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Geplante Vereinbarung umfasst neben Sennelager auch Minden

Deutsche und Briten starten Militärkooperation

Minden/Paderborn (WB). Die Entscheidung der britischen Streitkräfte, den Truppenübungsplatz Senne­lager mindestens bis 2023 weiter zu nutzen, ist Teil einer größeren Kooperation mit der Bundeswehr.

Bernd Bexte

Mit Motorbooten schieben und ziehen Bundeswehrsoldaten die Elemente einer Faltschwimmbrücke. Foto: Matthias Band

Das hat der britische Verteidigungsattaché Rob Rider jetzt in einem Interview mit dem britischen »Forces network« ­erklärt. Demnach wollen beide Seiten im Herbst eine ent­sprechende Vereinbarung schließen.

Zu der geplanten Kooperation gehört auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Bundeswehr-Pionieren in Minden, wo eine gemeinsame deutsch-britische Einheit zum Brückenbau installiert werden soll. Beide Armeen nutzen bereits die gleichen amphibischen Brücken- und Fährenfahrzeuge vom Typ M3. Es gebe nun Gespräche in diesem Bereich, mehr Geld zu investieren.

Vertiefte militärische Zusammenarbeit

Die vertiefte militärische Zusammenarbeit könnte auch beinhalten, dass britische Soldaten deutsche Boxer-Panzerfahrzeuge einsetzen. Die britischen Streitkräfte erwägen laut dem Bericht, gleich eine ganze Flotte des 25-Tonnen-Radpanzers zu kaufen, an dessen Entwicklung bis 2003 auch das britische Unternehmen ­Alvis beteiligt war.

Zudem ­seien Transport­hubschrauber der Briten nach Mali geschickt worden, wo die deutschen Streitkräfte eine Schlüsselrolle in der dortigen UN-Mission spielen. Deutschland erwäge wiederum, Wildcat-Hubschrauber der Royal Navy zu ­kaufen.

Ministerium bestätigt

Das Bundesverteidigungs­ministerium bestätigt die Angaben von britischer Seite. Es sei geplant, dass beide Länder schon bald eine Vereinbarung unterzeichnen, »die die Grundlage der künftigen bilateralen sicherheitspolitischen und militärischen Zusammenarbeit beschreibe«.

Die praktische Ausgestaltung der Kooperation liege dann vor allem bei den Teilstreitkräften. Aber auch im Rüstungsbereich und in strategischen Fragen werde die Zusammenarbeit intensiviert werden.

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