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St.-Vincenz-Krankenhaus spezialisiert sich auf Krebserkrankungen und Nebenwirkungen

Erste Kardio-Onkologie in OWL

Paderborn (WB). Eine Krebserkrankung ist für Patienten eine enorme körperliche als auch psychische Belastung. Dank des Medizinfortschrittes hätten Krebserkrankte zwar eine immer größer werdende Heilungschance und höhere Lebenserwartung, zunehmend rückten aber Nebenwirkungen ins Bewusstsein der Mediziner. Im St.-Vincenz-Krankenhaus gibt es dafür die »Kardio-Onkologie«.

Dr. Volker Rickert, Oberarzt in der Kardiologie, und Prof. Dr. Andreas Götte (rechts), Chefarzt der Medizinischen Klinik II, arbeiten in der Kardio-Onkologie Hand in Hand. Foto:

Es werde immer wichtiger, über Nebenwirkungen und Langzeitfolgen einer Krebserkrankung zu forschen, aufzuklären und rechtzeitig zu handeln. Die Vincenz-Kardiologen gründeten deshalb diese Spezialabteilung, um sich auf die Behandlung beider Erkrankungen in Kombination zu spezialisieren.

Medikamente in einer Chemotherapie können das Herz schädigen

»Bestimmte Medikamente in einer Chemotherapie können krankmachend auf das Herz wirken«, erklärt Dr. Volker Rickert, Oberarzt in der Kardiologie. Auch eine Bestrahlung in der Nähe des Herzens könne eine Schädigung des Herzmuskels hervorrufen. Strahlen- oder Chemotherapien könnten somit Auslöser einer Herzschwäche sein. Tritt diese ein, könne das Herz den Organismus nicht mehr mit genügend Blut versorgen. Symptome seien Atemnot bei Anstrengung, ein Gefühl von Schwäche und Erschöpfung sowie Wasseransammlungen im Körper.

»Entscheidend ist, eine Herzmuskelschwäche bei Krebspatienten so früh wie möglich zu erkennen. Denn diese kann kurzfristig auftreten, kann aber auch erst viele Jahre nach einer Behandlung beginnen«, weiß Prof. Dr. Andreas Götte, Chefarzt der Medizinischen Klinik II – Kardiologie und Internistische Intensivmedizin. Besonders im Blickfeld der Kardiologen seien die Krebspatienten, die vor der Diagnose Krebs unter einer Herz-Kreislauf-Erkrankung litten.

Herzultraschall

Dr. Volker Rickert erklärt die Behandlung: »Mittels eines Herzultraschalls, der sogenannten Echokardiographie, können wir die Pumpleistung des Herzens ermitteln und so krankhafte Veränderungen des Herzens frühzeitig feststellen.« Diese Methode sei besonders schonend für den Patienten. »Danach leiten wir eine gezielte Behandlung ein. Zunächst erfolgt in der Regel ein medikamentöser Therapieversuch, der häufig erfolgreich ist. Bei fortbestehenden Beschwerden und zunehmender Herzschwäche kann das Herz durch spezielle Geräte unterstützt werden, die wie ein Herzschrittmacher in einer kleinen Operation implantiert werden und die Pumpfunktion des Herzens bessern können«, sagt Dr. Rickert. Das Vincenz ist auf die Behandlung unterschiedlicher Krebserkrankungen spezialisiert. Zertifizierte Zentren wie das Darmzentrum, das Kooperative Brustzentrum Paderborn sowie das Gynäkologische Krebszentrum gewährleisteten eine bestmögliche Versorgung der Tumorpatienten. »Wir sind das erste kardiologische Zentrum in der Region OWL, das sich speziell auf dem Gebiet der Kardio-Onkologie personell verstärkt hat. So können wir dieser wichtigen Entwicklung in der Herzmedizin gerecht werden, die ebenfalls weltweit zunehmend in den Fokus rückt«, so Prof. Götte.

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