1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Deutscher Fahrradpreis geht nach Ostwestfalen-Lippe

  8. >

Das Radnetz OWL skizziert ein Wegenetz mit 2000 Kilometern

Deutscher Fahrradpreis geht nach Ostwestfalen-Lippe

Köln/Paderborn

Das Infrastrukturkonzept Radnetz OWL ist mit dem 22. Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet worden. Paderborns Landrat Christoph Rüther nahm den ersten Preis stellvertretend in Köln entgegen. Das Radnetz OWL skizziert ein Wegenetz mit 2000 Kilometern und nimmt die direkten Verbindungen der Kommunen in den Blick.

Laudatorin Christine Fuchs (AGFS; links) Paderborns Landrat Christoph Rüther, Moderatorin Anna Planken und im Hintergrund Annette Nothnagel, Leiterin „Regionale“ bei der OWL GmbH, die digital der Preisverleihung zugeschaltet war. Foto: Deutscher Fahrradpreis/Endermann

Die sechs Kreise Paderborn, Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und die Stadt Bielefeld wollen eine gemeinsame Radinfrastruktur mit abgestimmten Standards entwickeln. Sie machten sich dazu im Rahmen der “Regionale 2022“ auf den Weg gemacht. Dafür haben sich Fachleute der 70 Städte und Gemeinden der Region, der Bezirksregierung Detmold und vom Landesbetrieb Straßen NRW gemeinsam mit der Entwicklung der Verbindungsstrecken zwischen den Orten in Ostwestfalen-Lippe und dem Anschluss zum ÖPNV beschäftigt. In Ostwestfalen-Lippe gibt es ein gutes touristisches Wegenetz, aber der Alltagsverkehr wird oft noch vernachlässigt.

Die Jury gab die Entscheidung während der Preisverleihung beim AGFS-Kongress zum Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz am Donnerstag bekannt. Beworben hatten sich 128 Projekte um die Auszeichnung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS). Mit der Auszeichnung verbunden ist ein Preisgeld von 5000 € und eine Bronze-Fahrradtrophäe.

„Sie haben alle Kommunen an einen Tisch geholt und ein zukunftsfähiges Radnetz entwickelt. Dafür gab es viel Lob von der Jury. Die interkommunale Zusammenarbeit und Koordination für die Umsetzung eines alltagsfähigen Radnetz ist beispielhaft. Spätestens damit ist es vorbei, dass man sagt, auf dem Land kann man nicht Fahrrad fahren“, sagte Laudatorin Christine Fuchs (AGFS).

Reaktionen aus Ostwestfalen-Lippe

Paderborns Landrat Christoph Rüther nahm den Preis stellvertretend in Köln entgegen: „Wir in OWL sind Deutscher Fahrradpreis 2022: Unsere gemeinsame Vision für zwei Millionen Menschen in sechs Kreisen und einer kreisfreien Stadt für einen gesunden und klimafreundlichen Alltag auf dem Rad ist mit dem ersten Preis in diesem bundesweiten Wettbewerb gewürdigt worden. Wir sind unglaublich stolz auf diese Auszeichnung, die eindrucksvoll zeigt, was möglich ist, wenn eine Region zusammensteht, ihre Ressourcen bündelt und gemeinsam nach vorne schaut. Davon profitieren die Menschen, die sich auf sichere, direkte und komfortable Radwege, auf noch mehr Lebensqualität auf zwei Rädern freuen dürfen.“

Von lins: Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer, Lippes Landrat Axel Lehmann, Annette Nothnagel (OWL GmbH, Landrätin Anna Katharina Bölling (Kreis Minden-Lübbecke), Judith Pirscher (seinerzeit Regierungspräsidentin in Detmold), Herfords Landrat Jürgen Müller, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, Höxters Landrat Michael Stickeln, Herbert Weber (OWL GmbH), Paderborns Landrat Christoph Rüther, Kreis Paderborn und Martin Klein (Landeskreistag NRW). Foto: BezRegDt/Moseke/Archiv

Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL GmbH: „Das Radnetz OWL ist ein Leuchtturmprojekt und wegweisend für den Zusammenschluss einer fahrradfreundlichen Region wie unserer. Die bundesweite Auszeichnung verleiht dem Radverkehr in OWL zusätzlich Aufwind, treibt die praktische Umsetzung voran und wird damit zum echten Standortvorteil für die Region.“

Landrat Dr. Axel Lehmann, Kreis Lippe: „Wollen wir eine langfristige Verkehrswende erreichen, brauchen wir Projekte, die nicht an Kreisgrenzen enden, und den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität attraktiver machen. Deshalb stellen wir die Bedürfnisse der Radfahrerinnen und Radfahrer in den Mittelpunkt und richten die Infrastruktur danach aus.“

Landrätin Anna Katharina Bölling, Kreis Minden-Lübbecke: „Wir denken neu, wir denken um, und wir denken gemeinsam über Kreis- und Stadtgrenzen hinaus mit dem Radnetz OWL. So entstehen neue Wege nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, dass der Deutsche Fahrradpreis 2022 unser Projekt würdigt und damit auch über die Region hinaus bekannter macht – ein wichtiger Schritt, um mit attraktiven Radwegeverbindungen für das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag zu werben. Das ist gut für das Klima, die eigene Gesundheit und nicht zuletzt auch den Tourismus in der Region.“

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen: „Das Fahrrad ist als Fortbewegungsmittel zwischenzeitlich nicht mehr wegzudenken und es ist auch schon ein Teil der Alltagsmobilität. Im Pendlerverkehr sind längere Strecken durch Pedelecs und E-Bikes zwischenzeitlich auch keine Hürde mehr, so dass eine gute Radverkehrsmobilität basierend auf einer integrierten Radwegeplanung ein Gewinn an Lebensqualität in und ein Standortfaktor für die Region ist. Mit dem Radnetz OWL gehen wir in die richtige Richtung. Es freut mich, dass unsere gemeinsame Bestrebung, die große Zahl der Pendlerverkehre in der Region nachhaltiger zu gestalten und die effektive Erreichbarkeit ländlicher Gebiete durch multimodalen Verkehr zu ermöglichen, nun mit dieser Auszeichnung gewürdigt wird.“

Landrat Jürgen Müller, Kreis Herford: „Ich freue mich ganz besonders über die Auszeichnung ‚Deutscher Fahrradpreis 2022‘, denn mit dem Radnetz OWL gewinnt das ‚Wir‘: Kooperativ hat die OWL-Region eine Strategie erarbeitet, die einen Rahmen für die Detailplanungen vor Ort bildet. Mein Dank gilt allen an diesem Prozess Beteiligten. Der Preis ist zugleich auch ein Indiz für Politik und Öffentlichkeit, dass die Mobilitätswende in ganz OWL Fahrt aufnimmt.“

Landrat Sven-Georg Adenauer, Kreis Gütersloh: „Mit dem Radnetz OWL haben wir gemeinsam als Region einen weiteren Grundstein für eine klimafreundliche Mobilität gelegt. Unser Ziel ist es, mit sicheren und direkten Alltagsradwegen das Fahrrad zur attraktiven Alternative zum Auto zu machen. Die Auszeichnung beweist: Wir sind auf dem richtigen Weg. Unsere Aufgabe ist es nun, zusammen mit dem Land NRW das Radnetz weiter auszubauen und an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger anzupassen.“

Landrat Michael Stickeln, Kreis Höxter: „Unser Kreis Höxter ist fahrradbegeistert. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Fahrradpreis ist deshalb eine große Freude und gleichzeitig auch ein Auftrag an alle Beteiligten des Radnetz OWL, den erfolgreichen gemeinsamen Weg weiterzugehen. Denn auch Radlerinnen und Radler benötigen gute Infrastruktur, die nicht an Kreisgrenzen enden darf.“

Annette Nothnagel, Leiterin „Regionale 2022“ bei der OWL GmbH: „Innerhalb der REGIONALE 2022 wollen eine neue vernetzte Mobilität auch im ländlich geprägten Raum umsetzen. Dabei soll das Fahrrad für den Pendlerverkehr eine wichtige Rolle übernehmen. Das geht dank neuer E-Bike-Technologie auch über weitere Distanzen und in topografisch schwierigem Gelände. Mit einem Pendler-Radnetz über die Gemeindegrenzen hinweg entsteht ein echtes Angebot, um auch ohne eigenes Auto gesund und individuell mobil zu sein.“

Startseite
ANZEIGE