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Stadt Paderborn startet Testphase mit bis zu 1200 Tretrollern

E-Scooter: geliebt und gehasst

Paderborn

Maximal  1200 E-Scooter sollen bis Ende 2022 testweise durch Paderborn fahren dürfen. Damit würde sich der Bestand im Vergleich zur aktuellen Situation verdoppeln. Die Meinungen zum Nutzen der modernen Elektrofahrzeuge gehen jedoch weit auseinander. 

Von Laura Lammers

Cool? Praktisch? Nervig? Die Meinungen zu den E-Tretrollern gehen in Paderborn wie auch in anderen Städten weit auseinander. Die Stadt wird nun eine Testphase mit vier Anbietern und maximal 1200 Fahrzeugen starten.  Foto: Laura Lammers

Immerhin will die Stadt nun mitverdienen: Pro Roller müssen die Verleiher 40 Euro jährlich an die Stadtkasse zahlen. Vor allem die jüngere Generation scheint auf die Roller abzufahren. „Mit meinem Abo für 30 Euro im Monat nutze ich den Roller, um zur Uni oder zum Supermarkt zufahren. Man kann damit gut kleineres Gepäck transportieren und ich riskiere nicht, dass mein Fahrrad geklaut wird“, sagt Sarah Thiele (22). Die Studentin nutzt den Roller mehrmals täglich.

Bei den Abonnements und Tarifen ist das Angebot groß. In Paderborn konkurrieren bislang die Unternehmen Tier und Lime. Beide haben ähnliche Konzepte: Der Nutzer kann über die dazugehörige App einen im Umfeld geparkten Roller finden. Wenn man dann die Freischaltgebühr gezahlt hat, kann man direkt losfahren. Hinzu kommt ein weiterer festgelegter Preis pro Minute, der je nach Hersteller und Stadt variiert. Zu den Preisen mochte sich der Anbieter Lime nicht äußern. Beim Anbieter  Tier ist eine Startgebühr von einem Euro zu entrichten. Pro Minute werden 19 Cent fällig. Eine zehnminütige Fahrt würde demnach 2,90 Euro kosten.  

Regeln  für E-Scooter im Straßenverkehr 

Tier bietet außerdem noch Tarife an, bei denen man sich zum Beispiel die Freischaltgebühr sparen kann oder gratis Minuten dazu bekommt. Auch Yasin Riemann (29) hat sich die Tier-App heruntergeladen. „Ich arbeite in Bielefeld. Wenn ich mit dem Zug zur Arbeit fahre, nehme ich lieber den Roller als das Fahrrad, um zum Bahnhof zu kommen. In meiner Freizeit gehe ich aber lieber zu Fuß oder fahre mit dem Rad“, sagt der Pendler.

Auch bei Schülern werden die Roller immer populärer. „Sie  sind total praktisch. Manchmal fahre ich damit auch zur Schule und zurück. Die Roller bringen mich fast bis vor die Tür“, sagt Timon Gemke (18).

Neben Tier und Lime will sich auch  Paderscooter   etablieren. Hier werden  zwei Modelle mit  unterschiedlichen Akkuleistungen angeboten. Bei den Paderscootern zahlt man  weder eine Aktivierungsgebühr noch einen Preis pro Minute. Hier hat der Kunde die Wahl zwischen einem Stunden-, Tages- oder Wochentarif. Mieten kann man die Roller in Elsen. Wer möchte, kann sich auch für fünf  Euro einen Roller nach Hause liefern lassen.

Trotz der praktischen Eigenschaften gibt es aber auch etliche Bürger, die sich von den Flitzern belästigt fühlen. „Viele fahren rücksichtslos. Oft sehe ich, wie Roller im Weg stehen oder herumliegen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Regeln besser eingehalten werden“, meint beispielsweise Gabriela Moreno (48). Auch Jutta Riesen (68) sieht die E-Scooter kritisch. „Ich verstehe, wieso die Fahrzeuge immer beliebter werden. Trotzdem bleibe ich lieber bei meinem Fahrrad. Wenn es schnell gehen muss, sind die Roller zwar praktisch, jedoch verursachen sie auch viel Chaos im Straßenverkehr“, sagt die Rentnerin.

Diese Bußgelder drohen bei Verstößen:

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