1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. „Ein Allzeithoch“

  8. >

Fast 195.000 Menschen übernachteten 2019 in Paderborn

„Ein Allzeithoch“

Paderborn (WB). Der Superstar der Kunst bringt Paderborn viele Gäste. „Rubens stößt auf wahnsinnig großes Interesse“, sagte der Geschäftsführer des Verkehrsvereins Paderborn, Karl Heinz Schäfer, bei der Mitgliederversammlung im Hotel Vivendi. Die Nachfrage nach Führungen sei entsprechend, bereits 390 seien eingebucht. Wie berichtet ist die Schau „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ seit dem 25. Juli im Diözesanmuseum zu sehen. Sie endet am 25. Oktober.

Dietmar Kemper

Die Tourist-Information verzeichnete in der Zeit, in der Libori stattfinden sollte, dann aber zumeist nur in digitaler Form ablief, immerhin noch 5000 Besucher. Foto: Dietmar Kemper

Fast 340.000 Übernachtungen

Die Ausstellung wird garantiert deutlich mehr Besucher anlocken als etwa die Gotik-Schau im vergangenen Jahr am selben Ort mit nur 30.000 Gästen. Apropos 2019. Es sei ein „in mehreren Bereichen erfolgreiches Jahr“ gewesen, zog Karl Heinz Schäfer Bilanz. Der Verkehrsverein registrierte 194.388 übernachtende Gäste und damit „ein Allzeithoch“. Die Zahl der Übernachtungen insgesamt habe fast 340.000 betragen. Der sogenannte Sofa-Tourismus ist da noch gar nicht mitgerechnet. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren wurden in Paderborn nur gut 139.000 Übernachtungen gezählt. Heute stehen den Gästen 2200 Betten zur Verfügung.

Neuer Paderbornfilm

Um künftig noch mehr Gäste für einen Besuch zu gewinnen, veröffentlichte der Verkehrsverein im Juni einen neuen Paderbornfilm mit dem Titel „Szenen einer sehenswerten Stadt“. Ihn kann man sich auf der Videoplattform Youtube anschauen. Aber Paderborn live ist natürlich noch besser, zumal Sehenswürdigkeiten wie der Dom nicht mehr eingerüstet sind, wie Karl Heinz Schäfer erfreut feststellte. Auch das Rathaus sei neu gestrichen, so dass Paderborn an Attraktivität gewonnen habe.

Bisweilen kommt die Werbung von unverhoffter Seite. Der Geschäftsführer des Verkehrsvereins erinnerte an den Bericht des Satiremagazins Extra 3 über die heißen Bänke auf dem Königsplatz: „Er brachte uns Leute, die sich das anschauen wollten.“ Eine grüne Sehenswürdigkeit ist das Mittlere Paderquellgebiet, in das fünf Millionen Euro flossen und von dem sich die Touristiker in Paderborn einen zusätzlichen Effekt auf die Gästezahlen versprechen.

Zu den Kernkompetenzen des Verkehrsvereins gehören die Stadtführungen. 1270 wurden im vergangenen Jahr durchgeführt. „Unsere Graffiti­führung hat sich sehr gut entwickelt“, betonte Karl Heinz Schäfer und kündigte an, dass es ab Herbst 2020 einen Graffiti-Rundgang per App geben wird. „Die Gästeführer sind das Rückgrat unseres Vereins, sie verkaufen die Stadt bei den Besuchern“, lobte der Verkehrsvereinsvorsitzende Dietrich Honervogt die Mitarbeiter.

Souvenirs bringen 87.000 Euro ein

Im vergangenen Jahr besuchten 75.954 Menschen die Tourist-Information am Marienplatz, fünf Prozent weniger als im Jahr 2018. „Sie kommen verstärkt mit ganz gezielten Fragen“, hat Karl Heinz Schäfer festgestellt. Einer wachsenden Zahl von Paderborn-Besuchern reiche es offenbar, sich im Internet vorab zu informieren. Durch den Verkauf von Souvenirs nahm der Verkehrsverein 87.000 Euro ein. Andenken sind sogar inmitten der Corona-Pandemie gefragt. Obwohl das Libori-Fest in seiner bekannten Form ausfallen musste, verkaufte der Verkehrsverein zuletzt dennoch 8000 Libori-Herzen und 1000 Festivalbändchen. Immerhin 5000 Besucher wurden über Libori in der Tourist-Information gezählt.

Deren Gäste müssen sich mittelfristig aber eine neue Adresse merken, denn ihre Anlaufstelle wird zum Königsplatz umziehen und dort räumlich mit dem Ticketcenter verschmelzen. In der zweiten Jahreshälfte 2021 soll es so weit sein.

Startseite