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Aktionstag In Paderborn am 7. September informiert über die Angebote

Ein Hoch aufs Ehrenamt

Paderborn (WB). Etwa 40.000 Paderbornerinnen und Paderborner engagieren sich ehrenamtlich. Es dürfen ruhig noch mehr werden. Eine Art Anschubser soll der Aktionstag »Einfach Wir« am Samstag, 7. September, werden.

Dietmar Kemper

Sie werben für den Aktionstag am 7. September: Beate Osterholz und Annette Bechthold (vorne von links) sowie Kriminaloberkommissarin Monika Freff, Wolfgang Walter, René Möller (Padersprinter), Melanie Struck, Günther Agethen (Kreissozialamt), Michael Dreier und Ludwig Koch (Sozialamtsleiter). Fast ein Drittel der Menschen in Paderborn engagieren sich für die Gesellschaft. Foto: Dietmar Kemper

Bereits zum achten Mal wird vor dem Rathaus und entlang der Westernstraße für das Ehrenamt geworben. Von 10 bis 14 Uhr stellen 58 Organisationen wie zum Beispiel die Bürgerstiftung sich und ihre Angebote vor. Neu mit dabei sind die Reservistenkameradschaft und die Vereine Rollenspielgilde und Freizeit ohne Barrieren. »Es ist unser Ziel, die Menschen auf die vielfältigen Angebote aufmerksam zu machen«, sagte die Leiterin des Seniorenbüros im städtischen Sozialamt, Melanie Struck, am Montag. Zudem solle durch den Aktionstag der Austausch der Organisationen untereinander gefördert werden.

Vorbildliche Hilfe für Flüchtlinge

Neben dem Seniorenbüro stellen der Marktplatz für ehrenamtliches Engagement, die Polizei und der Betrieb Padersprinter die Veranstaltung auf die Beine. Allen Beteiligten ist klar, dass die Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement kollabieren würde. »Ohne diese Unterstützung wären wir nicht lebensfähig«, räumte Paderborns Bürgermeister Michael Dreier ein und nannte die »sehr, sehr gute Arbeit« vieler Paderborner bei der Flüchtlingshilfe in den Jahren nach 2015 als Beispiel: »Das hätten wir als Stadt so nie leisten können.«

Der Einsatz der Bürger bei der Integration der zugewanderten Menschen sei der »valide Beweis dafür, dass die These von der egoistischen Gesellschaft nicht stimmt«, betonte Sozialdezernent Wolfgang Walter. Das ehrenamtliche Engagement sei nicht weniger, aber anders geworden. Die Bürger suchten sich ein Anliegen wie zum Beispiel das Training von Jugendlichen im Fußballverein aus und machten das dann für eine bestimmte Zeit. Sich einem Verein für immer anschließen, das wollten nur noch die wenigsten.

Büro im Rathaus mittwochs geöffnet

Weil ältere Menschen so lange wie möglich ein selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden führen möchten, werde die »Eins-zu-Eins-Betreuung immer wichtiger«, sagte Beate Osterholz vom Marktplatz für ehrenamtliches Engagement. Die private Initiative hat im historischen Rathaus ein Büro und ist mittwochs von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr erreichbar. Sie dient als Drehscheibe für bürgerschaftlichen Einsatz und vermittelt pro Jahr etwa 300 Interessenten in konkrete Projekte.

Nicht nur Hilfe für ältere Menschen beim Einkaufen und bei Arztbesuchen ist gefragt. Unterstützung ist auch in Ganztagsschulen, in Kitas und im betreuten Wohnen willkommen, sei es beim Vorlesen, der Hausaufgabenhilfe oder anderen nützlichen Dingen. »Auch junge Leute sagen, ich habe noch Kapazitäten und Kraft«, freut sich Osterholz. Viele Ehrenamtliche wollen sich um Kinder und Senioren kümmern, aber auch die Nachbarschaftshilfe und Quartiersarbeit haben einen größeren Stellenwert als früher bekommen.

Polizei und Padersprinter machen auch mit

Auch das Unternehmen Padersprinter und die Polizei des Kreises Paderborn engagieren sich. Damit unsichere ältere Menschen mit dem Bus zum Paderborner Markt kommen können, wurde das Projekt »Seniorenbegleiter« umgesetzt. 16 Padersprinter-Mitarbeiter, die an ihren blauen Westen zu erkennen sind, haben einen Blick dafür entwickelt, wer Hilfe im ÖPNV braucht. Die Polizei wiederum wird beim Aktionstag über Verkehrssicherheit informieren und Senioren zum Beispiel vor falschen Polizisten warnen, die die Gutgläubigkeit und Verwirrung älterer Menschen am Telefon schamlos ausnutzen, um an Geld zu kommen.

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