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Knapp 40 Schülerinnen und Schüler demonstrieren vorm Rathaus für den Klimaschutz

»Es ist unsere Zukunft!«

Paderborn (WB). »Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!«, riefen am Freitagmittag knapp 40 Schülerinnen und Schüler vor dem Paderborner Rathaus.

Dietmar Kemper        und Leandra Grotjahn

Jetzt hat die Schüler- und Studentenbewgung »Fridays for Future« auch Paderborn erfasst. Am Freitag gab es die erste Demo dieser Art vor dem Rathaus. Foto: Jörn Hannemann

Statt in der Klasse zu sitzen, demonstrierten sie für den Klimaschutz und gegen Politiker, die ihrer Meinung nach immer nur reden, anstatt zu handeln. Es war die Generalprobe für die größere Aktion im Rahmen der bundesweiten Jugendkampagne »Fridays for Future«, zu der am kommenden Freitag in der Domstadt etwa 200 Teilnehmer erwartet werden.

»Jede Stimme zählt«

Die Schüler organisieren die Kundgebungen für mehr Klimaschutz selbst und schwänzen dabei auch den Unterricht. »Es ist unsere Zukunft! Die Demonstration heute ist ein Anfang, jede Stimme zählt«, sagte der 18-jährige Güven Erkurt vom Gymnasium Theodorianum. Er blieb am Freitag dem Geschichtsunterricht fern: »Den Stoff kann ich am Wochenende nachholen.« Auch die Stadt Paderborn könne etwas für den Klimaschutz tun, zum Beispiel die Solarenergie fördern.

Zuletzt hatte der Paderborner Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke Schüler kritisiert, die wegen »Fridays for Future« den Unterricht schwänzen. Der Klimaschutz solle besser im Unterricht behandelt werden.

Schüler erinnern an die Dinosaurier

»Das Thema wird, wenn überhaupt, in Erdkunde durchgenommen, aber nicht so, als wenn wir selbst betroffen wären«, sagte Anna Maria Radu (17) vom Pelizäus-Gymnasium. Schüler hätten das Recht, vor dem Rathaus zu stehen und auf das Umweltproblem aufmerksam zu machen. Es gelte jetzt zu handeln. Ganz in diesem Sinne war auf einem Transparent zu lesen: »Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit«. Und auf einem anderen stand: »Wir gehen zur Schule, wenn ihr das Klima kühl haltet.«

Zwei Schülerinnen sagten, sie seien sich durchaus bewusst, dass das Schwänzen Konsequenzen haben kann. Aber wenn sie nicht während der Schulzeit streiken würden, würde niemand davon Notiz nehmen.

Die Kundgebung am Freitag hatte Klara Lötfering (16) vom Pelizäusgymnasium unabhängig von der für den kommenden Freitag vorgesehenen geplant. »Für den Klimaschutz muss immer was getan werden, es muss schnell demonstriert werden. Das ist nötig, weil die Politik bislang nichts getan hat«, sagte sie.

Emily Franke (17) vom Helene-Weber-Berufskolleg forderte die Kommunen auf, bessere Busverbindungen zu schaffen, damit mehr Menschen den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen und so die Umwelt entlastet wird.

Greta Thunberg ist das Vorbild der Klimastreik-Bewegung

»Es ist kurz vor 12«, meint der Paderborner Student Ilja Nien­aber. Durch die Jugendbewegung sei »eine Dynamik entstanden, die ich mir schon vor zehn Jahren gewünscht hätte«. Politiker und Schulleiter fehlten bei der Kundgebung. Als Vorbild betrachtet die Klimastreik-Bewegung die Schwedin Greta Thunberg (16). Sie geht seit Monaten freitags nicht in die Schule, um sich für Klimaschutz zu engagieren.

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