Paderborner Kulturamt plant maximal flexibel in diesem Jahr

„Es gibt Konzepte für alle Eventualitäten“

Paderborn

Mitten im Lockdown blickt das Paderborner Kulturamt dennoch optimistisch auf das neue Jahr. Das machten sowohl Amtsleiter Christoph Gockel-Böhner als auch die Leiterin der städtischen Museen, Andrea Brockmann, am Mittwoch im Kulturausschuss deutlich.

Maike Stahl

In der Reithalle wurde während des Lockdowns die Ausstellung „Erweiterung der Möglichkeiten“ aufgebaut und wieder abgebaut, ohne dass sie ein Besucher hätte sehen können. Foto: Oliver Schwabe

„Dieses Jahr sind wir viel besser vorbereitet was coronabedingte Alternativkonzepte angeht“, betonte Gockel-Böhner. „Damit können wir auf die unterschiedlichsten Szenarien flexibel reagieren.“

Kultursommer 2021:Bezug nehmend auf den Antrag von CDU und Grünen, rechtzeitig mit allen Beteiligten der Kulturszene ein alternatives Open-Air-Kulturprogramm abzustimmen, erläuterte Gockel-Böhner, dass damit bereits begonnen worden sei. „Die Pader-Kultour wird beispielsweise nicht mehr so aussehen, wie wir sie kennen, aber es gibt bereits ein Konzept“, sagte der Amtsleiter. Entsprechende Mehrkosten, wenn die Veranstaltungen nicht so frequentiert werden können, wie zu normalen Zeiten, seien bereits im Haushaltsplanentwurf für dieses Jahr eingestellt. Die Planungen würden zudem noch deutlich mehr lokale und regionale Künstler als bisher einbeziehen. „Im vergangenen Sommer ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Kulturschaffenden und Veranstaltern entstanden. Darauf können wir jetzt aufbauen.“

Städtische Museen:Auch wenn die städtischen Museen seit November geschlossen sind, und die Ausstellung „Erweiterung der Möglichkeiten“ mit Werken von Beate Höing und Franziska Reinbothe wieder geschlossen werden musste, ohne dass auch nur ein einziger Besucher begrüßt werden konnte, zeigte sich Andrea Brockmann optimistisch und stellte ein umfangreiches Ausstellungsprogramm für dieses Jahr vor (siehe unten).

Besonders am Herzen liegt ihr gerade die Ausstellung Intermezzo #2, die ausschließlich Werke von Künstlerinnen aus der städtischen Sammlung zeigt. „Von insgesamt 2400 Werken sind das gerade einmal 150“, stellte Brockmann bei der Vorbereitung fest. Um die weibliche Kunst sichtbarer zu machen, hoffe sie sehr, dass die Türen des Kunstmuseums bis zum Ausstellungsende am 25. April noch für Publikum geöffnet werden können.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“, versprach Brockmann. „Natürlich sind wir auch mal frustriert, aber wir planen unser Programm mit Freude und haben große Lust, es zu präsentieren.“

Auch für die Werke von Beate Höing und Franziska Reinbothe, die diese teilweise eigens für den zwischen Malerin und Keramikerin gestalteten Dialog in der Reithalle geschaffen hatten, präsentierte Brockmann eine Idee: Beide sollen 2022 oder 2023 nach Umgestaltung der Reithalle noch einmal eingeladen werden.

Projekt Kulturpreis: Den schon obligatorischen Antrag der SPD, gar keinen Eintritt in den städtischen Museen zu erheben, hat der Ausschuss mit großer Mehrheit abgelehnt. Denn die Stadt beteiligt sich am Forschungsprojekt Kulturpreis der Universität Paderborn, in dessen Rahmen alternative Preiskonzepte untersucht werden sollen. „Das hat natürlich wenig Sinn, wenn wir gar keinen Eintritt erheben. Andererseits ermöglicht uns das Ergebnis sicherlich ein gutes Konzept für die Zukunft“, erläuterte Kulturdezernent Carsten Venherm. Der Start des Projekts, an dem auch weitere Partner wie das HNF und das Theater beteiligt sind, habe sich allerdings coronabedingt ebenfalls verzögert, weil die Untersuchungen bei Normalbetrieb erfolgen müssten.

Eintrittsfreie Tage 2021

24./25. April: Festival im Schlosspark (außer Stadtmuseum); 1./2. Mai: Eröffnung Schloss Sommer, Familienfest im Schlosspark, Finissage Erwin Grosche; 16. Mai: Internationaler Museumstag;23. Mai: Pader-Kultour;17. Juli: Sommerakademie/offene Ateliers 8außer Stadtmuseum);25. Juli u. 1. August: Libori12. September: Tag des offenen Denkmals;24. u. 31. Oktober: Herbstlibori (nur Stadtmuseum);4./5. Dezember: Weihnachtsmarkt.

Das geplante städtische Ausstellungsprogramm

Stadtmuseum: 20. Februar – 2. Mai: Die Weltenlauscher. Erfindungen und Denkapparate von Erwin Grosche; 18. April – 8. August: „Stadtplanung der Nachkriegsmoderne im Bild am Beispiel der Postkarte“; 18. Juli bis Januar 22: „Libori 500. Vom Magdalenenmarkt bis Großlibori 1521-2021“ (mit Stadtarchiv).

Kunstmuseum: bis 25. April: Intermezzo#2. Werke aus der städtischen Kunstsammlung; 21. Mai – 9. August: Expedition – Ausstellung der Sommerakademie; 17. September – 14. November: Intermezzo #3; 28. November – 2. Februar: Hell im Dunkel: Lichtkunst.

Reithalle: 25. April – 5. September: Karel Dierickx; 10. Oktober bis 9. Januar: GWK Förderpreis Kunst.

Naturkundemuseum: 26. Februar – 9. Mai: Glanzlichter der Naturfotografie; 10. Juli – 3. Oktober: Hochstapler, Trunkenbolde, Schnüffler – verrückte Schmetterlinge;15. Oktober – 5. Dezember: Erzähl mir was vom Pferd; ab 5. Dezember: ggf. „Experimentierwerkstatt“.

Residenzmuseum:bis 2. Mai: Get dressed: Standesgemäß.

Sammlung Nachtmann: 11. Juli bis 26. Juni: 22 Fürstliches Glas.

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