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Stadtverwaltung legt überarbeitete Pläne vor

Fahrräder sollen in Paderborn ins Bahnhofs-Parkhaus

Paderborn

Der umstrittene Plan, am Paderborner Hauptbahnhof zwei Fahrradparkhäuser zu errichten, ist scheinbar vom Tisch. Die Stadt hat eine Alternative erarbeitet. Das Ergebnis: In das ebenfalls geplante Parkhaus neben dem neuen Bahnhofsgebäude soll nun im Untergeschoss eine Ebene für das Fahrradparken umgesetzt werden. Größenordnung: etwa 1000 Fahrräder. Dadurch steigen nach ersten Schätzungen die Baukosten für das Parkhaus von 10 auf bis zu 15 Millionen Euro.

Von Ingo Schmitz

Aktuell wird am Neubau des Bahnhofs gearbeitet. Im Anschluss soll das Parkhaus errichtet werden. Foto: Oliver Schwabe

Mit dem Vorschlag der Verwaltung befasst sich an diesem Donnerstag, 9. Juni, der Betriebsausschuss in seiner Sitzung (Beginn 17 Uhr, Zentraler Bau- und Betriebshof). Neben den vielen Fragen zur Gestaltung des Bahnhofsgebäudes hatte es vor zwei Jahren schon eine lebhafte Debatte über die Frage gegeben, wie man das Bahnhofs-Umfeld gestaltet. Zen­traler Knackpunkt dabei: Wie bekommt man auf dem begrenzten Areal die verschiedenen Nutzer bestmöglich unter? Es entbrannte ein Streit vor allem um die Wegeführung für Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und (Reise-) Busse.

Zu dem Zeitpunkt sah die Planung ein fünfgeschossiges Parkhaus für gut 500 Autos vor. Die Zufahrt sollte über eine Spindel an der Ostseite, die Ausfahrt über eine weitere Spindel an der Westseite erfolgen. Zusätzlich wurde von der Verwaltung der Bau von zwei zweigeschossigen Fahrradparkhäusern mit insgesamt 700 Stellplätzen vorgeschlagen. Der damalige Kompromissvorschlag fand nur wenige Freunde. Ein Beirat befasste sich daher mit der Frage, wie man die unterschiedlichen Nutzungen optimieren kann.

Rampen statt Spindeln

Das nun vorliegende Ergebnis sieht vor, dass die Erschließung des Parkhauses nach unterschiedlichen Nutzergruppen aufgeteilt wird. Das heißt: Autos einerseits, und Fahrradfahrer sowie Fußgänger andererseits, werden getrennt. Möglich wird dies durch den Wegfall der Auf- und Ausfahrspindeln an der West- und der Ostseite. Stattdessen erfolgt an der Westseite des Parkhauses sowohl die Zu- als auch die Ausfahrt. Die einzelnen Geschosse werden über Rampen erschlossen.

Der gewonnene Platz an der Ostseite zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Parkhaus soll Fußgängern und Radfahrern vorbehalten werden. Damit entfällt eine Kreuzung mit dem Pkw-Verkehr, was die Situation für die schwächeren Verkehrsteilnehmer deutlich entspannen dürfte. Zudem besteht nun die Möglichkeit, den Zugang des Parkhauses über die Ostseite so zu gestalten, dass ein zentrales Erschließungselement erkennbar wird, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das soll die Wege verkürzen und auch die Orientierung in dem Gebäude erleichtern.

Da die Fläche zwischen Bahnhof und Parkhaus laut Planern vorwiegend den Fußgängern und Radfahrern gehören soll, werden die Autos weitestgehend aus diesem Bereich verbannt. Auch die Kurzzeitparkplätze werden verlegt – und zwar in das neue Parkhaus hinein. Der Bring- und Holbereich per Pkw wandert hingegen laut Plan auf die gegenüberliegende Straßenseite. Der so genannte „Kiss & Ride“-Bereich findet dann vor dem ehemaligen Finanzamt Platz. Erst wenn der neue Bahnhof steht, soll mit dem Neubau des Parkhauses begonnen werden. Start wäre demnach Herbst 2023.

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