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Paderborner Start-up Latebird entwickelt automatisierten Mini-Supermarkt im Container

Einkauf rund um die Uhr

Paderborn

Was tun, wenn das Wetter schön ist, und man sonntags plötzlich Lust auf einen Grillabend kriegt? Das hat sich der Paderborner Unternehmer Markus Belte (Aluvation GmbH) im Frühjahr 2018 gefragt und direkt an einer Lösung gebastelt, die jetzt auf den Markt kommt. Der Latebird ist ein autonomer Mini-Supermarkt, der rund um die Uhr verfügbar ist.

Maike Stahl 

Markus Belte (links) und Alexander Burghardt stellen den Latebird-Prototypen vor. Der autonome Mini-Supermarkt im Kiosk-Format ermöglicht einen kontaktfreien Einkauf rund um die Uhr. Die ersten Container werden gerade in Paderborn gebaut. Foto:

Die gewünschten Waren können schon von zuhause aus per App oder über das Internet ausgewählt und reserviert werden. Vor Ort wird dann nur noch kontaktlos bezahlt und die Waren werden automatisiert aus dem Lagerbereich des Latebird geliefert.

„Das erfolgt über das Ausgabeband innerhalb weniger Minuten nach und nach, so dass der Kunde in Ruhe einpacken kann“, erläutert Unternehmensgründer Belte. Die Steuerung ermögliche, dass die Waren dabei intelligent sortiert werden, so dass die Weintrauben am Ende nicht unter der Dose Ravioli liegen. Ein Einkaufsbeutel werde bei Bedarf als erstes ausgegeben.

Latebird GmbH

Die Latebird GmbH wurde im September 2020 gegründet. Im März 2018 hat Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter Markus Belte zusammen mit seinem in Paderborn-Sennelager ansässigen Team der ATC Aluvation Technology Center GmbH und Partnern mit der Entwicklung des Prototypen begonnen. Im Dezember 2020 ist die Albers Group als Gesellschafter eingestiegen, seitdem wird in Paderborn auch für die ersten Kunden produziert. Im März soll der erste Latebird im Raum München installiert und eröffnet werden. Im April soll ein Container auf dem Firmengelände in Sennelager in Betrieb gehen.

In die Entwicklung des Systems ist nach Angaben von Entwicklungschef Alexander Burghardt viel Know-how aus unterschiedlichen Disziplinen eingeflossen. Metallbauer, Kühltechniker, Automatisierungsexperten, Warenwirtschafts- und eCommerce-Spezialisten sowie IT-Fachleute waren beteiligt. Besonders die ausgefeilte Kühltechnik zeichne den Latebird aus. „Im Warenbereich des Containers befinden sich 14 Systemschränke, die sich auf unterschiedliche Temperaturzonen einstellen lassen“, erläutert er. So könne auch Tiefkühlware optimal vorgehalten werden. Bis zu 650 Produktgruppen und 10.000 Artikeln biete der transportable 36 Quadratmeter große Container Platz.

Markus Belte, Unternehmer aus Paderborn

„Damit kann er nahezu überall aufgestellt werden, auf dem Supermarktparkplatz als Ergänzung außerhalb der Geschäftszeiten, auf einem Hochschulcampus, in Bahnhofshallen und in strukturschwachen Regionen“, erläutert Burghardt. Wichtig für die Aufstellung seien ein fester Untergrund, eine stabile Stromversorgung und eine leistungsfähige Datenleitung. Alternativ zur Containerlösung könne der patentierte Latebird in bestehende Räume integriert werden.

Markus Belte berichtet, dass das Interesse des Handel sehr groß sei. „Und zwar nicht nur im Lebensmittelbereich. Wir entwickeln auch mit Drogerien, Tierfutter- und Baumärkten angepasste Lösungen.“ Latebird biete neben Kauf und Support der Container auch Mietlösungen für Händler an, die das System zunächst testen oder es nur begrenzte Zeit, zum Beispiel während eines Umbaus des Geschäfts, nutzen wollen.

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