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Der Suizid ihres Bruders belastet Corinna Anhalt seit 40 Jahren schwer

Ein langer Brief in die Ewigkeit

Paderborn

„Ich werde keine 40“, machte ihr Bruder Burkhard zwar Andeutungen, aber über seine psychischen Probleme sprach er nie. Im Urlaub in Thailand nahm er sich 1982 das Leben, und seine Schwester Corinna Anhalt sagt heute: „Ich habe diesen Schritt nicht für möglich gehalten.“ Das Schicksal ihres Bruders trägt sie seit 40 Jahren mit sich herum. Jetzt gelang ihr der „persönliche Befreiungsschlag“.

Von Dietmar Kemper

Corinna Anhalt hat ihrem Bruder ein Buch gewidmet. Foto: Dietmar Kemper

In ihrem Buch „Burkhard, mein Bruder“ blickt sie auf die Zeit mit ihm zurück. Das Schreiben sei ihr Ventil, sagt die 69-Jährige, die andere Menschen, die Ähnliches erlebt haben, mit ihren Schilderungen erreichen und ihnen Denkanstöße geben möchte. Ihr habe der „Brief in die Ewigkeit, in die geistige Welt meines Bruders“, wie sie selbst das Buch beschreibt, sehr geholfen, die Trauerphase abzuschließen, betont die Paderbornerin. Sie bedauert, dass Suizid und Sexualität im Alter in der Gesellschaft „immer noch ein Tabu“ seien.

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