Paderborner Stadtschulpflegschaft fordert Team-Bereitstellung und besseres WLAN an allen Schulen

„Distanzunterricht sollte vereinheitlicht werden“

Paderborn

Die Bereitstellung der Microsoft-Plattform Teams für alle Schulen sowie die Verbesserung der Internetanbindung und der WLAN-Versorgung sind zentrale Forderungen der Stadtschulpflegschaft. In einer Stellungnahme äußern die Elternvertreter ihr Unverständnis darüber, dass an vielen Schulen in Trägerschaft der Stadt Paderborn immer noch nicht nachgerüstet wurde.

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Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn habe mit dem Projekt Lernstatt eine Plattform zur digitalen Unterstützung des Präsenzunterrichts geschaffen. Diese habe schon im ersten Lockdown im März 2020 Schwächen offenbart: „Es zeichnete sich schnell ab, dass die Lernplattform nicht auf die Anforderungen des Lernens auf Distanz für E-Mail-Versand, Dokumentenaustausch und Videokonferenz ausgerichtet war.“ Wie berichtet gab es im Januar zudem Cyberattacken auf die Lernstatt.

Erfreulicherweise habe die Stadt seit der Ankündigung auf dem DigiLog im Juni vergangenen Jahres den Ausbau des Lernstatt-Angebots um die Plattform „Microsoft Teams“ mit Unterstützung von Paderborner IT-Unternehmen vorangetrieben.

Die an der Pilotierung beteiligten Schulen hätten durchweg positive Erfahrungen mit der Nutzung von Teams sammeln können und seien in der Lage gewesen, bereits in der ersten Woche der Lockdown-Verlängerung im Januar Unterricht per Videokonferenz anzubieten. Das sei ein enormer Schritt zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern: „Vieles, was wir als Eltern im ersten Lockdown vermisst haben – Kontakt halten, Aufgabenverteilung und Feedback, Fragenklärungen und Austausch in der Gruppe, aber auch Wissensvermittlung – lässt sich damit einfacher realisieren als rein per E-Mail, Telefon oder auch Brief. Nicht zuletzt erhalten die Kinder damit auch Tagesstruktur und gehen motivierter an die Aufgaben heran, nachdem sie im Onlineunterricht die nötigen Impulse erhalten haben.“

Unter Nutzung von weiteren Tools wie Padlet und Untis-Messenger lasse sich ergänzend auch je Klasse die Verteilung von Wochen- und Tagesarbeitsplänen abbilden und die asynchrone Kommunikation realisieren. „Die erarbeiteten Vorgehensweisen und die gesammelten guten Erfahrungen sollten aus unserer Sicht mit allen anderen Schulen geteilt und diese zur Nutzung angeregt werden. Die Technik hierfür sollte etabliert werden, damit die Bildungsgerechtigkeit gewahrt bleibt“, heißt es in der Stellungnahme. Es fehle aber derzeit an der erforderlichen Bereitstellung der Teams-Infrastruktur für alle Schulen der Stadt. In einer Pressemitteilung der Stadt vom 9. Oktober 2020 habe es noch geheißen, dass bereits nach den Herbstferien die Ausstattung der restlichen 35 Schulen hätte erfolgen können. „Nun fragen wir Eltern uns, warum andere, an der Pilotierung nicht teilnehmende Schulen, noch immer nichts davon haben.“

Eine weitere Forderung der Stadtschulpflegschaft: Die Schulen sollten ihre Vorgehensweisen im Distanzlernen schulintern und schulübergreifend vereinheitlichen. Häufig werde seitens der Eltern davon berichtet, dass an ein und derselben Schule verschiedene Jahrgänge das Distanzlernen unterschiedlich gestalten. „Nicht zuletzt wünschen wir uns als Eltern auch mehr engagierte Lehrer, die für die Schüler sichtbar und ansprechbar sind.“

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