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Paderborner Extremschwimmer André Wiersig startet Ostermontag auf den Seychellen sein nächstes Abenteuer

Elf Stunden in totaler Dunkelheit

Paderborn

Den letzten großen Test hat der Paderborner Extremschwimmer André Wiersig unter Haien absolviert: Der 49-Jährige schwamm vor „Shark Rock“, einem gefährlichen Seegebiet rund vier Seemeilen vor La Digue, um sich auf sein neues Abenteuer vorzubereiten.

André Wiersig beim Testschwimmen vor der Insel La Digue: Auch bei seinem neuen Abenteuer wird er von seinem bewährten Team begleitet. Foto: Dennis Daletzki

Sein Ziel ist das paradiesische Eiland La Digue – die kleinste der drei bewohnten Hauptinseln der Seychellen. Wie jetzt bekannt wurde, will sich der Paderborner am Ostermontag kurz vor Sonnenuntergang am Carana Beach auf der Hauptinsel Mahé auf die gut 46 Kilometer lange Strecke im Indischen Ozean begeben. „Ich rechne damit, dass ich etwa 15 bis 20 Stunden schwimmen werde“, sagt Wiersig.

Mit Bullen- oder Hammerhaien, die in diesen Gewässern zu Hause sind, bekam er während des 40-minütigen Tests keine Probleme. „Ich habe nur zwei kleine Haie gesehen“, berichtet er. „Shark Rock“ werde wegen der Strömungen eine Schlüsselstelle sein. Wenn er dort gut durchkomme, sei es nicht mehr weit zum Ziel.

Vor dem geplanten Start am Ostermontag um 18 Uhr absolviert der Schwimmer einen Interview-Marathon: Die Seychellen haben ihn verpflichtet, um als Botschafter für nachhaltigen Tourismus zu werben. Die Inselgruppe hat den Schutz der grandiosen Natur und auch das nachhaltige Wirtschaften in ihrer Verfassung verankert – die Regierung um Präsident Wavel Ramkalawan macht großen Druck bei Klimakonferenzen.

Insofern steht nicht die sportliche Leistung, sondern Wiersigs Rolle als Botschafter der Meere im Vordergrund. „Ich bin hier, um dem Ozean eine Stimme zu geben“, sagt der Paderborner, der zugleich als Repräsentant des wissenschaftlichen Projekts UN Ocean Decade fungiert, bei einer Pressekonferenz im olympischen Zentrum des Landes. „Alles entsteht aus dem Wasser, wir müssen alles versuchen, diesen Lebensraum zu schützen.“ Die Regierung der Inselgruppe war auf Wiersig aufmerksam geworden, nachdem er am 21. August 2021 von St. Peter-Ording nach Helgoland geschwommen war.

Für sein neues Projekt greift Wiersig auf sein bewährtes Team zurück. Kapitän des Begleitboots ist Dennis Allers (Geestland). Nautiker Wolfgang Schmidt (Meldorf/Dithmarschen) und Thorgar Brüning, Strömungsexperte im Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, berechnen und überprüfen den Kurs während des Trips. Dabei ist außerdem Wiersigs Schwager Jürgen Peters (Kamenz/Sachsen), der auch die Versorgung des Schwimmers mit hochkalorischer Nahrung organisiert.

„Meine Mannschaft ist auf alles vorbereitet und harmonisiert perfekt“, sagt Wiersig, der sich auf viele Stunden in der tropischen Nacht einstellt. „Wenn es beim Starttermin bleibt, werde ich fast elf Stunden in der totalen Dunkelheit schwimmen, das ist auch für mich etwas völlig Neues“, sagt der Schwimmer. Die sehr warmen Wassertemperaturen (etwa 28 Grad) kennt er aus dem Kaiwi Channel vor Hawaii, den er 2015 durchquerte. „Auch die pralle Sonne ist definitiv ein Faktor“, sagt Wiersig, der 2019 als erster deutschsprachiger Athlet die sieben Kanäle der Ocean’s Seven durchschwommen hatte, was als größte Herausforderung des Freiwasserschwimmens gilt. Er fühle sich gut, obwohl er während des Winters kaum lange Trainingseinheiten im Freiwasser habe absolvieren können. „Aber der Körper erinnert sich an das, was er einmal geleistet hat.“

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