichst russischsprachige und kontaktfreudige – Bürger, die mit kurzen Vorträgen zu beliebigen Themen in lockerer Atmosphäre die Geflüchteten informieren möchten. Interessenten melden sich bei der DRG per E-Mail an [email protected]

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