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Biyon Kattilathu erläutert in der Paderhalle, wie die 80.400 Sekunden jedes Tages das Glück vermehren können

Ein Hoch auf uns

Paderborn (WB). Was ist eigentlich die reichste Stadt der Welt? Und was würde man mit einem mit 80.400 Euro gefüllten Konto machen, das jeden Tag um Mitternacht geleert und wieder mit der gleichen Summe aufgefüllt wird? Überraschende Antworten auf diese Fragen haben die Zuschauer am Montagabend in der gut gefüllten Paderhalle bei der Show „Weil jeder Tag besonders ist“ bekommen.

Sonja Möller

Motivationstrainer Biyon Kattilathu mit Maja aus dem Publikum, die sich „selbst heiratet“. Foto: Sonja Möller

„Spiegel“-Bestsellerautor Biyon Kattilathu überschüttete das Publikum zweieinhalb Stunden lang mit inspirierenden Geschichten, Anekdoten und jeder Menge Tipps. „Es gibt nur den einen Weg: wunschlos glücklich sein“, sagte er. Die Geschichten sind nicht unbedingt neu. Doch Kattilathu macht sie zu seinen eigenen, indem er zum Beispiel seine Eltern einbaut, die beide 1970 aus Indien gekommen waren, und geschickt die indische Kultur mit Lebensweisheiten verknüpft. Biyon erklärt auch, was es mit dem anfangs erwähnten Konto auf sich hat: „Das hat jeder von uns. Nur statt mit Euro ist es täglich mit 80.400 Sekunden gefüllt. Sind wir uns bewusst, wofür wir diese jeden Tag ausgeben?“ Biyon beschrieb seine Strategie, wie er mit schwierigen Situationen umgeht: „Ihr habt immer drei Chancen: verändern, akzeptieren oder verlassen. Ihr könnt euch zum Beispiel morgens wegen irgendjemanden ärgern. Das sind zehn Sekunden eurer Lebenszeit, die weg sind. Aber ob ihr die anderen 80.000 Sekunden des Tages auch noch wegwerft, oder ob ihr dann an euren Träumen arbeitet, das ist eure Entscheidung!“

Mann mit Charisma

Der charismatische Mann bezieht gerne und oft das Publikum mit ein. Er reagiert auf Zurufe, animiert und geht durch die Reihen, um einzelne Personen auf die Bühne zu holen. So wie Maja, die sich „selbst heiratet“. Sie las eine Selbstverpflichtung vor, in der sie sich zu mehr Selbstliebe bekennt. Oder der zwölfjährige Muhammed, dem Biyon sein Buch „Glücksgeschichten“ schenkte und ihm mit auf den Weg gibt, dass man Beleidigungen auch einfach nicht annehmen kann. „Und wo bleiben sie dann?“, fragt Biyon Kattilahtu. „Bei dem, der sie sagt“, antwortet der Junge. Genau. Alle klatschen.

Positive Lebensart steckt an

Biyon Kattilathu zuzuhören ist wie ein Schauer Glück, in das man sein Gesicht hält. Es tut rundum gut. Seine positive Lebensart steckt an. Und er erreicht mit seinen Worten die Zuhörer. Dass man zum Beispiel statt sich ständig zu kritisieren und selbst runterzumachen, auch einfach positiv und wertschätzend mit sich selbst sprechen kann, sollte eigentlich jedem klar sein: „Wir gehen aber zu hart mit uns ins Gericht. Kein anderer dürfte so mit uns reden, wie wir selbst es tun. Das passiert jedes Mal, wenn wir in den Spiegel gucken und uns abwerten, weil wir angeblich nicht gut genug sind, versagt haben oder zu dick sind. Da bekommt der Satz, ,Ich gehe mal kurz ins Bad und mache mich fertig’ eine ganz andere Bedeutung.“ Der Motivationstrainer betont, dass wir genauso gut so mit uns sprechen können wie mit jemandem, den wir lieben: „Probiert das mal aus! Reine Übungssache.“

Wertschätzung und Liebe

Auch wenn die Zuschauer manches Mal über den ulkig imitierten Vater von Biyon lachen, so steht doch immer das Gefühl von Wertschätzung und Liebe seinen Eltern und allen Menschen gegenüber im Raum. Bei ihm wird niemand vorgeführt. Auf seiner Suche nach der reichsten Stadt der Welt wurde Biyon Kattilathu übrigens an einem ungewöhnlichen Ort fündig: dem Friedhof. „Dort liegen zig Milliarden von Träumen, Ideen und Visionen begraben, von Menschen, die nicht gelebt haben.“ Das sitzt. Der Abend endet mit einer aus dem Off gesprochenen Gedankenreise und dem Lied „Ein Hoch auf uns“.

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