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Erzbischof Hans-Josef Becker sendet zum Juliansfest Videogrüße nach Le Mans – Magazin der Liborius-Fraternität erschienen

Eine Freundschaft, die groß bleibt

Paderborn

Zum Hochfest des heiligen Julian hat Erzbischof Hans-Josef Becker am Sonntag, 31. Januar 2021, in einer Videobotschaft an die Menschen im französischen Bistum Le Mans die Freundschaft zwischen Le Mans und Paderborn bekräftigt: „Freundschaft ist heilig. So ist es auch in dieser schweren Zeit: Unsere Freundschaft ist und bleibt heilig.“

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Erzbischof Hans-Josef Becker sandte seine Grüße zum Juliansfest in diesem Jahr mit einer Videobotschaft. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn

Die beiden Diözesen sind seit der Überführung der Reliquien des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn im Jahr 836 durch einen „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ verbunden. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten Erzbischof Becker und Generalvikar Alfons Hardt jetzt nicht mit einer Delegation aus dem Erzbistum zum Patronatsfest des Bistums Le Mans reisen. Jedes Jahr fahren sonst Ende Januar zahlreiche Mitglieder der „Deutsch-französischen St. Liborius-Fraternität“ und Jugendliche aus deren Jugendabteilung nach Frankreich. Anstelle des Besuchs hat die Fraternität in diesem Jahr ein Magazin zur Freundschaft der beiden Diözesen herausgegeben.

Der Gedenktag des heiligen Julian ist der 27. Januar. Am darauf folgenden Sonntag feiert der Bischof von Le Mans, Bischof Yves Le Saux, normalerweise zum Hochfest des Schutzpatrons seiner Diözese ein Pontifikalamt in der Kathedrale von Le Mans, in dem Erzbischof Hans-Josef Becker konzelebriert und ein Grußwort an die Gläubigen richtet. In diesem Jahr findet das Juliansfest in Le Mans wegen der Pandemie jedoch dezentral in den Kirchengemeinden statt, wo die Videobotschaft von Erzbischof Becker heute, am 31. Januar 2021, gezeigt wird. Im Rahmen einer Videokonferenz kommen Gläubige im Bistum Le Mans und im Erzbistum Paderborn am Sonntagabend zu einem gemeinsamen Vespergebet zusammen.

„Großartiges Geschenk“

Die deutsche Delegation und er seien „sehr traurig“, in diesem Jahr nicht in Le Mans zu sein, betonte der Paderborner Erzbischof in seinem Videogruß. Der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ bestehe seit fast 1.200 Jahren. „Vor so langer Zeit habt ihr uns den heiligen Liborius anvertraut. Seitdem stehen wir unter seinem Schutz“, erklärte der Paderborner Erzbischof und nannte dies „ein großartiges Geschenk“.

Der Liebesbund habe „die Zeiten überdauert“. Er habe dem Dreißigjährigen Krieg getrotzt, den deutsch-französischen Krieg von 1870 und zwei große Weltkriege überlebt, ebenso wie die Zeit des Nationalsozialismus und viele Spannungen unter den europäischen Völkern. „Wie viele Schlachtfelder und Tote gab es seitdem, wieviel Hass. Doch unser Bund besteht ununterbrochen“, betonte Erzbischof Becker.

Bischof Yves Le Saux (rechts) und Erzbischof Hans-Josef Becker – hier beim Juliansfest 2020 in der Kathedrale von Le Mans – freuen sich darauf, wenn im nächsten Jahr hoffentlich wieder eine Begegnung möglich ist. Foto: David Hesse/Erzbistum Paderborn

„Einander Freundinnen und Freunde bleiben“

Papst Franziskus habe vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein „Jahr des heiligen Josef“ ausgerufen, führte der Paderborner Erzbischof weiter aus. Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig „Heilige des Alltags“ wie der heilige Josef seien, die sich tagtäglich in Geduld üben und Hoffnung verleihen. „Solche Menschen stützen unsere Freundschaft, die groß ist und groß bleiben wird.“

In diesem Jahr sei am Juliansfest keine persönliche Begegnung zwischen den Menschen der beiden Diözesen möglich, konstatierte Erzbischof Hans-Josef Becker: „Das ist schmerzhaft. Aber die Zeit des Abstands wird bald vorbei sein“, sagte der Paderborner Erzbischof zum Abschluss seiner Videobotschaft erinnerte an die Fürsprache des heiligen Julian und des heiligen Liborius einander Freundinnen und Freunde zu sein.

Eigenes Magazin der Fraternität

Die „Deutsch-französische Liborius-Fraternität“ sorgt mit gegenseitigen Besuchen dafür, dass der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen Le Mans und Paderborn lebendig bleibt. Anstelle der persönlichen Begegnung gibt in diesem Jahr ein Magazin der Fraternität pünktlich zum Juliansfest einen Einblick in die Freundschaft zwischen beiden Bistümern. Das Heft ist unter Federführung der beiden Fraternitäts-Jugendbeauftragten, Vikar Jakob Jan Küchler für die deutsche Sektion und Vikar Marc Isnard für die französische Sektion, entstanden. Neben Erzbischof Hans-Josef Becker hat auch Bischof Yves Le Saux ein Vorwort beigesteuert.

Gott verbindet

Jugendliche Mitglieder der Fraternität beschreiben im Heft ihre Motivation, die Freundschaft mitzugestalten. Neben Berichten über den Austausch stellt sich auch der Fraternitäts-Vorstand vor. Die junge französische Studentin Anne Breteau bringt im Magazin ihre Erfahrung der Freundschaft auf den Punkt: „Was ich vor allem mitnehme, ist der gemeinsame Glaube, den wir haben und der uns verbindet. Trotz unserer Unterschiede, unserer Kulturen, unserer Sprachen glauben wir an denselben Gott. Und er ist es, der uns verbindet.“

Das Magazin ist zweisprachig und hat zwei Leserichtungen – eine in Deutsch mit französischer Übersetzung, die andere umgekehrt. „Wir wollen zeigen, dass beide Teile der Fraternität gleichberechtigt sind und dass man sich bewegen muss, um aufeinander zuzugehen“, erklärt Vikar Jakob Jan Küchler.

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