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Polizei hat Tipps für Besitzer – Serientäter erwischt

Fahrraddiebstähle in Paderborn nehmen deutlich zu

Paderborn

Der 3. Juni ist der weltweite „Tag des Fahrrads“. Die Polizei Paderborn nimmt diesen zum Anlass, um auf den in den vergangenen Wochen zu verzeichnenden deutlichen Anstieg bei den Fahrraddiebstählen hinzuweisen und Tipps zu geben, wie sich Fahrradbesitzer schützen können.

Symbolbild. Foto: dpa/P

Hochwertige Fahrräder und E-Bikes seien begehrte Beute von Dieben. Allein seit Anfang April dieses Jahres seien 230 Fahrraddiebstähle im Kreis Paderborn angezeigt worden, heißt es. Rund 85 Prozent davon in Paderborn – die meisten in der Kernstadt, etwa 30 Bikes in Schloß Neuhaus. In den anderen Stadtteilen und in den Kommunen sei in dem Zeitraum jeweils rund eine handvoll Fahrräder gestohlen worden. Der Wert der in diesem Jahr gestohlenen Fahrräder habe schon jetzt die Eine-Million-Euro-Grenze überschritten. Mehr als 2021 insgesamt.

Zu den Komplett-Diebstählen kommt nach Polizei-Angaben eine Vielzahl von Fahrradteile-Diebstählen. Rund 30 Sättel wurden seit Anfang April entwendet. Besonders aktiv sind Täter in Schloß Neuhaus ringsum das Schlossgelände, meistens tagsüber an Wochenenden. Beim Fahrradtag verschwanden einige Fahrradsättel – drei wurden in nahegelegenen Gebüschen wieder entdeckt. Auch am vergangenen Wochenende beim Bierfest wurden mehrere Sattel-Diebstähle angezeigt. Am Dienstag erstatteten zwei Fahrradbesitzer Anzeige weil ihre Vorderräder aus den Fahrradgabeln in Paderborn und Salzkotten gestohlen wurden. Die Fahrräder selbst waren mit guten Schlössern gesichert.

Zeuge beobachtet gesuchten Serientäter

Fahrradständer mit vielen Rädern sind beliebte Tatorte. Hochwertige Pedelecs stehlen die Täter oft aus Tiefgaragen und Fahrradkellern. Darauf hatte die Polizei bereits mehrfach hingewiesen und darum gebeten, verdächtige Situationen umgehend zu melden. Ein aufmerksamer und zugleich couragierter Zeuge (29) sorgte so am Donnerstagabend, 2. Juni, dafür, dass ein Seriendieb auf „frischer Tat“ festgenommen werden konnte. Gegen 19 Uhr beobachtete der Zeuge einen Mann, der an der Kasseler Straße mit einer Akkuflex an einem verschlossenen E-Bike hantierte. Der Zeuge sprach den Verdächtigen direkt an. Dieser behauptete, dass es sich um sein Fahrrad handele. Das nahm ihm der Zeuge nicht ab und verständigte die Polizei. Das bekam auch der Tatverdächtige mit und flüchtete. Eine Streife schnappte den mutmaßlichen Täter unweit des Tatorts An der Burg. Er hatte eine Akkuflex und mutmaßliches Diebesgut – einen Fahrradbordcomputer und ein akkubetriebenes Rücklicht – dabei. Eine Überprüfung ergab, dass gegen den 41-Jährigen seit Anfang des Jahres wegen neun weiterer Fahrraddiebstähle ermittelt wird. Der Beutewert liegt bereits über 20.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Freitag einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen.

Das rät die Polizei:

  • Nutzen Sie alle Sicherungsmöglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen konsequent – auch in Tiefgaragen oder Fahrradkellern von Wohnhäusern.
  • Je hochwertiger Ihr Fahrrad ist, umso besser sollte auch die Sicherung sein. Sinnvoll sind mehrere Schlösser und das Anschließen an festen Gegenständen.
  • Lassen sie keine „losen“ Teile wie Fahrradcomputer, Fahrradtaschen oder anderes Zubehör am Rad zurück. Auch der Fahrrad-Akku sollte gut gesichert sein oder mitgenommen werden, um ihn sicher zu deponieren.
  • Nutzen Sie für hochwertige Fahrradsättel und -räder codierte Verschraubungen anstatt Schnellspanner.
  • Sollte Ihr Rad gestohlen werden, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Um die Daten Ihres Zweirads parat zu haben, empfiehlt es sich, einen Fahrradpass anzulegen oder die Fahrradpass-App zu nutzen: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl/diebstahl-von-zweiraedern/

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