1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. „Es ist so leicht, Leben zu retten“

  8. >

Sauerland GmbH finanziert 30 Registrierungen bei der DKMS

„Es ist so leicht, Leben zu retten“

Bad Lippspringe (WB). Ein Fernsehfilm, in dem ein Leukämie-Patient verzweifelt auf einen geeigneten Knochenmarkspender hofft, hat Tim Helle vor einigen Jahren dermaßen berührt, dass er sich anschließend gleich als Spender registrieren ließ. Entsprechend erfreut reagierte der 39-Jährige jetzt auf die Nachricht der DKMS, dass er möglicherweise tatsächlich als Spender in Frage komme.

Maike Stahl

Tim Helle hat sich bereits vor einigen Jahren als möglicher Knochenmarkspender bei der DKMS registrieren lassen. Möglicherweise kommt er jetzt tatsächlich für eine Stammzellenspende in Frage. Deshalb will er weitere Registrierungen finanzieren. Foto: Maike Stahl

„Wenn man bedenkt, wie sehr die Betroffenen leiden, und wie leicht es andererseits ist, ihnen zu helfen, wenn die Merkmale übereinstimmen, sollte es doch eigentlich gar keine Frage sein, sich registrieren zu lassen“, meint der Geschäftsführer der Sauerland GmbH in Bad Lippspringe. Als er den Brief erhalten habe, in dem die DKMS ihm mitteilt, dass für ihn nun weitere Untersuchungen anstünden, falls er weiterhin zur Spende bereit sei, habe er überhaupt nicht gezweifelt. „Die DKMS macht das wirklich sehr gut, man wird umfassend informiert und betreut.“ Mit dem Brief habe er Röhrchen für eine Blutabnahme zur weiteren Untersuchung erhalten. „Das war Anfang August. Nach acht Wochen etwa soll ich Nachricht erhalten, ob auch meine weiteren Merkmale mit denen des möglichen Empfängers übereinstimmen“, erzählt Helle und ist auch schon ein bisschen gespannt auf das Ergebnis. Außerdem werde er im Vorfeld gründlich auf mögliche Vorerkrankungen untersucht, damit eine Spende auch für ihn keine Folgen habe.

In acht von zehn Fällen erfolgt die Spende der Stammzellen über das Blut, ähnlich wie bei einer Blutplasmaspende, weiß Tim Helle inzwischen. Im Vorfeld werde dem Spender ein Wachstumsfaktor verabreicht, um die Produktion von Stammzellen anzukurbeln. Dadurch könnten grippeähnliche Symptome auftreten. „Nur jedem Fünften müssen die Zellen aus dem Beckenkamm entnommen werden, aber selbst das wäre relativ unproblematisch“, sieht Helle einer möglichen Spende gelassen entgegen.

Viele Mitarbeiter sind schon registriert

Und nicht nur das, er möchte noch mehr Menschen dazu motivieren, sich in der Knochenmarkspenderdatei registrieren zu lassen. „Gerade jetzt in der Corona-Zeit haben viele Menschen andere Sorgen, aber hier kann wirklich mit wenig Aufwand viel erreicht werden. Es ist wichtig, dafür zu sensibilisieren, dass es gerade auch noch andere wichtige Dinge gibt.“ Daher habe er zunächst im eigenen Unternehmen dafür geworben. „Meine Idee war, die Registrierung der Mitarbeiter zu finanzieren“, erzählt er. Denn jede Registrierung sei natürlich mit Kosten verbunden, die die DKMS über Spenden refinanziere. Bei der Umfrage unter den Sauerland-Mitarbeitern habe er allerdings erfreut feststellen können, dass diejenigen, die vom Alter her in Frage kommen, auch schon registriert seien, erzählt Tim Helle.

Kostenübernahme unabhängig von einer Betriebszugehörigkeit

Deshalb will er nun die Kosten für 30 Freiwillige, unabhängig von einer Betriebszugehörigkeit, übernehmen, die seinem Beispiel folgen möchten. „Die Registrierung ist ganz einfach. Wer sich bei uns meldet, erhält einen Registrierungs-Link und darüber kann er dann ein Lebensretter-Set mit einem Wattestäbchen für einen Abstrich der Mundschleimhaut bei der DKMS anfordern.“ Wer sich über die Sauerland GmbH registrieren lassen möchte, kann sich unbürokratisch per E-Mail an th@sauerland.shop mit Tim Helle in Verbindung setzen.

Startseite
ANZEIGE