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Ungewöhnliche Weihnachtsgeschenke nehmen Bezug auf Paderborns Fluss

Die Pader ist ein Geschenk

Paderborn

Erwin Grosche erzählt Geschichten vom Padermann, die Stadtverwaltung schwärmt von der Schönheit des Paderquellgebiets und ein ganzer Verein nennt sich Freunde der Pader. Der kleine Fluss ist omnipräsent.

Dietmar Kemper

Lioba Nordhoff blickt durch die Glasstelen, die Motive wie den Dom aufnehmen und mit dem Bild des Eisvogels deutlich machen, dass die Pader auch einen attraktiven Naturraum darstellt. Foto: Oliver Schwabe

Jetzt kann man sogar mit Paderhalmen aus der Pader trinken – theoretisch zumindest. Seit Ende November bietet die März-Manufaktur am Rothoborn Paderhalme aus Glas an. „Sechs Arme, sechs Halme“, sagt Lioba Nordhoff, die Mitinhaberin des kleinen Geschäfts, unter dessen Keller die Rothopader herfließt. Die Idee zu den nachhaltigen Halmen habe ihre Kollegin Nadja Wadaoud gehabt, und in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Glas Sander in Borchen sei das außergewöhnliche Weihnachtsgeschenk für Paderborner Lokalpatrioten entstanden.

Die Initiative kommt an, die ersten 50 Packungen waren schnell weg. Die Halme tragen die Namen der Arme der Pader wie Damm, Börne oder Diele. 10,90 Euro kostet eine Packung, die zusätzlich eine kleine Bürste enthält. Ein Euro vom Verkaufspreis fließt an den Verein Freunde der Pader, der den Schatz, den der Fluss für die Stadt Paderborn bedeutet, hegt und pflegt. Halme als Wegwerfprodukte wollte die März-Manufaktur, die es seit Juli 2014 gibt und die auf Niveau statt Kitsch setzt, nicht verkaufen. „Wir hatten schon immer die Idee, nachhaltige Produkte anzubieten“, sagt Lioba Nordhoff.

Die Pader spielt aber auch bei einem weiteren neuen Produkt eine Rolle: bei den Glasstelen mit ihren blauen, dem Fluss nachempfundenen Streifen. Das flüssige Element Wasser erstarrt zu einem gläsernen Kunstwerk. Geschaffen haben die Stelen die Künstlerin Natalja Laj und der Künstler Edouard Schizle, die auch für die Glasmalerei Peters tätig sind.

Die beiden haben mit den vielseitigen Möglichkeiten der Glasveredlung versucht, die Bedeutung der Pader für die Stadt auszudrücken. Der Eisvogel als eines von mehreren Motive soll die Attraktivität auch als Lebensraum für die Tierwelt verdeutlichen. Der Neptunbrunnen gehört als Sinnbild für die Versorgung der Stadt mit Wasser ebenfalls zu den Motiven.

60 Unikate, den einzelnen Paderarmen zugeordnet, sind entstanden. Sie können aufgestellt oder aufgehängt werden, eine Stele kostet 189 Euro. Neben der März-Manufaktur gibt es Exemplare auch bei Kirwald, wo die Paderhalme ebenfalls verkauft werden. „Das Wasser der Pader macht unsere Stadt zu einem einzigartigen Ort! Das möchten wir zeigen in unserer Kunst und die Menschen für diesen besonderen Fluss sensibilisieren“, sagen Natalja Laj und Eduard Schizle.

Aus der Maspernpader können Paderbornfans mit diesem Glashalm trinken. Foto: Oliver Schwabe

Bei Paderborns Lokalpatrioten werden sie mit ihrer Idee auf offene Ohren stoßen. Die mögen nicht nur die drei Hasen, den Pfau oder Bücher über den Dom. An Libori und Weihnachten verkauft die März-Manufaktur besonders viele Souvenirs mit Paderbornbezug. „Dahinter steckt die Liebe zur Stadt, die Menschen identifizieren sich mit ihr“, weiß Lioba Nordhoff. Manch einer schicke seinen Kindern, die weggezogen sind, Paderborn-Andenken hinterher.

Wer von Künstlern gestaltete Geschenke mit Ortsbezug mag, sollte auch bei der Tourist-Information vorbeischauen. Die hat jetzt ein Regal mit Arbeiten des Vereins Paderborner Kreaturen eingerichtet. „Die haben Ideen zu Paderborngeschenken jenseits des Mainstreams entwickelt“, sagt der Leiter der Tourist-Info, Karl-Heinz Schäfer, und verweist auf besondere Tassen, Sticker, Postkarten oder Schlüsselanhänger. 75 Prozent des Verkaufspreises gehen ihm zufolge an die Kreativen, die Zusammenarbeit sei für beide Seiten ein Gewinn: „Die kriegen eine Bühne, wir eine Sortimentsergänzung.“

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