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CDU-Mittelstandsvereinigung formuliert harte Kritik

Sofortiges Aus für den Paderborner Erprobungsradweg gefordert

Paderborn

Die Mittelstandsvereinigung der CDU hat ein sofortiges Ende des Erprobungsradwegs in der Detmolder Straße gefordert. Der Versuch sei, wie vorauszusehen gewesen sei, ein Fehlschlag und komme zudem zu einem denkbar unpassenden Zeitpunkt.

Die CDU-Mittelstandsvereinigung lässt kein gutes Haar am Erprobungsradweg an der Detmolder Straße. Foto: Jörn Hannemann

„Die Bahnhofstraße ist dicht, die Elsener Straße ist zur Hälfte dicht, die Borchener Straße hat einen Engpass an der Brücke und einen am Westerntor, die B64 ist eingeschränkt befahrbar, die A33 ist eine Wanderbaustelle mit eingeschränkten Auf- und Abfahrmöglichkeiten“, zählen die Mittelständler auf.

Es sei lediglich der Disziplin, Geduld und Umsicht der Autofahrer zu verdanken, dass der Verkehr trotzdem irgendwie funktioniere. „Genau in dieser Situation sind Rat und Verwaltung darauf gekommen, die Detmolder Straße mit einem Erprobungsradweg zu lähmen“, kritisiert die Mittelstandsvereinigung. Daraus spreche „eine gehörige Person Miss- oder sogar Verachtung der in Paderborn arbeitenden und einkaufenden Menschen“.

Die Ergebnisse seien bereits nach einer Woche klar gewesen: „Die Radfahrer nutzen aus Sicherheitsgründen lieber den vorhandenen Radweg, Linksabbieger sorgen für einen sofortigen Rückstau. Die Autofahrer beißen ins Lenkrad. Platz für einen Radweg auf Straßenniveau gibt es genug, der vorhandene Radweg ist abzusenken. So gut wie jede Paderbornerin und jeder Paderborner hätte das voraussagen können.“

Aus diesem Grund fordert die CDU-Mittelstandsvereinigung die sofortige Beendigung dieses „Fehlversuchs“ und kritisiert zudem das Mobilitätskonzept (IMOK). Es stamme aus einer Zeit, „in der es uns zu gut ging“. Damals sei „der Gedanke aufgekommen, dass das Geld vom Himmel fällt und wirtschaftliche Aktivität nur stört“. Inzwischen herrsche Inflation, eine Weltwirtschaftskrise stehe bevor und in Europa werde Krieg geführt. Wie sehr die Autoren des IMOK noch im Schlaraffenland lebten und die von Kanzler Scholz verkündete Zeitenwende gar nicht begriffen hätten, zeige die aktuelle Forderung nach einem „Fußgängerbeauftragten“.

Die Stadtverwaltung habe das Ziel ausgegeben, den innerstädtischen Verkehr zu halbieren. „Ein abstraktes Ziel mit vielen Kollateralschäden“, kritisieren die Mittelständler.

Den Schul-Zielverkehr zu halbieren, der aktuell das größte Problem sei, sei hingegen ein konkretes Ziel. Es sei „völlig unnötig und fahrlässig“, den Handel, der in Paderborn demnächst fünf prominente Leerstände erleben werde, draufgehen zu lassen, weil es zu Zeiten, die ihn gar nicht betreffen, zu Verkehrsspitzen komme. „Wenn es so weitergeht, werden wir die Westernstraße jedenfalls nicht wiedererkennen“, befürchtet die Mittelstandsvereinigung.

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