Kundgebung in Paderborn ruft 250 Gegendemonstranten auf den Plan

Die AfD fordert die Grundrechte zurück

Paderborn

Lautstarke, aber friedliche Demonstrationen fanden am Samstagnachmittag in der Paderborner Innenstadt statt. Auf dem Rathausplatz traf sich die AfD, auf dem Domplatz versammelten sich Gegendemonstranten.

Jan Haselhorst

Foto: Jan Haselhorst

Während der AfD-Kreisverband Paderborn vor rund 80 Zuhörern unter dem Motto „Paderborn steht auf – gemeinsam für Grundrechte, Demokratie und Freiheit!“ eine Kundgebung abhielt, folgten rund 250 Demonstranten dem Aufruf zur Demonstration „1. Mai Nazifrei“.

Die Alternative für Deutschland (AfD) machte auf ihrer Kundgebung auf „die Wiederherstellung der Grundrechte“ aufmerksam und plädierte für „Maß und Mitte in Zeiten der Corona-Pandemie“. Sie kritisierte den anhaltenden Lockdown und die „Zerstörung des Mittelstandes“.

Zudem übte die Partei Kritik an der Europapolitik, da „Brüssel und Berlin fast nur globalistischen Interessen folgen“. Die AfD bezeichnete die derzeitige Politik als „in vielerlei Hinsicht unsozial“. Außerdem könne ihrer Meinung nach ein Sozialstaat nur durch einen funktionierenden Nationalstaat mit festen Grenzen existieren. Geladen waren die AfD-Landessprecher Rüdiger Lucassen (MdB), Markus Wagner (MdL) sowie der Paderborner Kreissprecher Karl-Heinz Tegethoff und Marvin Weber, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Rat der Stadt Paderborn.

Das Paderborner „Bündnis gegen Rechts“ um die Organisatorin Luisa Lehmann hielt zeitgleich eine Gegendemonstration ab, um sich gegen die „rassistische und nationalistische Hetze der AfD sowie die Instrumentalisierung des 1. Mai“ zu wehren. Vor mehr als 250 Menschen rief das Bündnis dazu auf, die Pandemie „solidarisch und global“ zu bekämpfen und ein Zeichen gegen die AfD zu setzen, die sich seiner Meinung nach als Verteidiger der Grundrechte stilisiere.

Nach einer kurzen Ansprache zogen die De­monstranten, begleitet von mehreren Polizeibeamten, lautstark durch die Fußgängerzone – aus Gründen der Deeskalation allerdings in großem Abstand zur AfD-Kundgebung auf dem Rathausplatz.

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