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Werbegemeinschaft Paderborn begrüßt das bundesweite Aktionsbündnis „Handel steht zusammen“

„Es muss Chancengleichheit herrschen“

Paderborn

Die Werbegemeinschaft Paderborn blickt mit großer Sorge auf eine mögliche weitere Verschärfung des Lockdowns. Vorsitzender Uwe Seibel erklärte am Montag auf Anfrage, dass man auch vor diesem Hintergrund das bundesweite Aktionsbündnis „Handel steht zusammen“ begrüße.

Ingo Schmitz

Uwe Seibel und Händler aus Paderborn unterstützen die bundesweite Kampagne „Handel steht zusammen“. Foto: Jörn Hannemann

Das Textilhaus Klingenthal war eines der ersten Unternehmen in Paderborn, das die Initiative unterstützt habe. Bis Montagnachmittag haben bereits 15.354 Unterstützer aus Handel, Gewerbe, Industrie und Privathaushalten ihre virtuelle Unterschrift unter die Forderungen gesetzt.

Das Aktionsbündnis setzt sich für wirksame Entschädigungen für den derzeit geschlossenen stationären Einzelhandel ein. Alternativ müsse es eine sehr zeitnahe Wiedereröffnung geben, heißt es dort.

„Uns ist bewusst, dass die Corona-Pandemie eine historische Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft darstellt. Wir unterstützen in unserer gesellschaftlichen Verantwortung selbstverständlich alle Maßnahmen, die dem Erhalt und dem Schutz menschlichen Lebens dienen. Doch wenn im Gegenzug die Gesellschaft, vertreten durch die Politik, keine angemessene Absicherung der durch die Maßnahmen und Schließungen gefährdeten Existenzen bereitstellt, dann ist dies ein nicht hinzunehmendes Ungleichgewicht.“

Das betreffe nicht nur den Einzelhandel, sondern natürlich auch die Gastronomie, wie Uwe Seibel betonte. „Die brauchen jetzt die Corona-Hilfen – und nicht erst in einem Vierteljahr. Das kann keiner durchhalten.“

Als Vorsitzender der Werbegemeinschaft ärgert er sich zudem darüber, dass die Discounter derzeit ohne Einschränkungen Fachsortimente wie jüngst Fitness- und Sportkleidung sowie -geräte verkaufen durften, während der stationäre Einzelhandel geschlossen habe. „Ich gönne jedem Händler sein Geschäft, aber auch in der Corona-Pandemie muss Chancengleichheit herrschen“, sagte Seibel.

Auch die Online-Aktivitäten der heimischen Händler, die mit viel Aufwand betrieben würden, könnten die großen Verluste durch die Geschäftsschließungen nicht ausgleichen. „Seien wir mal ehrlich: Der Online-Handel ist aufgeteilt unter Amazon, Zalando und Otto.“ Die heimischen Händler bemühten sich sehr, aber das Ergebnis sei enttäuschend.

Überhaupt nicht enttäuschend sei in Paderborn die Einführung des neuen, digitalen Einkaufsgutscheins der Werbegemeinschaft verlaufen. Allein rund um das Weihnachtsgeschäft habe die Werbegemeinschaft 520.000 Euro eingenommen – eine stolze Bilanz. „Das zeigt, wie hoch die Affinität zum heimischen, stationären Einzelhandel ist. Und es ist ein klares Bekenntnis zur Einkaufs- und Erlebnisstadt Paderborn.“

https://handelstehtzusammen.de/

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