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Zwei Jahre Planung und Bau: Die Küche im Paderborner Schützenhof ist fertig

Es ist angerichtet

Paderborn (WB). Küchenchef Oliver Diekneite und sein Team sind mehr als zufrieden: Pünktlich zur Eröffnung der Biergarten-Saison im Paderborner Schützenhof ist am Dienstag die neue Küche in Betrieb genommen worden. Am Abend wurden die ersten À-la-Carte-Bestellungen aufgenommen. Ganz oben auf der Bestseller-Liste: Das Krüstchen mit Spiegelei und Bratkartoffeln, auf das viele Stammkunden lange verzichten mussten.

Ingo Schmitz

Küchenchef Oliver Diekneite zeigt das beliebte „Krüstchen“ samt Spiegelei – das erste Gericht in der neuen Küche des Paderborner Schützenhofes. Mit im Bild sind Geschäftsführerin Dr. Maria Rodehuth sowie Dieter Honervogt (von links). Foto: Ingo Schmitz

Die Sanierung der Schützenhof-Küche war in Paderborn monatelang ein Politikum. Dietrich Honervogt, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadthallenbetriebsgesellschaft, zog am Dienstag Bilanz. „Hier ist nicht einfach eine Reparatur erfolgt. Die Küche ist jetzt zukunftsweisend aufgestellt für die nächsten 20 Jahre. Ich bin all denen dankbar, die an dem Kompromiss zur Realisierung mitgewirkt haben – obwohl auch zwischendurch die Nerven manchmal blank lagen, haben wir jetzt ein sehr gutes Ergebnis“, sagte er mit Blick auf die Bedeutung des wichtigen Veranstaltungszentrums.

Steiniger Weg zu Realisierung

Der Weg zur Realisierung war mehr als steinig. Anfang 2018 wurde bekannt, dass aufgrund von Feuchtschäden im Boden die ursprünglich geplante Sanierung der Küche nicht ausreichen würde, um die Probleme zu beheben. Zwischen dem Paderborner Bürger-Schützenverein (PBSV) als Verpächter und der Stadthallen-Betriebsgesellschaft als Pächterin wurde einige Zeit darüber gestritten, wer denn für die Sanierung aufkommen müsse. Denn die Kosten, die damals aufgerufen wurden, sorgten bei vielen Beteiligten für Irritationen: Rund 880.000 Euro wurden für die Planung und die Umsetzung veranschlagt, um die Logistik der Küche zu optimieren und den heutigen Hygienevorschriften anzupassen. Die Anlieferung samt Kühl- und Tiefkühlbereich ist nun komplett vom Küchenbereich getrennt. Viel Geld ist auch in die Abluft-Technik geflossen, die jetzt optimal funktioniere.

Angemieteter Küchencontainer hat 200.000 Euro gekostet

Außerdem wurde von der Stadthallenbetriebsgesellschaft eine Containerküche angefordert, um in der Zwischenzeit die geplanten Veranstaltungen – von der Taufe bis zum Firmenevent – durchführen zu können. Pro Jahr seien es 350 bis 400 Veranstaltungen , sagte die Geschäftsführerin. Allein die Mietkosten für die Übergangslösung, die an diesem Mittwoch nach zwei Jahren abgebaut werden soll, belaufen sich nach Angaben von Dr. Maria Rodehuth auf inzwischen 200.000 Euro. Wäre ein Kauf günstiger gewesen? Dr. Rodehuth verneinte: „Bei solch großen Küchenprojekten sind Containerküchen obligatorisch. Dafür gibt es diese Lösungen, die speziell auf den Bedarf ausgerichtet sind.“ Sie dankte dem Team, das in der Zwischenzeit trotz der beengten Verhältnisse in dem Container einen „tollen Job“ gemacht habe.

Küchenchef Oliver Diekneite ist dankbar, dass jetzt auch wieder Schnitzel und Co. auf der Karte stehen können – dies sei in der Containerküche, die auf den Bankettbetrieb ausgerichtet gewesen sei, nicht möglich gewesen. Daher habe man auch die Speisekarte komplett darauf ausgerichtet: Ob Rump-Steak, Burger, Nudelpfanne, Salat mit gebratener Blutwurst oder Spargel: Alles komme frisch auf den Tisch, verspricht er.

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