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Paderborner Kreis-SPD verspricht im Wahlkampf Ausbau von Kitas und Schulen

Endspurt mit Kevin Kühnert

Paderborn (WB). Mit einem prominenten Gast startet die heimische SPD in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes. Der Juso-Chef und stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert wird am Samstag, 22. August, mit Bürgern und Genossen diskutieren – erst ab 9.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Altenbeken und anschließend um 11.30 Uhr auf dem Franz-Stock-Platz in Paderborn.

Dietmar Kemper

Ute Dülfer, Wolfgang Scholle, Burkhard Blienert, Claudia Steenkolk und Ingo Stucke (von links) trafen sich in der SPD-Kreisgeschäftsstelle. Foto: Dietmar Kemper

Apropos Bundes-SPD: Mit ihr sind die Genossen im Kreis Paderborn zur Zeit sehr zufrieden. Wegen „deren Geschlossenheit“ spüre man „seit einigen Tagen einen leichten Rückenwind“, sagte der Kreisvorsitzende Burkhard Blienert am Mittwoch. Durch das Kurzarbeitergeld und Korrekturen bei den Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche erweise sich der Staat inmitten der Corona-Pandemie als handlungsfähig.

Beide Initiativen gingen maßgeblich von der SPD in der Großen Koalition aus, zudem nominierte die zuletzt zerstrittene Parteiführung Olaf Scholz geschlossen als ihren Kanzlerkandidaten.

Facebook und Plakate

Zurück zur Kommunalwahl am 13. September. Wegen des Coronavirus bilde der digitale Wahlkampf diesmal den Schwerpunkt, erläuterte Blienert. Neben Facebook und Instagram wolle die SPD aber nicht auf die klassischen Instrumente wie Infostände, Kundgebungen, Hausbesuche und Flyer verzichten. Auch wenn die Bürger den Wahlkampf verstärkt übers Internet wahrnähmen, halte die SPD dennoch an Plakaten als etablierter Möglichkeit fest, Aufmerksamkeit für Personen und Themen zu schaffen. Zu den wichtigsten Themen zählt Burkhard Blienert die Wohnungsnot und die aus seiner Sicht unbedingt nötige stärkere Unterstützung von Kitas und Schulen.

Ingo Stucke, der in Altenbeken Bürgermeister werden will, hält Plakate ebenfalls für unerlässlich: „Bei Schützenfesten wird auch beflaggt, die Wahl ist das Hochfest der Demokratie.“ Der Pfarrer hat gerade zwei Wochen Hausbesuche hinter sich und dabei festgestellt: „Die Menschen sind freundlich, offen und freuen sich. Man wird nicht mehr hereingebeten, aber manchmal auf die Terrasse.“

Zu den heißen Eisen in Altenbeken zählt Stucke den Mangel an barrierefreiem, altersgerechtem Wohnraum, die „zu teuren Bus- und Bahntarife“ sowie die Zukunft des Wasserwerks. Als Bielefelder komme er „mit frischem Blick von außen“ und sei „noch niemandem vor Ort verpflichtet“.

Unabhängige Kandidatin

In Lichtenau möchte Ute Dülfer Bürgermeisterin werden. Die unabhängige Kandidatin aus Kle­i­nenberg wird von SPD und FDP unterstützt und bot zuletzt eine Wanderung an, um sich den Bürgern näher vorzustellen. Ute Dülfer ist davon überzeugt, dass die Zukunft des ÖPNV und der Windkraft, der Erhalt der Bankfilialen und die Frage, ob die Schließung der Grundschule in Herbram rückgängig gemacht werden kann, die Menschen beschäftigen.

Lichtenaus SPD-Stadtverbandsvorsitzender Wolfgang Scholle kündigte an: „Ute Dülfer wird unabhängig bleiben und nach der Wahl nicht in die SPD eintreten. Als Bürgermeisterin wird die Verwaltungsfachfrau die erfolgreiche Arbeit von Josef Hartmann weiterführen.“

Die Kreis-SPD setzt aber nicht nur auf Ingo Stucke und Ute Dülfer. Burkhard Blienert sieht realistische Chancen für Bad Lippspringe und Bad Wünnenberg, wo Marcus Kleinemeyer und Stefan Stachowiak für die Sozialdemokratie antreten. Vor 20 Jahren hatte Hans Jürgen Wessels in Altenbeken die schwarze CDU-Dominanz im Kreis Paderborn durchbrochen.

„Reine Persönlichkeitswahl“

Einmal CDU, immer CDU – damit sei es vorbei, glaubt auch Claudia Steenkolk, die für die SPD im Paderborner Rat und in zahlreichen Ausschüssen mitwirkt. Am 13. September gehe es nicht in erster Linie um Parteien: „Die Kommunalwahl ist eine reine Persönlichkeitswahl.“ Ingo Stucke hat beobachtet: „Die Menschen checken, ob jemand eine Gemeinde repräsentieren kann.“ Die SPD hofft, dass die Wahlbeteiligung höher ausfällt als zuletzt mit nur 45 Prozent in Paderborn. Wegen Corona wird ein hoher Anteil von Briefwählern erwartet.

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