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Prof. Hubert Krawinkel zeigt Arbeiten in der Galerie B. in Paderborn

Ein Architekt als Vermesser der Welt

Paderborn (WB/ecke). Mit seinen künstlerischen Arbeiten kommt der Paderborner Architekt Prof. Hubert Krawinkel am liebsten in die Galerie B. an der Busdorfmauer 36. Am Samstag wurde dort seine neue Ausstellung »Die Welt vermessen – naturhaft, abstrakt, konkret« eröffnet. Die von Dirk Lötfering mit Klavierstücken von Claude Debussy bereicherte Vernissage im schmucken Fachwerkenhaus der Eheleute Gerhard und Renate Ortner war außerordentlich gut besucht.

Prof. Hubert Krawinkel vor seiner aufgerasterten Zeichnung des Paderborner Betonwerks in Mönkeloh. Das Original wurde von ihm für dieses Wandbild 100-fach vergrößert. Foto: Stienecke

In seinen vielfältigen Arbeiten versuche der Künstler, »die Realität in allen ihren Facetten zu erfassen und diese sichtbar und erfahrbar zu machen«, sagte Dr. Alexandra Sucrow, die in die Ausstellung einführte. Sie verwies auf Krawinkels Experimentierfreude und seine Entdeckerlust, wenn es darum gehe, »Ordnung und System nicht nur in Objekten der Zivilisation, sondern auch in der Natur aufzuspüren.« Deutlich werde das an seinen Farbfotos, in denen das Kameraauge die vergrößerten Strukturen von Blättern, Baumrinde, Gehölzen oder Spinnweben in den Blick nimmt.

Ungewöhnlich sind Krawinkels erstmals gezeigte Wandobjekte, in denen er parallel angeordnete, röhrenartige Fächer mit unterschiedlichen Materialien wie Körnern, Steinchen und gefärbten Wattekügelchen befüllt, die an Querschnittmodelle etwa von Erdformationen denken lassen.

Neu sind auch seine Wandcollagen, in denen er Bildmotive in »Landschaften« aus Pappe und leeren Tablettenblistern einbettet – ein Verweis vielleicht auf zunehmende Umweltbelastungen durch Müll und Chemie? Von faszinierender Wirkung sind auch seine Materialbilder, in denen kleine Fliesenkreuze aus Kunststoff mit zerrissenen und zerknäulten Papierschnipseln einen Kampf um »Ordnung und Chaos« ausfechten.

Hubert Krawinkel hat in seinem Berufsleben als Architekt immer die justierte Messlatte anlegen müssen. In seinen Bildern, Objekten und Collagen vermisst er nun ganz frei die Welt. Die Ausstellung ist bis zum 7. April zu sehen. Sie kann montags bis samstags, jeweils nach telefonischer Vereinbarung unter der Rufnummer 05251/ 25962, besucht werden.

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