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Bürgermeister will keine Kosten auf die Familie Werth umlegen

Dreier: »Ich stehe zu meinem Wort«

Paderborn (WB). Schon vor der Bombenentschärfung hat sich abgezeichnet, dass die Kostenübernahme für die große Evakuierung noch einmal zu diskutieren ist. Jetzt sind Verwaltung und Politik mittendrin – obwohl noch gar nicht klar ist, wie hoch die Kosten für den Einsatz insgesamt sind.

Ingo Schmitz

Bürgermeister Michael Dreier (rechts) hat sich am Tag der Entschärfung persönlich um Katja und Stefan Werth mit Tochter Mira gekümmert. Foto: Jörn Hannemann

Bürgermeister Michael Dreier hat auf die Verlautbarungen von Stephan Hoppe, Fraktionschef der Fraktion »Für Paderborn«, eindeutig Stellung bezogen und betont: »Ich stehe zu meinem Wort.« Egal, ob er selbst gesagt habe, »dass auf die Familie keine Kosten zukommen« oder, »dass er sich dafür einsetzen wird, dass der Familie keine Kosten entstehen«: Er halte sein Versprechen, sagte Dreier und ergänzte: »Wenn der Rat der Stadt Paderborn entgegen meiner Erwartung beschließen sollte, dass die Familie einen Teil der Restkosten tragen muss, dann werde ich mich an die Spitze einer Spendenaktion stellen, die die Stadt Paderborn so noch nicht erlebt hat.«

Familie: Angelegenheit »aufwühlend«

Dieses Versprechen – so bestätigte Stefan Werth als Eigentümer des betroffenen Grundstücks im Peter-Hille-Weg gestern auf Anfrage – habe ihm Michael Dreier bereits »vor Wochen« gegeben. Die Familie möchte sich ansonsten aus der aktuellen Debatte heraushalten.

Die ganze Angelegenheit sei zu »aufwühlend« für sie, erklärte Stefan Werth. Er bedauere jedoch ausdrücklich, dass es keine bundeseinheitliche Lösung für das Problem der Kostenübernahme bei der Entschärfung von Blindgängern gebe.

An Satzung wird gearbeitet

Die Stadt werde, so Erster Beigeordneter Carsten Venherm und Bürgermeister Michael Dreier in einem gemeinsamen Gespräch, sämtliche Kosten transparent machen und ans Land weitergeben. Sollte dies wider Erwarten nicht die kompletten Rechnungen übernehmen, müsse der Rat entscheiden.

Bei der Evakuierungsaktion im vergangenen Jahr an der Katholischen Hochschule habe das Land nahezu alles übernommen, sagte Dreier. Es sei ein geringer Restbetrag übrig geblieben. Bis heute habe die Stadt keinem Betroffenen jemals eine Rechnung bei einem Bombenfund geschrieben.

Um hier Sicherheit für die Bürger zu bekommen, erarbeite die Verwaltung nun eine Satzung. Das gehe aber nicht von heut auf morgen, sagte Venherm. In einer solchen Satzung müssten auch Sonderfälle berücksichtigt werden, betonte der Beigeordnete.

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